Zur Stromerzeugung durch Windkraft hat unser Leser Christian Szeglat aus Furtwangen die folgende Meinung“.
Als ich und meine Lebensgefährtin letzte Woche Montagmorgen von Furtwangen nach Waldkirch gefahren sind, war traumhaft schönes Wetter. Bei der Runterfahrt ist mir als Beifahrer aufgefallen, dass alle – wirklich alle – Windräder, die man auf dem Weg über Gütenbach nach Waldkirch sehen kann, stillgestanden sind, obwohl es nicht windstill war.
Als wir gegen Mittag wieder nach Furtwangen gefahren sind, war der Himmel teilweise bewölkt, und es drehte sich das ein oder andere Windrad, da die Energie über die hiesigen PV- und Biogasanlagen zur Stromerzeugung bei mittlerer Wolkenbedeckung wohl nicht wie am Morgen ausreichend war.
Ich frage mich, wie sinnvoll eine Energiewende ist, die überschüssige Energiekapazitäten einfach des Öfteren „verpuffen“ lässt. Seit Jahren laufen in Deutschland unglaubliche Mengen an „grünem“ Strom ins Leere. Wäre es nicht sinnvoll, diese Energie in speicherbare Energie wie Wasserstoff umzuwandeln, auch wenn eine hohe Verlustquote bei der Herstellung mit einhergeht? Sie wäre aber somit nicht gänzlich vergeudet.
Jedes Jahr laufen so um die zehn Terrawattstunden Energie einfach ins Leere (Quelle BR 24). Eine Menge, die wohl ausreichen würde, alle Busse in Deutschland mit Wasserstoff fahren zu lassen.
Giga-Windräder laufen ins Leere
Brauchen wir wirklich noch einmal acht weitere Giga-Windräder, die dann zusätzlich des Öfteren ins Leere laufen? Sollten wir diese „Energie“ vorerst nicht lieber in andere Dinge wie den Ausbau von Speicherwerken stecken und erst einmal das Ausbautempo drosseln, bis die Speicherung der grünen Energie Hand in Hand einhergeht?
Vor ein paar Jahren hatte ich einmal ein Gespräch mit jemandem über Windkraft. Er meinte, dass er aus Überzeugung Ökostrom beziehe und deswegen überlege, mehr Strom zu verbrauchen, da er ja jetzt „guten“ Strom habe. Ist das der richtige Weg einer Energiewende?
Christian Szeglat, Furtwangen-SchönenbachSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.