Unser Leser Jörg Müller aus Fluorn-Winzeln fühlt sich bei der Entscheidung zu Windkraftanlagen übergangen.
Der Ausbau der Windkraft in Deutschland ist nicht grundsätzlich falsch. Allerdings entsteht hier rund um Fluorn-Winzeln in den kommenden Jahren einer der bisher größten Windparks in ganz Baden-Württemberg mit einer Gesamtleistung von ungefähr 80 Megawatt.
Er wird voraussichtlich aus mindestens zwölf der größten Windkraftanlagen bestehen, die zur Zeit Onshore verfügbar sind. Alle bisher im weiten Umfeld gebauten Anlagen sind im Vergleich absolute Zwerge.
Höher als 250 Meter
Hinzu kommt, dass insbesondere die sieben Anlagen im Bereich Tannbach in Fluorn, mit einer Gesamthöhe von deutlich mehr als 250 Metern, komplett im Sichtfeld und im Panorama des Sonnenuntergangs von Fluorn stehen.
Durch die Hanglage des Ortes hat man dadurch die nächsten 30 Jahre neben dem garantierten Schattenwurf in den Abendstunden von Frühling bis Herbst sowie der Geräuschkulisse auch noch nachts die blinkenden Lichter der Anlagen direkt auf Augenhöhe für einen meditativen Schlaf.
Zu spät informiert
Kurz gesagt: Der Standort von einigen der Anlagen könnte für die Bürger schlechter nicht sein. Insbesondere auch deshalb, weil man anscheinend gesetzlich nicht mal mehr 1000 Meter Abstand zu Wohngebäuden einhalten muss, was bei solchen Giganten dann doppelt weh tut.
Die Krönung ist allerdings, dass man bei einem solchen Mammutprojekt von Seiten der Gemeinde nicht mal im Ansatz auf die Idee kommt, die Bevölkerung frühzeitig vernünftig zu informieren und mitzunehmen.
Bei der einzigen Infoveranstaltung für die Anlagen in Fluorn waren Verträge bereits unterschrieben, die Planung zum großen Teil abgeschlossen und laut Bürgermeister das bestmögliche Ergebnis im gesetzlichen Rahmen erreicht. Also liebe Bürger: Fresst oder sterbt!
Jörg Müller, Fluorn-WinzelnSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.