Zur Informationsveranstaltung zum Thema Windkraft in Alpirsbach hat unser Leser Hans Gerd Michel aus Loßburg folgende Meinung.
Am Dienstagabend besuchte ich die angekündigte Informationsveranstaltung der Stadtverwaltung Alpirsbach mit der Vorstellung, Fakten zu der geplanten Windkraftanlage auf dem Reutiner Berg zu bekommen.
Schon beim Betreten des Haus des Gastes war eine aufgeladene Stimmung zu spüren. Diese Stimmung wurde durch den Stadtbaumeister Rudolf Müller, durch seine sehr emotionale Darstellung der Situation und seine Moderation angeheizt.
Es ist in Ordnung, den Standort Reutiner Berg abzulehnen. Von Herrn Müller hätte ich jedoch erwartet, dass er als Vertreter der Verwaltung Informationen und nicht Emotionen verbreitet. Unter anderem bezeichnete er die zugrundeliegenden Gesetze als undemokratisch.
Emotionen waren hochgeschaukelt
Er unterschlägt dabei, dass in vielen Gemeinden die Flächen für Windkraftanlagen nach Gutsherrenart festgelegt wurden und deshalb die Flächen jetzt vom Regionalverband festgelegt werden. Auch Alpirsbach wurde dies 2021 vom Oberverwaltungsgerichtshof Mannheim attestiert.
Die Vertreter der Stadtwerke Stuttgart hatten ihre Teilnahme an der Veranstaltung kurzfristig abgesagt. Was hätten sie zu dem Hauptthema der Veranstaltung „Wie verhindern wir den Bau der Windkraftanlage“ beitragen können?
Gegen Ende der Veranstaltung waren die Emotionen so hochgeschaukelt, dass der Versuch von Jürgen Bortloff, die Historie der Entwicklung der jetzigen Situation aufzuzeigen, kein Gehör mehr fand.
In 2014 kam die Idee auf, ein Bürgerwindrad auf dem Reutiner Berg zu errichten. Damals stimmte der Reutiner Ortschaftsrat einstimmig für das Projekt. Vom damaligen Bürgermeister Reiner Ulrich gab es ein Empfehlungsschreiben an Forst BW für die Pacht der Fläche.
Ein Symbol für einen Weg in die Zukunft
Herr Bortloff wurde von Herrn Müller in einer Weise angegangen, die ich von einem Vertreter der Verwaltung nicht erwartet hätte.
Im elften Jahrhundert bauten Mönche das Kloster in Alpirsbach, um die Gedanken zur Reformation der katholischen Kirche umzusetzen.
Vielleicht kann ein Windrad auf dem Reutiner Berg ebenfalls ein Symbol für einen Weg in die Zukunft sein.
Hans Gerd Michel, LoßburgSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.