Ob auf Albstädter Gemarkung Windkraftanlagen gebaut werden, ist ungewiss. Oberbürgermeister Roland Tralmer kämpft um das Ausbaugebiet bei Onstmettingen.
Die Verbandsversammlung des Regionalverbands Neckar-Alb hat im Juli des vergangenen Jahres den Entwurf 2025 des Teilregionalplans Windenergie beschlossen. Das hat Folgen für die auf Albstädter Gemarkung vorgesehenen Flächen für den Ausbau von Windkraftanlagen: Gleich beide zuvor ausgewiesenen sogenannten Vorranggebiete werden wegen „militärischer Belange“ nicht weiterverfolgt.
Dem Beschluss vorausgegangen war ein Beteiligungsverfahren. In dessen Zuge hatte die Bundeswehr in ihrer Stellungnahme gegen die beiden potenziellen Windkraftgebiete auf Albstädter Gemarkung, ZAK-09 und ZAK-10, interveniert.
Bundeswehr: Hubschrauber im Tiefflug haben Vorrang
Die Fläche ZAK-09 umfasst 125 Hektar östlich von Onstmettingen an der Gemarkungsgrenze zu Burladingen. Die Fläche ZAK-10 ist 199 Hektar groß und befindet sich an der Gemarkungsgrenze zu Meßstetten nahe dem Gelände der ehemaligen Zollernalb-Kaserne. Die Bundeswehr begründet ihren Einspruch damit, dass die Gebiete im Verlauf von Hubschraubertiefflugstrecken liegen.
Albstadts Oberbürgermeister Roland Tralmer hat bereits kurz nach dem Beschluss im Juli angekündigt, insbesondere um die Fläche ZAK-09 zu kämpfen. Das bestätigt das Stadtoberhaupt im Jahresrückblickgespräch mit unserer Redaktion. Er sei bezüglich der Thematik unter anderem in Kontakt mit Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut und Thomas Bareiß, Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen (beide CDU): „Das wird uns die nächsten Wochen und Monate noch beschäftigen“, kündigt Tralmer an.
Die Zeit drängt durchaus: Der Regionalverband Neckar-Alb schreibt auf seiner Internetseite, dass der finale Plan-Entwurf für die Teilfortschreibung Windenergie dem Gremium zum Jahreswechsel 2025/2026 zur Beratung vorliegen soll. Zuvor hatte erneut die Öffentlichkeit die Möglichkeit, sich zu den Planentwürfen zu äußern. Träger öffentlicher Belange wurden zudem bis Ende September 2025 angehört.
Tralmer hofft auf das Verteidigungsministerium
Tralmer hofft auf die Einsicht im Bundesverteidigungsministerium, dass die Fläche bei Onstmettingen als Hubschraubertiefflugstrecke doch entbehrlich sei. Falls jedoch nicht, dann schließt er juristische Schritte nicht aus – Ausgang ungewiss. Eine Entscheidung, so Tralmer, werde wohl in diesem Jahr fallen. Sollte die größte Stadt im Zollernalbkreis tatsächlich am Ende ohne Ausbaugebiet für die Windkraft dastehen, hätte das auch finanzielle Nachteile.
Tralmer sagt: „Ich bin grundsätzlich ein Freund einer verteidigungsbereiten Bundeswehr.“ An dieser Stelle zeige sich jedoch, dass Bürokratie im Bundesverteidigungsministerium bremse. Gerade der Abbau jener Bürokratie sei ja Ziel der im vergangenen Jahr angetretenen Bundesregierung gewesen. „Ich hoffe da auf eine zeitnahe Umsetzung dessen, was angekündigt wurde.“ Inzwischen rechtskräftig ist der Teilregionalplan Solarenergie des Regionalverbands Neckar-Alb. Anders als im Regionalplan Wind gibt es für Freiflächen-Photovoltaik in Albstadt einige Flächen zu bespielen.
Erneuerbare Energien sind weiter Anliegen der Stadt
Auch in Zusammenarbeit mit privaten Investoren müssten dabei die Möglichkeiten ausgelotet werden, erläutert Oberbürgermeister Tralmer weiter. Den Ausbau erneuerbarer Energien weiterzuverfolgen, sei ein Anliegen der Stadtverwaltung im Jahr 2026.