Auf einem Höhenrücken bei Furtwangen sollen Windräder gebaut werden. Doch der Gewinn steht in keinem Verhältnis zur Belastung für Anwohner und die Natur, findet unsere Leserin Michaela Volk.
Mit großer Sorge verfolge ich die Pläne zur Errichtung von bis zu fünf Windkraftanlagen (und möglicherweise noch weiteren Industrieanlagen) auf unserem wunderschönen Schwarzwaldhöhenrücken Rappeneck.
Diese Industrieanlagen mit einer beeindruckenden Höhe von 260 Metern überragen selbst die höchsten Bäume um ein Vielfaches. Während eine Fichte maximal 60 bis 70 Meter hoch wird, sollen hier riesige Windräder errichtet werden – mit gravierenden Folgen für Natur, Landschaft und Anwohner. Für jedes Windkraftwerk werden 10 000 Quadratmeter Wald gerodet. Ein Teil kann zwar wieder aufgeforstet werden, doch die versiegelten Flächen bleiben. Allein das Fundament nimmt 500 Quadratmeter ein, dazu kommen 1800 Quadratmeter Kranstellfläche sowie Zuwegungen. So können durchaus 1000 Kubikmeter Beton für ein Fundament benötigt werden, was gleichbedeutend mit mehr als 125 Fahrmischern ist. Der Wald, Heimat zahlreicher Tiere, wird unwiderruflich verändert – wo bleibt hier der Naturschutz?
Hinzu kommen die erheblichen Auswirkungen für uns Menschen: Windkraftanlagen sind nicht nur sichtbar, sondern auch hör- und spürbar. Die viel zu geringen Abstände zu Wohnhäusern stellen eine Gesundheitsbelastung dar und führen zu einer erheblichen Wertminderung von Immobilien. Wer möchte noch in der Nähe solcher Industrieanlagen wohnen? Wie viel sind unsere Grundstücke und Immobilien dann noch wert? Welche Ausgleichsmaßnahmen werden den betroffenen Menschen angeboten?
Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien sind wichtig, doch sie dürfen nicht um jeden Preis durchgesetzt werden. Die Zerstörung wertvoller Naturflächen und die Belastung der Anwohner stehen in keinem Verhältnis zum Gewinn. Ich appelliere an die Verantwortlichen: Schützen wir unseren Schwarzwald – bevor es zu spät ist!
Michaela Volk, Furtwangen-RohrbachSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.