Städtischer Wald in Rexingen: Geht es in der Windkraftdiskussion hauptsächlich um diesen Wald? Foto: Maria Hopp

Windkraftanlagen sind für Wälder generell schädlich, sagt der Nabu. Peter Daiker meint, er macht damit einen „fachlichen Fehler“

Ist es sinnvoll, im Wald Windräder aufzubauen? Der vom Gemeinderat beschlossene Bürgerentscheid, der am 30. November ein Ja oder Nein zu Windkraftanlagen in städtischen Wäldern ergeben soll, wirft diese Frage im Vorfeld auf. Neben Vertrauensleuten der Organisatoren des Bürgerentscheids, Birgit Sayer und Marcel Uhl, hat für Bündnis 90/Die Grünen und die OGL die ehemalige Stadträtin Kristine Sauter ein Statement abgegeben. Ebenso Lambert Straub, Vorsitzender des Nabu Horb.

 

Jetzt meldet sich mit Peter Daiker der Wildtierbeauftragte des Landkreises zu Wort. Er reagiert auf die Stellungnahme von Lambert Straub.

„Der Nabu macht in seiner Stellungnahme einen fachlichen Fehler, wenn pauschal von Wald gesprochen wird. Denn es gibt ihn nicht, DEN Horber Kommunalwald. Ausgangsgestein, Geländeform, Baumarten(-mischung), Alter und vieles mehr prägen Wald sehr unterschiedlich. Es gibt labile nadelholzreiche Bestände, in denen in einem halben Meter Tiefe bereits Muschelkalk ansteht. Trockenheitsbedingt lösen sich diese Bestände langsam auf.“

Daneben, so Daiker, gebe es stabile Mischwälder auf tiefgründigen Böden, die sich auch zukünftig für nachhaltige, ertragreiche Forstwirtschaft eignen. „Zwei völlig verschiedene Waldtypen. Windkraft in labilen Beständen ist sinnvoll, auch um der Stadt finanzielle Spielräume zu erhalten, etwa für den klimabedingt notwendigen Waldumbau“, so Daiker, der hinzufügt: „Schade, dass weder BI noch Stadt sagen, dass es im Kern um den großen Hau geht. So berechtigt die Sorge um diesen Wald auch sein mag, so realitätsverweigernd ist es, pauschal alle kommunalen Waldflächen von der Windkraft auszuschließen.“

Der Wildtierbeauftragte empfiehlt: „Beide Parteien sollten sich dringend über das Kernproblem verständigen und alle möglichen Standorte nach waldbaulichen Aspekten bewerten. Ziel muss sein, die Zukunft gemeinsam zu gestalten und nicht, sie zu verhindern.“