Info-Veranstaltung für das Bürgerbegehren um Windkraft in Horb. Die Bilanz der Info-Stände.
Nach den Statements und den Impulsvorträgen geht es an den Info-Ständen zum Bürgerentscheid über Windkraft auf kommunalen Waldflächen zur Sache. Die Bilanz zeigt: Viele Bürger wollen wissen, in wieweit Windanlagen Wald zerstören.
Artenschutzexperte Carsten Brinckmeier: „Bei mir waren Waldeigentümer. Ich habe ihnen erklärt, wie man valide Daten bekommen kann, um Wald durch Artenschutz zu schützen.“
Regionaldirektor Sascha Klein (Nordschwarzwald): „Es drehte sich um die Frage, wie wir in der Suche der Vorrangflächen mit Naturschutz und Umweltkriterien umgehen.“
Bürgermeister Ralph Zimmermann (FDP): „Bei uns wollten die Bürger wissen, wie das Layout von Windparks genau festgelegt wird. Und wie man möglichst schützenswerte Arten und Waldflächen erhalten kann.“
Thomas Bauer (BiM): „Thema waren die fehlenden Alternativen zu Offenland und Waldflächen. Und ob man auch Gewerbeflächen für Windkraft nutzen kann.“
Nachfragen zu Klima- und Waldschutz
Ulrich Schraml, Direktor der Forstlichen Versuchsanstalt Freiburg: „Am Stand wurde hauptsächlich diskutiert: Was verliere ich an Boden und was gewinne ich an CO₂-Reduktion?“
Jörg Dürr-Pucher, Plattform Erneuerbare Energie Baden-Württemberg: „Ich wäre bereit, als Schiedsrichter beim Großen Haus aufzutreten.“
Polit-Statements zum Wahlkampf um den Bürgerentscheid
Uwe Hellstern (AfD): „In Brasilien werden Milliarden für den Erhalt des Waldes ausgegeben. Hier spricht ein Referent von 3000 Windrädern im Ländle. Die vernichten 300 000 Quadratmeter Wald. Absurd.“
Wolf Hoffmann (OGL): „Es sind kommunale Waldflächen. Der Gemeinderat ist Herr des Geschehens, welche Flächen für Windkraft genutzt werden können.“
Thomas Mattes (SPD): „Wir haben mit OGL und BiM dafür votiert, den Großen Hau herauszunehmen. Die anderen haben das mehrheitlich abgelehnt.“
Offenland genauso schützenswert wie Wald
Gerhard Fassnacht (CDU): „In Altheim machen wir die Erfahrung, mit welchem hohen Aufwand Naturschutz auf Offenlandflächen getrieben wird. Die Flächen haben genauso ihren Wert für Artenschutz.“
Lambert Straub (Nabu-Vorsitzender Horb): „In Horb wurde versäumt, in der frühen Phase einen Kompromiss zu schließen. Das hat zum Bürgerentscheid geführt. Jetzt kann ich nur mit Nein stimmen, um den Wald zu schützen.“
Stefan Merkle (Horber Rückenwind, pro Windkraft): „Wir wurden kritisiert, wie wir uns dafür hergeben, für Windkraft zu sein.“
Birgit Sayer (Vertrauensperson Bürgerbegehren): „Die Bürger sind sehr informiert.“+
Iva Rigotti (Jugendgemeinderat): „Wir haben einstimmig für Windkraft auf kommunalen Waldflächen gestimmt. Wir haben die Zukunft vor uns.“
Appell vom OB
Michael Keßler (CDU), OB von Horb: „Wir freuen uns auf den breiten Diskurs in der Bürgerschaft. Ich hoffe, es bleibt so fair wie bei der Info-Veranstaltung. Begriffe wie Habgier sollten nicht fallen – habgierig ist hier keiner.“