Der Gemeinderat gibt der Verbandsversammlung mehrere Anregungen in Sachen Windkraft mit. Doch die Erfolgsaussichten sind eher gering.
„Das Ergebnis des Bürgerentscheids ist bei der Regionalverband-Versammlung angekommen und wurde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt“, erläutert Bürgermeister Jens Keucher im Gemeinderat das Nein der Sulzer Bürger zur Verpachtung kommunaler Waldflächen für Windkraftbetreiber.
Deshalb gibt die Stadt bei der zweiten Beteiligung der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange der Versammlung auch mehrere Anregungen mit. So soll der Abstand zu Wohnbebauung bei 1000 Meter liegen sowie bei Friedhöfen 700 Meter betragen.
Nur drei Anlagen bei Dürrenmettstetten
Da aktuell circa 2,1 Prozent der Verbandsfläche für Windkraft ausgewiesen sind, allerdings nur das Ziel von 1,8 Prozent vorgegeben sei, wolle man darauf hinwirken, dass die Reserve von 0,3 Prozent auf der Gesamtgemarkung Sulz um diesen Anteil reduziert werde.
Ebenfalls teilt man den Wunsch des Dürrenmettstetter Ortschaftsrat mit, die Anzahl der dort geplanten Windkraftanlagen auf drei Stück zu reduzieren. Und bei Sigmarswangen soll einer Umfassung des Siedlungsgebiets durch Ausweisung von Vorranggebieten entgegengewirkt werden.
Verordnung von oben herab
Allerdings handelt es sich dabei eher um ein politisches Statement. „Die Regionalverband-Versammlung hört uns an, entscheidet dann aber selbst“, beschreibt Catrin Hils von der Bauverwaltung das Prozedere.
„Ich habe da eine grundsätzliche Kritik, dass uns von oben gesagt wird, was wir tu n sollen“, machte sich Wilhelm König (FWV) Luft. Bei solch einem Vorgehen brauche man sich über Protestwähler nicht wundern.
Mehrheit im Gemeinderat
Anhand des Abstimmungsverhaltens wies er darauf hin, dass die Mehrheit der Dürrenmettstetter Einwohner gar kein Problem mit Windrädern habe und auch auf der Schillerhöhe, Kastell und der Kernstadt die Haltungen eher positiv gewesen seien.
„Lasst uns nach zwei bis drei Flächen für Windräder suchen – da wo die Akzeptanz da ist“, schlug er vor. So könne man dort den notwendigen Beitrag zur Energiewende leisten, allerdings sollten dann diese Gebietseinheiten im Originalplan an anderer Stelle, etwa der Dicke, herausnehmen.
Bei einer Enthaltung wurde der Beschluss, dem Regionalverband die städtischen Anregungen mitzugeben, mit großer Mehrheit vom Gemeinderat angenommen.