Windenergie im Stadtwald im Wisoch – das hat sich mit dem Bürgerentscheid erledigt. Doch das Thema Windparks treibt die Bürger weiter um. (Symbolfoto) Foto: Negro Elkha - stock.adobe.com

Falsche Zahlen moniert unser Leser Guido Laggai aus Oberndorf in einer Leserzuschrift gegen die Windenergie. Und er stellt die Frage nach Alternativen.

Sehr geehrte Frau Glatthaar, sie schreiben in ihrem Leserbrief dass ein Windrad Investitionskosten von 14 Millionen Euro erzeuge. Mich würde die Herkunft dieser abnormal hohen Zahl interessieren. Ein modernes großes Windrad erzeugt Investitionskosten von circa vier bis acht Millionen Euro, je nach Leistung. Pro installierter Leistung rechnet man pro KW mit ungefähr 1200 bis 1500 Euro bei Onshore Anlagen, bei Offshore mit circa 3500 Euro.

 

Auch wie Sie auf Betriebskosten von 400.000 Euro pro Jahr kommen, würde mich interessieren. Ein modernes Windrad mit vier MW Leistung erzeugt pro Jahr ungefähr zehn Millionen kWh Strom; bei sieben Cent pro kWh Erzeugerpreis ergibt das 700.000 Euro. Verkauft wird der Strom aber, wie wir alle wissen, wesentlich teurer. Die Betriebskosten für so eine moderne Anlage liegen im Schnitt bei ungefähr 200.000 Euro, also ein gutes Geschäft! In den Betriebskosten ist auch die Pacht für das Gelände enthalten.

Nachbesserungsbedarf

Der negative Strompreis ist dem fehlenden Netzausbau unter anderem auch wegen Bürgerinitiativen gegen Stromtrassen anzurechnen, natürlich auch durch fehlende Stromspeicher, da gebe ich Ihnen Recht. Der Speicherausbau müsste an die Erzeugung gekoppelt werden.

Mich würde interessieren, wie Sie die Energiewende schaffen wollen ohne AKW und fossilen Brennstoffen – und nur mal zum Vergleich: Ein modernes AKW kostet ungefähr 15 bis 30 Milliarden Euro, der Bau dauert ungefähr 20 Jahre. Der Rückbau kostet nochmals ungefähr fünf Milliarden Euro. Beim Gaskraftwerk sind die Kosten bei ungefähr 500 Millionen bis zu einer Milliarde Euro bei Bauzeiten von ungefähr fünf Jahren.

Mir persönlich gefallen die Windräder auch nicht, aber haben wir denn eine Wahl? Woher soll der Strom für immer mehr Elektroautos und Wärmepumpen kommen? Das konnte mir noch kein Windkraftgegner sagen!

Guido Laggai, Oberndorf

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