Der Gemeinderat von Fluorn-Winzeln hat sich wieder einmal mit Windenergie zu befassen. Doch diesmal geht es nicht um den „Wisoch“-Park, sondern zwei alte Bekannte.
Die Pläne für das Repowering einer Windenergieanlage bei Fluorn tangieren die Modellfluggruppe Schwarzwald. Erste Annäherungen zwischen beiden Seiten fanden bereits statt. Eine Lösung muss aber noch gefunden werden.
Zahlreiche Bausachen zu besprechen gab es bei der ersten Sitzung des Fluorn-Winzelner Gemeinderats im neuen Jahr. Die Plätze im Besucherbereich waren alle besetzt. Dies lag wohl vor allem an dem Tagesordnungspunkt 2.5: Die „Errichtung einer Windenergieanlage Fluorn-Winzeln, Gemarkung Fluorn, Flst. 573/1 und 573/2“ sollte behandelt werden. Es stand zunächst die Beratung zum Antrag nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BimSchG) an. Die Gemeinde wird dabei als Träger öffentlicher Belange angehört.
Geplant ist die Errichtung einer Anlage (FluWi II) des Modells Nordex N 175/6.X mit einem dreiflügeligen Rotor, der einen Durchmesser von 175 Meter und eine Nabenhöhe von 179 Meter hat. Die Gesamthöhe (über Grund) des geplanten Bauwerks beträgt 266,5 Meter. Der Durchmesser des Turmfußes wird im Lageplan mit 14 Metern angegeben und der des Fundaments mit 29,10 Metern. Es handele sich um ein sogenanntes „Repowering“ der bisherigen Windkraftanlage FluWi II. Eines der alten Windräder zwischen Fluorn und Hochmössingen soll abgebaut und gegen eine moderne, leistungsstarke Anlage ausgetauscht werden. Aufgrund der größeren Ausmaße müsse der Standort etwas verlegt werden.
Modellfluggruppe übt Kritik
Kritische Stimmen kamen von Vertretern der Modellfluggruppe Schwarzwald, die ihren Modellflugplatz durch die Pläne beeinträchtigt sieht. Letzterer liegt auf der Gemarkung Kapellenäcker zwischen Fluorn und Hochmössingen. Er wäre bei einer Umsetzung des Projekts am geplanten Standort betroffen. Die Landebahn müsste künftig schräg gesetzt werden, was denkbar, aber mit zusätzlichem Aufwand und Kosten verbunden wäre. Die dafür notwendigen Grundstücksverhandlungen würden jedoch aufgrund einer noch ungeklärten Erbfolge noch einiges an Zeit beanspruchen.
Landebahn könnte verlegt werden
Immerhin: Es habe schon Gespräche gegeben, bei denen die Firma K&S, die sich mit dem Repowering der seit mehr als 20 Jahren bestehenden Anlage befasst, Bereitschaft signalisiert habe, die Kosten für die Verlegung der neuen Landebahn zu übernehmen, hieß es. Zuerst müsse man aber abwarten, bis die Grundstücksangelegenheiten geklärt seien.
Ein Vertreter der Firma K&S, der in der Sitzung anwesend war, erklärte auf Nachfrage aus dem Gemeinderat die Hintergründe. Es spielten mehrere Faktoren eine Rolle. Dazu gehörten die Statik der Windkraftanlagen untereinander, die Windvorranggebiete und auch der Abstand zur Straße. Der Abstand zur – ebenfalls zu repowernden – Anlage „FluWi I“ müsse vergrößert werden – von aktuell 350 auf künftig 500 Meter.
„Wir sind interessiert an einer Lösung für beide Seiten“, erklärte der Vertreter auf Rückfrage aus dem Gemeinderat. Aus den Reihen der Ratsmitglieder kam Verständnis sowohl für das Anliegen der Modellfluggruppe als auch für die Umsetzung der erneuerbaren Energien. Ein Ratsmitglied bringt eine Versetzung des Modellflugplatzes ins Spiel, etwa beim Sportplatz Winzeln, wo der Modellflugplatz früher war.
Die Abstimmung erfolgte mit neun Ja-Stimmen und fünf Nein-Stimmen zugunsten des Beschlussvorschlags, mit dem das Einvernehmen der Gemeinde erteilt wird. Außerdem möchte die Gemeinde prüfen, ob sie im Windvorranggebiet ein Vorkaufsrecht hat