In ihrem gepflegten Rosengarten fühlt sich die 86-jährige Pflanzenkennerin Elisabeth Sepke aus Epfenhofen wohl. Doch mit Sorge blickt sie auf den benachbarten Kindergarten. Dort wächst nämlich eine giftige Pflanze. Foto: Hans Herrmann

Eine Rentnerin bemängelt den Wildwuchs beim Kindergarten in Epfenhofen. Dort wächst nämlich eine giftige Pflanze. Sie sieht eine Gefährdung für die Kinder.

Die 86-jährige Hobbygärtnerin Elisabeth Sepke aus Epfenhofen macht sich um die Gesundheit der Kinder im direkt benachbarten städtischen Kindergarten Epfenhofen sorgen. Der Grund: Die stets aufmerksame Pflanzenkundlerin entdeckte vor einiger Zeit an der Rückseite des Gebäudes im direkten Anschluss an den Kinderspielplatz mit dem Wasser-Kreuzkraut ein bekannt giftiges Wildgewächs, das sich vor allem im süddeutschen Raum immer mehr ausbreitet.

 

Todesfälle bei Tieren

„Dieses Kraut sorgte vor allem auf den Futterwiesen in einigem Viehbestand schon für verheerende Folgen“, weist Sepke auf die bekannte Gefahr bei der Fütterung des giftigen Krauts hin. „In den vergangenen Jahren sind mir sogar Todesfälle von einer Kuh und einem Pferd im Raum Lörrach bekannt“, sagt sie im Gespräch mit unserer Redaktion. „Für Menschen – und speziell für Kinder – ist diese Pflanze allerdings nur im direkten Kontakt mit Speichel oder Blut besonders für die Leber eine Gefahr“, gibt sie ihre Erfahrung preis. Ungefährlich ist das Kraut also auch für Menschen nicht. „Betreffende Wiesen müssen daher regelmäßig gemäht werden“, prangert sie diesen Missstand im südlichen Bereich des Kindergartens an.

Ein weiteres Ärgernis: Die Äste des Laubbaums hängen bis über den Kamin der Kita. Foto: Hans Herrmann

Sepke hatte schon in den vergangenen Jahren mehrmals auf dieses Problem am Kindergarten mit schriftlichen Eingaben bei der Blumberger Stadtverwaltung aufmerksam gemacht. „In den Jahren 2021 und 2022 hat sich die Situation durch die Erneuerung des abgrenzenden Zaunes besser gestellt. In diesem Jahr wuchert der Wildwuchs aber wieder bedenklich weit aus“, sagt sie und sieht absoluten Handlungsbedarf. Ihre Fürsorge für die Kinder scheint berechtigt, denn bereits ein zufälliger Kontakt, bei dem das Gift der Pflanze in die Blutbahn gerät, ist hochgradig gefährlich. Dabei sieht das Wasser-Kreuzkraut mit seinen gelben Blüten ungefährlich aus.

Pflanze vermehrt sich überaus schnell

„Es ähnelt der Kamille und es kann hier zu Verwechslungen führen. Die Pflanze vermehrt sich überaus schnell und setzt sich mit ihren stark ausgeprägten Wurzeln in Windeseile fest“, so Sepke. Die seit weit über 60 Jahren in Epfenhofen ansässige Pflanzenkennerin, die in ihrem Heimatort Badenweiler in der Landwirtschaft groß geworden ist, weiß genau, wovon sie spricht. Auch mit dem Laubbaum, der den westlichen Teil des Gebäudes flankiert, zeigt sie sich nicht einverstanden. „Er müsste viel öfters gestutzt werden und hat sich direkt oberhalb des Kamins ausgebreitet“, stellt sie eine weitere Unwegsamkeit fest.

Bereich wird zweimal im Jahr zurückgeschnitten

Der Pressestelle der Stadt Blumberg ist besonders der Wildwuchs am Kindergarten bekannt. „Dieser Bereich wird mindestens zweimal im Jahr zurückgeschnitten. Der Ortsbildpfleger wird dies in Kürze auch vornehmen. Für die Kindergartenkinder sehen wir keine Gefahr, da sie zu diesem Bereich keinen Zugang haben. Dies wurde auch mit der Kindergartenleiterin Cornelia Rösch-Hewer besprochen. Elisabeth Sepke ist uns und dem Ortsvorsteher Daniel Hallaj bekannt, sie hat bereits einige Male auf diese Umstände hingewiesen. Aus unserer Sicht besteht derzeit kein Handlungsbedarf, wir werden jedoch die Stellen im Auge behalten“, gibt Nicole Schautzgy vom Hauptamt der Stadtverwaltung an.

Elisabeth Sepke will die Entwicklung weiter beobachten. In ihrem großräumigen Garten hat sie mit den Gemüse-, Blumen- und Rosenbeeten genügend zu tun. „Diese Arbeit hält mich jung“, sagt die fitte Rentnerin. Sie hofft, dass ihre Hinweise bei der Stadtverwaltung auf ein Echo stoßen und weitere Maßnahmen bald getroffen werden.

Weitere Informationen

Das Gewächs
Das Wasser-Kreuzkraut, auch Wasser-Greiskraut genannt, ist eine typische Wildwuchspflanze, die sich besonders auf Feuchtwiesen schnell fortpflanzt. Vor allem in Süddeutschland tritt sie seit einigen Jahren verstärkt auf. Aufgrund des hohen Gehalts an Alkaloiden wird sie in den Bereich der Giftpflanzen eingeordnet. Besonders in der Landwirtschaft wurde das Problem in den vergangenen Jahren erkannt und wird auf Futterwiesen intensiv bekämpft. Speziell bei der Viehhaltung führt der Verzehr zu hohen gesundheitlichen Schäden. Auch bei Menschen wurden nach intensivem Kontakt gravierende Leberschäden fest gestellt.