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Wildtierhilfe in Althengstett Zutraulicher Schwan sitzt plötzlich in der Hofeinfahrt

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Dieses Jungtier tauchte neulich in einer Hofeinfahrt in Ottenbronn auf. Foto: Großmann

Die Wildtierhilfe ist immer dann im Einsatz, wenn Dachs, Storch oder Wildkatze in Gefahr sind. Jetzt rückten die Tierfreunde wegen eines Schwans in Ottenbronn aus. Der ungewöhnliche Besucher hatte es sich in einer Hofeinfahrt bequem gemacht, konnte aber zurück ins Tal an die Nagold gebracht werden. Mehr dazu lesen Sie in unserem (SB+)Artikel.

Althengstett-Ottenbronn/Calw-Stammheim/Wildberg - Eines der prächtigen Federtiere hatte sich prompt am Silvestermorgen in der Hofeinfahrt von Familie Dingler in Ottenbronn niedergelassen. Völlig ruhig und ohne Scheu vor Menschen inspizierte es den Hof sowie die Umgebung. Aufbrausend wurde das Tier erst später, als es eingefangen und an einem Abschnitt der Nagold unten im Tal wieder ausgesetzt werden sollte.

Sofort kam den Dinglers und auch der benachbarten Familie Holzäpfel der Gedanke, dass es sich bei dem ungewöhnlichen Besucher um eines der Exemplare handeln könnte, die kurz zuvor am Liebenzeller Stadtsee vermisst worden waren, was die Zutraulichkeit erklären würde wegen der vielen Spaziergänger dort, so Angelika Holzäpfel. "Bei uns konnte er aber natürlich nicht bleiben, also haben wir Hilfe geholt", berichtet Gertrud Dingler im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Ottenbronn sei schließlich mangels eines größeren Gewässers kein geeignetes Revier für Schwäne.

In solchen Fällen wird oft die Wildtierhilfe mit Sitz in Wildberg gerufen. "Das Jungtier wird von seinen Eltern vertrieben worden sein", schätzt Sandy Großmann, die sich seit drei Jahren bei der Wildtierhilfe engagiert. Ob es den Schwan von Liebenzell nach Ottenbronn verschlagen hat, kann freilich nicht überprüft werden.

Plötzlich war es aus mit der Gelassenheit

Einen Schwan einzufangen, ist gar nicht so einfach, auch für Geübte wie Großmann nicht. "Das geht eigentlich nur zu zweit, weil am besten einer Hals und Kopf in die Hände nimmt, damit das Tier nicht aufs Gesicht losgeht. Das kann sehr unangenehm werden", berichtet die Tierfreundin. Ohnedies sei ein solches Tier sehr schwer und bei Widerstand nicht gut festzuhalten. In Ottenbronn sei schließlich ein Netz zum Einsatz gekommen, weil der Schwan sich partout nicht fangen lassen wollte – aus war es mit der Gelassenheit und Zutraulichkeit.

"Wir haben den Jungschwan untersucht auf Verletzungen, haben aber keine gefunden, laufen konnte er einwandfrei", berichtet Großmann. Man habe ihn an die Nagold gebracht und ihn dort wieder guten Gewissens in die Freiheit entlassen können.

Weniger Glück hatte da unlängst ein Schwan im Calwer Ortsteil Stammheim, der nahe einer Gärtnerei gesichtet worden war. "Die Polizei hat uns angerufen und um Unterstützung beim Einfangen gebeten", sagt die Wildtierhelferin. Dieses Tier habe Probleme beim Laufen gehabt. Schwäne in solchen Fällen einzusperren, um sie gesund zu pflegen, sei für die gefiederten Patienten Stress pur. "Man kann einen Schwan schon mal einen halben Tag lang auf einer Wiese halten, dann muss er aber wieder ins Wasser können, sonst gehen die Schwimmhäute an den Füßen kaputt", weiß Großmann. Die Tiere würden sich nicht umsonst fast nur im Wasser aufhalten.

"Wer verletzte Wildtiere findet oder sie an ungewöhnlichen Orten entdeckt, wo sie nicht gut aufgehoben sind, kann über die Polizei mit uns Kontakt aufnehmen", sagt die Wildbergerin. Man sei mit den Polizeirevieren im Bereich Calw, Nagold und Böblingen gut vernetzt. Im vergangenen Jahr hatten Großmann und weitere Mitglieder der Wildtierhilfe alle Hände voll zu tun. Sie kümmerten sich um 38 Greifvögel und 331 Vögel aller Arten, ein Dutzend Eulen und 156 Säuger. Zu den eher seltenen Gästen zählten 2020 Schwan, Dachs, Storch, Wespenbussard, Eisvogel, Graureiher, Wildkatze, Baummarder und viele Spechtarten.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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