Es gibt immer mehr Waschbären in Horb. In einigen Großstädten sind die Tiere schon zur Plage geworden. Das sagt Wildtierbeauftragter Peter Daiker vom Landkreis.
Sie sehen so süß aus: die Waschbären. Doch in Großstädten wie Kassel sind sie schon zur Plage geworden. Dort werden sie bereits abgeschossen.
Peter Daiker, Wildtierbeauftragter des Landkreis Freudenstadt: „Auch in Horb gibt es immer mehr Sichtungen des Waschbären. Rexingen, Dettingen, Dießen, Mühlen. Selbst in der Kernstadt Horb wird der Waschbär gesehen.“
Damit könnte eine Plage drohen. Daiker: „Dann müsste man an Bejagung des Waschbären denken.“ Die Tiere werden geschossen oder mit Fallen gejagt. 2023 waren es laut Wild-Jagdbericht schon über 203.000 Waschbären, die in Deutschland getötet wurden.
Der putzige Waschbär – er ist eine invasive Art
Der scheinbar so „süße“ Waschbär – er ist das, was man durchaus aus invasive Art bezeichnen kann. 1934 wurde er in Hessen ausgewildert. Seitdem hat er sich massiv verbreitet. Und macht jede Menge Ärger: Der Waschbär nistet sich auf Dachböden und in Häuser ein und sorgt auch bei anderen geschützten Arten für Ärger. So häutet er Kröten, um das Fleisch zu fressen.
Deshalb mahnt der Wildtierbeauftragte des Landkreises: Jeder sollte mithelfen, damit die Waschbären in Horb nicht zur Plage werden.
So schützt sich Horb vor der Waschbärplage
Daiker: „Man darf die Tiere auf keinen Fall anlocken. Die Waschbären nisten sich dort ein, wo es Futter, Unterschlupf und Sicherheit gibt.“
Die erste Maßnahme ist es, die Tiere zu verscheuchen. Der Wildtierbeauftragte: „Das verscheuchen geht mit Pfeifen, einen Schuh oder ähnliches hinterherwerfen oder in die Hände klatschen. Wichtig ist auch, ihn nicht durch Futter anzulocken.“
Schutz vor Waschbär ist auch Schutz vor Ratten
Und das ist gar nicht so einfach. Wildtierbeauftragter Daiker: „Der gelbe Sack sollte nicht über Nacht rausgestellt werden, sondern erst am Morgen der Abholung. So etwas lockt auch Ratten an.“
Zweite Regel: Der Kompost im Garten sollte sauber sein – ohne Essensreste. Die sollten ausschließlich in die braune Biotonne. Auch diese sollte so gelagert werden, dass der Waschbär nicht ran kommt.
Daiker: Vögel füttern, aber nicht den Waschbär
Jetzt in der Kälte füttern viele die Vögel. Daiker sagt dazu: „Auch das erhöht das Futterangebot für Mäuse, Ratten und den Waschbären, wenn man das nicht richtig macht. Am besten ist: Hängevogelfutter an Äste hängen. Unten drunter ein kleines Podest bauen, damit das Futter nicht auf die Erde fällt. Um den Pfosten in der Erde sollte man eine 50 Zentimeter hohe Metallmanschette befestigen, damit der Waschbär dort nicht hoch kommt.“
Auch wichtig: Leerstehende Gebäude komplett abdichten. Daiker: „Der Waschbär klettert die Fassade hoch und kann auch Dachziegel zurück schieben.“
Der Wildtierbeauftragte hofft, dass mit diesen Maßnahmen der Waschbär nicht zur Plage in Horb wird. Daiker: „Sonst müssen wir die Jäger auf das Tier ansetzen.“