Häschen allein zuhaus: Während Tierhege anderswo im Lockdown öffnen durften, musste das Wildgehege schließen. (Archivfoto) Foto: Eyrich

Leicht sei das Jahr 2020 für den Verein nicht gewesen, sagt Hans-Jürgen Grzesch, Vorsitzender des Wildgehegevereins Meßstetten, bei der Hauptversammlung.

Meßstetten - Dass der Verein dennoch recht passabel durch die erzwungenen Stillstände kam, habe er einem überragenden Besuch nach der Pandemiezeit zu verdanken, den Spendern und der Einsatzfreude seiner Aktiven. Rund 1500 Stunden Einsatz hatten sie für die Pflege des Tierbestands auf rund 200.000 Qua­dratmetern Fläche aufgebracht. Grzesch zog auch eine erste Bilanz seiner zweijährigen Arbeit. Lehrreich und turbulent sei die Zeit gewesen. Sein Fazit war positiv.

Trotz Corona: Der Betrieb wurde aufrechterhalten. Manche Besucher verstanden nicht, dass das Wildgehege schließen musste, und rissen Absperrbänder ab. Als erneut gesperrt werden musste, baute der Verein zwar massive Hindernisse auf, doch auch sie wurden umgangen.

Das Landratsamt hatte die Einrichtung nicht als Gehege, sondern als Tierpark eingestuft, der laut Corona-Verordnung zu schließen war. Eine Begründung, warum vergleichbare Einrichtungen in Nachbarkreisen zur selben Zeit offen sein und Besucherrekorde vermelden durften, erhielt der Verein trotz mehrmaliger Nachfrage nicht.

Viele Besucher nach Wiedereröffnung

Nach der Wiedereröffnung strömten die Besucher wieder in Scharen herbei, was die Bedeutung des Wildgeheges als Naherholungsgebiet deutlich unterstreiche, betonte Grzesch und fügte stolz hinzu: Als einer der kleinsten Vereine der Stadt gestalte der Wildgehegeverein deren Aushängeschild.

Für das 50-Jahr-Jubiläum 2022 ist die Planung angelaufen. Der Kalender des Handels- und Gewerbevereins werde mit Bildern aus dem Gehege gestaltet sein. Am 1. Juli beginnt ein dreitätiges Fest mit Festakt.

Förster und Stadtrat Thomas Holl ging als Vertreter der Stadt auf die Bedeutung des Wildgeheges für Meßstetten ein und stellte sein Konzept zur Umformung der Landschaft in einen Mischwald vor. Die dann parkähnliche Erscheinung genössen aber wohl erst künftige Generationen.

Schriftführer Andreas Schellein ließ das Vereinsjahr mit Bildern Revue passieren und rief Arbeitseinsätze, den Bau neuer Futterhütten und des massiven Zauns am Schwarzwildgehege in Erinnerung. Gerd Rainer Kästle legte die Finanzen offen, die einen "tragbaren" Verlust aufwiesen.

Jörg Hohmann schlug Korrekturen der Vereinssatzung vor, die den Mitgliedern allerdings erst in der nächsten Hauptversammlung zur Abstimmung vorgelegt werden sollen. Dann sollen auch weitere Anpassungen eingepflegt sein und abgestimmt werden, die aufgrund von Änderungen im Vereinsrecht nötig seien, wie Oliver Rentschler darlegte. Ingo Kästle erhielt von Grzesch die Vereinsnadel für seine aktive Mitgliedschaft.