Verpackungen landen immer wieder im öffentlichen Raum: Müll auf einer Wiese im Weiler Rheinpark Foto: Beatrice Ehrlich

Höhere Bußgelder und eine „Clean-up-Kette“ sollen gegen Weiler Müll-Probleme helfen. Auch Bürger und Unternehmen sind zum Mitmachen aufgefordert.

Über viel Aufmerksamkeit und Lob von den Weiler Stadträten konnten sich Olga Anselm und Rebeka Schiessl nach der Vorstellung der von ihnen erarbeiteten Müllkampagne freuen.

 

Schon seit langem treibt der in bestimmtem Stadtgebieten herumliegende Müll die Weiler Bürger und Gemeinderäte um. Immer wieder wurde gefordert, etwas dagegen zu unternehmen.

Durch die kreisweite Plakatierungsaktion „Geht’s noch? Mach kein Mist“ wurde die Öffentlichkeit auf die Problematik des widerrechtlich in der Öffentlichkeit entsorgten Unrats aufmerksam gemacht.

Parallel dazu hat die Stadt Weil am Rhein die städtische Müllkampagne „Weil. Sauber. Besser“ ins Werk gesetzt und setzt damit ein zentrales Wahlversprechen Stöckers um.

Ist heute dank vereinter Kräfte von Stadt, Landkreis und Bahn kein Müll-Hotspot mehr: die Unterführung in der Weiler Hardstraße. Foto: Beatrice Ehrlich

Unsachgemäße Abfallentsorgung an Orten, wo viele Menschen unterwegs sind, die Entsorgung von Hausmüll, etwa im gelben Sack oder neben Abfallbehältern, sowie das sogenannte „Littering“, das achtlose Wegwerfen von Verpackungen und Zigarettenkippen in der Öffentlichkeit, werden von den Verfasserinnen als zentrale Probleme identifiziert.

Um dem entgegenzuwirken, wurden bereits mehrere Maßnahmen ergriffen: So übernimmt der Betriebshof im Rahmen einer Sonderregelung die Reinigung der Altglasstandorte. In Kooperation mit der Deutschen Bahn erfolgt alle sechs Wochen eine professionelle Säuberung des Hangs entlang der Hardstraße in Friedlingen, an der jeweils auch ein Mitarbeiter der Stadt beteiligt ist. Das Gelände der Landesgartenschau (LGS) werde kontinuierlich von der LGS GmbH gepflegt, der Rheinpark werde täglich vom Betriebshof gereinigt.

Hier wird jetzt noch öfter sauber gemacht: der Rheinpark in Friedlingen Foto: Beatrice Ehrlich

Sobald ein Fall illegaler Müllentsorgung festgestellt werde und der Verursacher ermittelt werden kann, werde umgehend ein Bußgeld fällig. Dieses könne bis zu 5000 Euro betragen, informierte Rechts- und Ordnungsamtsleiterin Ellen Nonnenmacher auf Nachfrage aus dem Rat.

Ergänzend gibt es Clean-Up-Aktionen verschiedener Gruppen, etwa dem Quartierstreff Friedlingen, dem Trinationalen Umweltzentrum (Truz), der Realschule, der Ortsverwaltung sowie des Sportvereins Märkt, des Quartierszentrums Wiki und von Weiler Kindergärten. Dabei wird von Freiwilligen mit Unterstützung der Stadt auf Straßen, Plätzen sowie in städtischen Naturschutzgebieten herumliegender Abfall eingesammelt.

Sechs Maßnahmen für ein sauberes Weil

Mit sechs Maßnahmen soll nun der nächste Schritt gemacht werden, führte Schiessl die in den vergangenen Monaten entwickelten Ideen auf: So soll die Zahl der Clean-Ups in den Stadtteilen höher werden.

Noch nicht gelöst: die Ablagerung von Bauschutt und Müll auf einem Gehweg an einer Dauerbaustelle in der Friedlinger Hardstraße Foto: Beatrice Ehrlich

Die Idee ist, dass sich nach und nach immer mehr Gruppen, Vereine, aber auch Unternehmen an den Gemeinschafts-Müllsammelaktionen beteiligen. Eine entsprechende Zusage habe sie beispielsweise bereits vom Geschäftsführer der Mc-Donalds-Filiale in Friedlingen erhalten, teilte Oberbürgermeisterin Stöcker mit. Dieser sei sich der Müllbelastung im Stadtteil gar nicht so bewusst gewesen, berichtete sie.

Aufklärung in vielen Sprachen

Die korrekte Entsorgung soll in verschiedenen Sprachen großflächig verbreitet werden, etwa über Social-Media-Kanäle und Hausverwaltungen.

Müllbehälter sollen mit Piktogrammen und Bußgeldhinweisen ausgestattet werden. Durch höhere Bußgelder soll eine abschreckende Wirkung erzielt werden.

Hinzukommen sollen ferner Projekte zu Mülltrennung und Recycling in Schulen und anderen Bildungsorten sowie Aufklärung per Social Media.