Das Häs der Schloßbühl-Jäger ist von der Kleidung eines Jägers im Mittelalter inspiriert. Foto: red

In Lahrs größtem Stadtteil wird gefeiert – erst bei der Wilden Nacht, dann mit einem Umzug, mit dem die Schloßbühl-Jäger ihr 33-jähriges Bestehen begehen.

Im vergangenen Jahr hatte die Sulzer Ranzengarde riesiges Pech mit der Terminwahl: Der Umzug zu ihrem 44-jährigen Bestehen war für den 23. Februar geplant, der dann aber auch für die Neuwahlen des Bundestages nach dem Ampel-Aus gewählt wurde. Ein närrischer Zufall, der letztlich auf Kosten der Fasentfreunde ging, denn der Umzug wurde bekanntlich abgesagt.

 

Um so mehr freue man sich im Stadtteil nun auf das bevorstehende Wochenende, sagt Ortsvorsteherin Nicole Baur im Gespräch mit unserer Redaktion: „Die Sulzer haben Lust darauf“. Nachdem der Umzug im Vorjahr ausfallen musste, habe man nun noch mehr Herzblut in die Vorbereitung gesteckt. Zumal auch in diesem Jahr ein Narrenjubiläum anstehe – das der Schloßbühl-Jäger. Die schlossen sich vor 33 Jahren gleich nach ihrer Gründung mit der Ranzengarde Sulz zusammen, einer fasnachtsverrückten Stammtischclique. Seit jener Zeit bilden die Schloßbühl-Jäger und die Ranzengarde eine Einheit.

Bei der Zuteilung des Waldes kamen die Sulzer zu kurz

Der Name der Jubiläumszunft geht auf eine Sage aus dem Sulzbachtal zurück: In der Zeit der Ritter und Burgen wurde der Ort Sulz vom Schlossherrn auf dem Schloßbühl bei der Verteilung der Wälder schlecht behandelt. „Alle bekamen ein großes Waldstück, nur die Sulzer nicht“, wird auf der Internetseite der Zunft geklagt. „Außer sich vor Wut stürmten die Sulzer auf den Schloßbühl und verbannten den Schloßherrn.“ Dafür müsse er noch heute büßen: Als „ewiger Jäger“ soll er Nacht für Nacht im Sulzbachtal umherschweben. Nur einmal im Jahr, wenn die fünfte Jahreszeit beginnt, darf er ins Dorf hinunter steigen …

Inspiriert von der Sage wurde das Häs der Schloßbühl-Jäger entworfen, das der Kleidung eines Jägers im Mittelalter gleicht. Eine Holzmaske mit Fell ergänzt das Kostüm.

Baur ist bekanntlich nicht nur Ortsvorsteherin, sondern auch Hästrägerin der „Schlossis“. Der Zunft gehört sie seit 18 Jahren an, sie sie ist dort auch Teil des dreiköpfigen Vorstandsteams. Man sei im Verein überwältigt gewesen vom großem Interesse am Umzug, teilt sie erfreut mit. 71 Zünfte und Gruppen gehen am Sonntag auf die Strecke, der Musikverein Sulz an der Spitze, wobei sich die Zuschauer auch auf einige Umzugswagen freuen können.

Narrendorf zieht sich von der Kirche bis zum Rathaus

Die Teilnehmerliste kann man auf der Homepage der Zunft einsehen. Natürlich ist vor allem die Lahrer Fasentszene gut vertreten, es haben sich aber auch viele Zünfte aus dem Schwarzwald und aus Nordbaden angesagt. Die gastgebenden Schlossbühl-Jäger sind mit den Schlossi-Kids auf der Strecke vertreten, während die älteren Zunftmitglieder bei der Organisation des Spektakels gebraucht werden.

Baur verspricht für das kommende Wochenende in Sulz eine fröhliche Stimmung. Für sie selbst bedeute die Fasent „Brauchtum, Tradition und einfach Spaß“. Ihr gefalle auch, dass man mit vielen Menschen zusammenkomme, die man sonst nicht so häufig sieht.

Das dürfte vor allem auch im Narrendorf passieren, für das Schlossbühl-Jäger und Ranzengarde mehrere Partyzelte ankündigen. Das Dorf wird wie gewohnt vor allem bei der katholischen Kirche aufgebaut, wird sich mit einzelnen Ständen aber bis zum Rathaus erstrecken.

Bei der Wilden Nacht soll die Post abgehen

Nun steht am Wochenende in Sulz nicht „nur“ ein Umzug an, sondern auch die unter Feierwütigen fast schon legendäre Wilde Nacht. Die trägt ihren Namen nicht umsonst, können alle bestätigen, die schon mal dabei waren. Es ist das 16. Fest dieser Art, das am Samstag in der Sulzberghalle gefeiert wird. Wer dabei sein will, muss mindestens 18 Jahre alt sowie möglichst kostümiert sein und sollte vor Menschenmassen keine Angst haben. Denn es wird natürlich wieder voll. Die Vorverkaufskarten sind laut Verein alle schon vergeben. Es wird auch eine Abendkasse geben, wobei die Zunft allen ohne Ticket dringend ans Herz legt, schon vor der Saalöffnung um 19.29 Uhr da zu sein.

Das Programm

Samstag:
Die Wilde Nacht geht in der Sulzberghalle über die Bühne. Dabei ist in der Kulturhalle Abfeiern mit der Party-Band Querbeat angesagt, außerdem sind dort Guggemusiken, Show- und Brauchtumstänze angesagt. In der Sporthalle steigt laut Ankündigung eine „Megaparty“ mit der Jägerbar und DJ Black Jack. Laut Verein können die Gäste sich auf eine „irre Light-Show, bombastischen Sound und unzählige Party-Highlights“ einstellen.

Sonntag:
Der Umzug beginnt um 14.01 Uhr. Unterstützt wird die Zunft von örtlichen Vereinen und Anwohnern, die auch entlang der Strecke Verkaufsstände betreiben. Nach dem Umzug geht das Narrentreiben im Ortskern mit Kulinarischem und Musik weiter. Die Ortsdurchfahrt ist von Sonntagmittag bis gegen 18 Uhr gesperrt.