Dem Bahnhof und seiner Umgebung messen Stadt und Gemeinderat einen hohen Stellenwert bei. Foto: Geisel

Das "Zentrum Unterstadt" in Wildberg ist das neueste der drei laufenden Sanierungsgebiete der Schäferlaufstadt. Die ersten vorbereitenden Maßnahmen wurden Ende dieses Jahres abgeschlossen.

Wildberg - Im April 2021 hat der Gemeinderat den Beginn der vorbereitenden Untersuchungen beschlossen. Mit deren Durchführung ist die Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH betraut. Von Juni bis Oktober 2021 wurden die Eigentümer in Form von privaten Gesprächen und anhand eines Fragebogens beteiligt. Die vorbereitenden Untersuchungen wurden mit der Vorstellung der Ergebnisse abgeschlossen, um anschließend das Sanierungsgebiet sowie die Fördergrundsätze förmlich festzulegen.

"Alte Lateinschule" mit drin

Im angedachten Geltungsbereich befindet sich auch die sogenannte "Alte Lateinschule" (Am Schlossgraben 9). Das Wohnhaus gehört der Stadt und steht unter Denkmalschutz. Mit der Möglichkeit der Sanierungsförderung rückt eine Instandsetzung näher.

Hoher Sanierungsbedarf

Der Umzug des Jugendtreffs von der Talstraße 2 in das frühere Feuerwehrhaus in der Schloßstraße, die denkmalgeschützte ehemalige Zehntscheuer, konnte jüngst über die Bühne gebracht werden. Da die ehemalige Zehntscheuer im Eigentum der Stadt ist und zukünftig auch öffentlich genutzt werden soll, wird auch das Gebäude für Modernisierung und Umbau in den Geltungsbereich aufgenommen. In diesem Areal ist allgemein ein hoher Sanierungsbedarf festzustellen. Daher wurde die Eigentümerbefragung sowie die Abgrenzung des Untersuchungsgebietes der vorbereitenden Untersuchungen um dieses Quartier an der Schloßstraße erweitert.

Eigentümer sind interessiert

Es wurden insbesondere Mängel bei der baulichen Beschaffenheit sowie der energetischen Beschaffenheit des Bestandes unter Berücksichtigung der allgemeinen Anforderungen an den Klimaschutz und die Klimaanpassung festgestellt. Bei der Befragung zeigte sich eine Mitwirkungsbereitschaft seitens der Eigentümer. Kernthemen sind die energetische Modernisierung und der altersgerechte Umbau des Gebäudebestandes. Das Quartier ist städtebaulich nur durch den Bereich um die Evangelische Martinskirche vom eigentlichen Sanierungsgebiet getrennt. Damit private Eigentümer auch in diesem Bereich die Chance auf eine Förderung haben, soll das "Zentrum Unterstadt" um die "Insel" zwischen Gartenstraße, Schloßstraße und Am Schloßgraben erweitert werden.

Bahnhofsareal genießt hohen Stellenwert

Das Gebiet um den Bahnhof ist ein Ankunftsort, ein Dreh- und Angelpunkt des täglichen Lebens. Deswegen nimmt dessen Neugestaltung und städtebauliche Weiterentwicklung einen besonderen Stellenwert ein. Der ehemalige HL-Markt und der darüber liegende Jugendtreff sollen weichen, da die Bausubstanz abgängig ist und so Platz für ein neues Wohnhaus und Dienstleistungszentrum mit attraktiven Nutzungen und Gestaltung des öffentlichen Raumes geschaffen werden kann. Die Projektentwicklung soll somit das neue Herz der Unterstadt darstellen. Das Grundstück ist im Besitz der Stadt Wildberg.

Städtebauliches Konzept

Ziel ist es, nach dem Abbruch im Jahr 2022 das Projektgrundstück zu entwickeln und neu bebauen zu lassen. Da die Gestaltung des Grundstückes positive Auswirkungen auf die Wahrnehmung und das Erscheinungsbild der ganzen Stadt haben soll, wurde im Vorfeld ein städtebauliches Konzept zum "Zentrum Unterstadt" erarbeitet.

Begleitet und unterstützt wird dieses Vorgehen durch den vom Gemeinderat eingerichteten Gestaltungsbeirat. Erste Interessentengespräche wurden schon erfolgreich geführt.

Stadt sucht Investor

Das Bahnhofsgebäude sowie das angrenzende Grundstück sollen an einen Investor veräußert werden. Durch eine Neugestaltung soll ein attraktives Wohngebäude mit gewerblichen Nutzungen im Erdgeschoss im Einklang mit der Umgestaltung des Bahnhofvorplatzes entstehen. Aus diesem Grund führt die Stadt für den Umbau des Bahnhofsgebäudes ein zweiphasiges Investorenauswahlverfahren durch.

Pilsstube weicht Anbau

Zur Deckung des innerstädtischen Wohnbedarfes sollen Wohnungen entstehen. Die Gestaltung der die Gebäude umgebenden Freiflächen ist ebenfalls von besonderer Bedeutung und muss mit der Umgestaltung des Bahnhofsplatzes kompatibel sein. Der Anbau, für den die "Pilsstube" weichen musste, bildet eine notwendige Ergänzung für ein funktionales Wohngebäude und soll die innere Erschließung sicherstellen. Das Grundstück soll im März 2022 vergeben werden.

Der Förderrahmen im "Zentrum Unterstadt" beträgt zwei Millionen Euro, die Finanzhilfe 1,2 Millionen Euro. Das Gebiet ist bewilligt bis zum 30. April 2028. Aktuelle Informationen zum Sanierungsgebiet werden auf einer Projektseite bereitgestellt. Diese ist online zu finden unter www.stadtentwicklungsmanager-im-dialog.de/zentrum-unterstadt-wildberg.