Der Festzug des Wildberger Schäferlaufs beginnt traditionell mit ihnen: den Fahnenträgern. Deshalb sind sie heute unverzichtbar für den Schäferlauf.
Seit mehr als einem Jahrzehnt übernehmen Oliver Walz, Thomas Gentner, Michael Brenner und Andreas Friedrich diese Aufgabe.
Oliver Walz ist seit 2014 als Fahnenträger dabei, erzählt er unserer Redaktion. In ihrer heutigen Zusammensetzung besteht die Fahnenordnung seit 2013. Damals mussten Thomas Gentner, Michael Brenner und Oliver Walz kurzfristig einspringen.
„Da haben wir gesagt: Kein Thema, machen wir“
Nachdem der langjährige Fahnenträger Alfred Dürr, der das Amt rund 50 Jahre innehatte, tödlich verunglückt war, musste schnell Ersatz gefunden werden. „Dann mussten wir ganz schnell reagieren, denn im Juli war in Bad Urach der nächste Schäferlauf“, erinnert sich Walz.
Die Stadt fragte damals mehrere Mitarbeiter, ob sie die Aufgabe übernehmen würden. „Da haben wir gesagt: Kein Thema, machen wir.“ Vor acht Jahren kam Andreas Friedrich hinzu und vervollständigte das aktuelle Wildberger Fahnenträger-Quartett.
Die vier vertreten Wildberg nicht nur beim heimischen Schäferlauf, sondern auch bei den Schäferläufen in Bad Urach und Markgröningen. „Groß vorbereiten muss man sich auf den Lauf nicht“, sagt Walz.
Die Uniform besteht aus weißer Hose, weißem Hemd, roter Uniformjacke und schwarzem Dreispitz. Der Dreispitz gehört nicht nur zur Tradition, sondern schützte die Männer ebenfalls bei starkem Regenguss in Markgröningen. „Da muss man dann mit dem Plastikmantel durch“, erzählt Walz.
Die Aufgaben der Fahnenträger sind vielfältig: Neben dem Festzug wirken sie außerdem bei der Krönung mit. Am Morgen des Schäferlaufs überreichen sie traditionell die Zunftfahne an Bürgermeister Ulrich Bünger.
Große Hitze beschädigte die Fahne
„Früher war die Fahne eine originale Tafel von 1723“, erzählt Walz. Über Jahrhunderte wurde die historische Tafel beim Schäferlauf mitgeführt.
Erst nachdem sie durch große Hitze beschädigt worden war und sich Blasen am Rahmen und Bild gebildet hatten, ersetzte man diese durch eine gestickte Fahne mit demselben Motiv.
Viel Vorbereitungszeit auf den anstehenden Schäferlauf Mitte Juli benötigen die vier heute nicht mehr. „Wir haben jahrelang miteinander geschafft“, sagt Walz. Während einer der Männer die Fahne trägt, begleiten ihn zwei weitere. Das vierte Mitglied zieht in Wildberg den Wagen der Schäferzunft.
So stehen die Fahnenträger auch heute noch an der Spitze des Schäferlaufs und führen eine Tradition fort, die seit Jahrhunderten zum Wildberger Fest gehört. Auch bei den kommenden Läufen soll diese bewahrt werden.