Im Sanierungsgebiet „Zentrum Unterstadt Wildberg“ sind schon etliche Maßnahmen gelaufen. Das alte Bahnhofsgebäude steht aber immer noch zum Verkauf. Foto: Uwe Priestersbach

Eins abgehakt, zwei in vollem Gange: Die Sanierungsgebiete in Wildberg, Gültlingen und Sulz nahmen breiten Raum in der jüngsten Sitzung des Wildberger Gemeinderats ein.

„Das ist ein umfangreiches Paket“, machte Bürgermeister Ulrich Bünger einleitend deutlich, dass die Sanierungsgebiete in der Schäferlaufstadt und ihren Ortsteilen ein ausgesprochen wichtiges Werkzeug für die Innenentwicklung bilden. So habe man sich die Entwicklung der alten Ortsmitten auf die Fahnen geschrieben, die der Rathauschef als Erfolgsgeschichte bezeichnete.

 

Vor diesem Hintergrund und nach umfassender Information war es kein Wunder, dass der Gemeinderat in dieser Woche einstimmig die Sachstandsberichte für die Sanierungsgebiete „Zentrum Unterstadt Wildberg“ und „Ortsmitte Gültlingen“ billigte sowie offiziell den Abschluss des Sanierungsgebietes „Sulz am Eck“ beschloss.

Zentrum Unterstadt Wie Till Brieger von Fachbereich Planen und Bauen im Wildberger Rathaus dem Gremium berichtete, beträgt der Förderrahmen für das Sanierungsgebiet „Zentrum Unterstadt Wildberg“ 3,5 Millionen Euro, an denen sich Bund und Land mit Fördermitteln von 2,1 Millionen Euro beteiligt. Bislang wurden Kosten von 2,02 Euro Millionen Euro zur Förderung angemeldet. Brieger betonte: „Wir haben noch genügend Mittel, aber mittelfristig ist sicher ein Aufstockungsantrag erforderlich“.

Zu den in diesem Jahr durchgeführten kommunalen Maßnahmen gehören die Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes mit Herstellung eines Buswendebereichs sowie der Modernisierung des Toiletten- und Wartehäuschen. Daneben wurden neun private Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt. Zu den nächsten Schritten zählen die Kindergarten-Sanierung im Gemeindezentrum und die weitere Modernisierung und der Verkauf des Bahnhofsgebäudes.

In Sachen Wohn- und Geschäftshaus auf dem Areal des ehemaligen HL-Marktes sei derzeit aufgrund der konjunkturellen Lage unklar, wie mit der Projektentwicklung weiter verfahren werden könne. Zwar laufen weiterhin Gespräche mit dem Investor und potenziellen Nutzern, doch die geplante Umsetzung der Maßnahme gestalte sich schwierig. So werde man sich im kommenden Jahr möglicherweise Gedanken über veränderte konzeptionelle Grundlagen machen.

Gültlingen Über den aktuellen Stand der Sanierungsgebiete in Gültlingen und Sulz informierte Manuela Mainka von der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung den Gemeinderat. Der Förderrahmen liegt in Gültlingen bei 5,67 Millionen Euro, die Finanzhilfen des Landes werden mit 3,4 Millionen Euro beziffert. Bislang wurden 2,01 Millionen Euro abgerufen, unter anderem für 26 private Sanierungsmaßnahmen. Die umfassende Sanierung des Rathauses befindet sich zurzeit in der Umsetzung und soll Mitte 2026 abgeschlossen sein. Als „Schlüsselprojekt“ bezeichnete Manuela Mainka die neue Ortsmitte mit vielen Einzelmaßnahmen, wie Backhaussanierung, Neubau Kindertagesstätte oder die Ertüchtigung des Feuerwehrhauseses. Mit einer Fertigstellung aller Vorhaben rechnet sie bis 2031. Auch sie geht davon aus, dass eine eine Aufstockung der Mittel erforderlich wird.

Sulz am Eck Nach 16 Jahren kommt jetzt das Sanierungsgebiet „Sulz am Eck“ mit der Aufhebung der Sanierungssatzung sowie der Festsetzung der Ausgleichsbeträge zum Abschluss. Während der Sanierung erhöhte sich der Förderrahmen auf zuletzt 5,62 Millionen Euro. Manuela Mainka unterstrich, dass die Finanzhilfen des Landes mit 3,37 Millionen Euro komplett abgerufen wurden.

Dabei konnten alle gesetzten Sanierungsziele umgesetzt werden – von der gestalterischen Verbesserung des Ortsbildes über die Modernisierung und Instandsetzung verschiedener Gebäude und Wohnungen bis zur energetischen Sanierung gemeindeeigener Gebäude. Neben 25 privaten Modernisierungsmaßnahmen nannte Manuel Mainka ebenso die Modernisierung von Gemeindehalle und Backhaus sowie den Kindergartenanbau.

Stimmen aus dem Rat In der anschließenden Diskussionsrunde stellte Gerhard Ostertag für die CDU-Fraktion fest, dass man „überwiegend von Erfolgsgeschichten reden kann“. Vor allem in Wildberg und Gültlingen stehe man längst noch nicht am Ende der Entwicklungen, dafür aber noch vor einigen Herausforderungen. Ostertag dankte dem Land für „die großzügige Unterstützung“. Mit Blick auf Zuschüsse in der Größenordnung von rund neun Millionen Euro ist für den Fraktionschef klar: „Die drei Sanierungsgebiete wären ohne die Förderung durch das Land nicht möglich gewesen“.

Für die Freien Wähler machte Rolf Dittus deutlich, dass man trotz finanziell schwieriger Zeiten „eine wahnsinnige Innenentwicklung erreicht hat“. Die Sanierungsgebiete sind für ihn ein „Musterbeispiel dafür, wie man Steuergeld sinnvoll verwenden kann“.

Gültlingens Ortsvorsteher Walter Baur bezeichnete die Sanierungsgebiete als wichtiges Instrument zur Verbesserung des Ortsbildes – zu der neben den öffentlichen auch viele private Maßnahmen beitragen. Gerade in Gültlingen müsse der Ortskern allerdings noch weiterentwickelt werden, machte Baur deutlich.