Die Freude über den Erfolg beim Kronenpokal ist groß: Rainer (von links) und Claus Weitbrecht, Marius Störzer, Josiah Messal und Bürgermeister Ulrich Bünger. Foto: Geisel

Josiah Messal und Marius Störzer haben sich beim Kronenpokal super geschlagen. Ihr Einsatz und ihr Wille bringen sie als Köche weiter – davon sind ihre Chefs und Bürgermeister Ulrich Bünger fest überzeugt.

Wildberg - Intensives Üben, auch in der Freizeit, Kreativität am Herd und die Unterstützung ihrer Chefs in der Küche haben Josiah Messal und Marius Störzer zu einem großen Erfolg beim Kronenpokal verholfen. Mitte Oktober traten die beiden Auszubildenden vom Talblick gegen sechs andere angehende Köche aus dem Nordschwarzwald an und maßen ihr Können in Theorie und Praxis.

 

Der Wettbewerb richtet sich an Auszubildende zum Koch in ihrem dritten Lehrjahr. Aufgrund der Pandemie fand der Wettbewerb nun gleich zu Beginn des Lehrjahres statt, was Josiah Messal und Marius Störzer den Theorieteil schwierig machte. Die beiden waren in diesem Lehrjahr nämlich noch gar nicht in der Berufsschule. "Beim Kochen waren beide top", weiß Talblick-Chef Claus Weitbrecht. Allerdings hatte Marius Störzer in der Theorie einen Blackout, weswegen es für ihn "nur" zum vierten Platz reichte. Bei nur sechs Punkten Unterschied zu Platz eins ist das aber dennoch eine super Leistung.

Teil der Zutaten vorgegeben

Diesen ersten Platz sicherte sich Josiah Messal. Als Vorspeise servierte er eine Pfifferlingssuppe, Pfifferlings-Gyoza und gebackenen Eidotter, als Hauptgang Lammrücken im Kartoffelmantel mit Auberginen-Cannelloni und Rosmarin-Jus. Abgerundet wurde das Drei-Gänge-Menü, für das ein Teil der Zutaten vorgegeben war, durch ein Basilikum-Parfait mit gefüllten Erdbeer-Joghurt-Pfannkuchen. Bürgermeister Ulrich Bünger gratulierte Josiah Messal und Marius Störzer zu ihrem Erfolg und überbrachte beiden ein Geschenk. Gleichzeitig rührte er die Werbetrommel für diesen "wunderbaren Beruf", den man "mit Leidenschaft und Überzeugung" ausüben müsse, wie der ausgewiesene Hobbykoch weiß.

Bünger freute sich, dass das Restaurant Talblick so "hervorragenden Nachwuchs" gefunden hat. Denn unabhängig vom Ergebnis hatten beide Spaß an dem Wettbewerb und haben sich bereits bei den Vorbereitungen voll reingekniet. Das zeichne die beiden Auszubildenden auch aus, versicherte Claus Weitbrecht. Deswegen haben er und sein Bruder Rainer Weitbrecht auch gerne ihre eigene Freizeit investiert, um den beiden Azubis bei den Vorbereitungen zu helfen. "Das ist ein Geben und Nehmen", findet Claus Weitbrecht.

Engagierte Auszubildende sind schwer zu finden

Engagierte Auszubildende sind wichtig für die Gastronomie – und Mitarbeiter generell das Wertvollste im Betrieb –, allerdings nicht einfach zu finden. Die Branche sei ebenso von mangelndem Nachwuchs gebeutelt wie viele andere, erzählt Claus Weitbrecht. Dabei sei es schade, wenn die Möglichkeit fehle, auch einfach mal "schön essen zu gehen". Im Kreis gebe es gute Ausbildungsmöglichkeiten, das sehe man auch am Dehoga-Campus, auf dem der Kronenpokal ausgetragen wurde: "Die Infrastruktur ist da." Für eine Ausbildung zum Koch brauche es Fingerfertigkeit, die Fähigkeit, genau zu arbeiten, sowie Liebe zum Produkt und zur Küche. Den Rest könne man mit "Engagement, Wille und Einsatz" lernen, wirbt Claus Weitbrecht um neue Bewerber.

Koch sei „ein herausfordernder Beruf“, so Ulrich Bünger, aber auch eine kreative Tätigkeit. Wichtig sei, dass man seinen Beruf gerne ausübt.

"Wanderschaft" nicht unüblich

Das tun Josiah Messal und Marius Störzer auf alle Fälle. Messal möchte vielleicht noch sein Abitur nachholen und Culinary Management studieren. Störzer plant, in der Welt herumzukommen und dabei die verschiedenen Küchen kennenzulernen. Ein Hotelmanagement-Studium könnte er sich ebenfalls vorstellen, um die Basis für eine spätere Selbstständigkeit zu schaffen. Solche "Wanderschaften" seien für Köche durchaus üblich, weiß Claus Weitbrecht. Das mache es aber natürlich schwieriger, Mitarbeiter langfristig zu halten.

Und das, obwohl Josiah Messal und Marius Störzer beide von ihrem Ausbildungsbetrieb überzeugt sind. Sie kennen sich aus der Berufsschule, wo sie sich öfter über das Restaurant Talblick unterhielten und Josiah Messal von der Kombination von gehobener und bodenständiger Küche berichtete. Marius Störzer sah sich die Webseite an, wo ihn vor allem die Desserts ansprachen. Also wechselte er vor drei Monaten den Ausbildungsbetrieb. Zudem gefallen ihm das selbstständige Arbeiten, die familiäre Atmosphäre und dass man einen direkten Ansprechpartner habe. "Man bekommt alles vom Ablauf mit", erzählt er, vom Rohprodukt bis zum fertigen Gericht. Und auf dem Weg dorthin könne jeder mitdenken und sich einbringen.

Lehrlinge können "goldene Spuren" hinterlassen

Für die Weitbrechts ist eine gute Ausbildung wichtig. Hochqualifizierte Führungskräfte können ihr Wissen weitergeben – was Claus und Rainer Weitbrecht gerne tun – und die Lehrlinge wiederum können "goldene Spuren" hinterlassen. Die Brüder glauben fest an die Fähigkeiten von Josiah Messal und Marius Störzer und wünschen ihnen, einmal so gute Lehrlinge zu bekommen, wie sie es jetzt sind.