Ihr Debüt hat sie nur auf den Geschmack gebracht: Mit "Österbergmord" legt Helena Reinhardt ihren zweiten Kriminalroman vor. Foto: Geisel

Mit "Österbergmord" legt die Wildberger Autorin Helena Reinhardt ihren zweiten Kriminalroman vor. Wer ihr erstes Werk, "Sonnwendtod" gelesen hat, wird alte Bekannte wieder treffen.

Wildberg - Kaum hat Silvia Salomon ihr erstes gefährliches Abenteuer überstanden, erschüttert ein Todesfall ihr beschauliches Leben. Oder besser gesagt: das ihrer Tochter Viola. Die beiden Frauen entschließen sich, zu ermitteln und erhalten dabei wieder Unterstützung von HD Kugele.

Sie sind schon ein ungewöhnliches Ermittler-Team: Silvia Salomon ist Autorin und lebt in Wildberg. Ihre Tochter Viola ist Stadtgeografin an der Uni Tübingen. Und HD Kugele ist Journalist, der ursprünglich mal eine Titelstory witterte, als Silvia Salomon unter Mordverdacht geriet. Ihre letzten Mordermittlungen haben sie zusammengeschweißt und als nun ein Freund und Arbeitskollege von Viola unter merkwürdigen Umständen vom Österbergturm in Tübingen stürzt, können die drei erneut nicht anders, als selbst auf Spurensuche zu gehen.

Tochter steuert neue Perspektive bei

Ein nicht ganz ungefährliches Unterfangen, doch zum Glück muss im realen Leben niemand um sein Leben fürchten, und es wurde auch niemand ermordet. Bei "Österbergmord" handelt es sich nämlich um das neue Buch aus der Feder von Helena Reinhardt, das neben Spannung und mörderischen Geheimnissen auch humorvolle Szenen und positive zwischenmenschliche Beziehungen behandelt. Die Wildbergerin führt in ihrem zweiten Krimi die Geschichte um die Protagonisten aus ihrem Erstlingswerk "Sonnwendtod" fort, hat sich aber bewusst für eine etwas andere Richtung entschieden. Diesmal sollte sich die Geschichte nicht komplett um Silvia Salomon drehen, sondern etwa zur Hälfte auch aus der Perspektive der Tochter erzählt werden.

Neuer Schauplatz: Tübingen

Kaum hatte sie ihr erstes Buch geschrieben – es war noch nicht einmal veröffentlicht – reifte in Helena Reinhardt die Idee für das nächste. "Ich möchte einfach weiterschreiben mit diesen Charakteren", das war ihr schnell klar. Aber auch, dass das zweite Buch anders wird als das erste. Helena Reinhardt möchte in keine Schublade passen. Deswegen greift "Österbergmord" zum Teil andere Themen auf, und mit Tübingen kommt auch ein neuer Schauplatz hinzu. Die Autorin suchte einen Ort, der nicht so überschaubar ist, und ein Szenario, das wie ein Unfall gedeutet werden könnte. Klar war: Das Opfer soll hinuntergestoßen worden sein. Da bot sich der Turm auf dem Tübinger Österberg an.

Ein "Prepper" stürzt in den Tod

Fest stand zudem, dass Themen aus Helena Reinhardts "Sammelsurium" an Ideen aufgegriffen werden sollen, in diesem Fall "Prepper" und "Urban Exploring". "Prepper" bereiten sich auf verschiedene Katastrophenszenarien vor und führen entsprechende Übungen durch. Tom Rosenberg, das Opfer in "Österbergmord", "hat das schon ziemlich auf die Spitze getrieben", verrät Helena Reinhardt. Deswegen war er auch auf dem Österbergturm: Er wollte eine Kletterübung absolvieren.

An Verdächtigen herrscht kein Mangel

Verdächtige gibt es viele, von Mitgliedern von Prepper-Gruppen bis hin zu irakischen Studenten und Studenten aus einer schlagenden Verbindung. Bei ihren Recherchen geraten Silvia, Viola und HD erneut in Gefahr, Schlussendlich sind sie es jedoch, die den Fall aufklären. Leser dürfen gespannt sein, welches düstere Geheimnis aus Rosenbergs Vergangenheit zu seiner Ermordung geführt hat.

Die Vorbereitungen für den dritte Band laufen schon

Obwohl die Tinte des zweiten Buches noch nicht trocken ist, arbeitet sie bereits an einer weiteren Fortsetzung. "Ich habe schon mal angefangen, Ideen zu sammeln", verrät Reinhardt. Der dritte Teil geht voraussichtlich wieder etwas mehr in die Richtung des ersten Buches. Demnächst will sie dem Verlag ein Exposé vorlegen. Damit wartet Helena Reinhardt gerne bis zur Fertigstellung eines Buches. Denn auch wenn sie gezielt auf eine Lösung hinarbeitet, entwickeln sich ihre Geschichten meist noch während des Schreibens. "Ich bekomme zwischendurch immer wieder tolle Ideen, die dann auf ganz andere Wege führen", beschreibt Helena Reinhardt ihren Schaffensprozess. "Ich komme manchmal in einen Flow, wo ich denke: Das machst Du jetzt ganz anders, das ist doch viel besser."

Erstmal ist Helena Reinhardt jetzt aber gespannt, wie ihr neues Buch bei den Lesern ankommt, und freut sich schon auf Feedback: "Ich habe total gerne Rückmeldungen."