Was macht den Gartenteich für Frösche attraktiv? (Symbolbild) Foto: Françoise Hauser/dpa-tmn

Frösche und Kröten sind wieder auf Brautschau. Wie der Garten amphibienfreundlich wird, hat Peter Korbel vom Schwarzwaldverein Wildberg einige Tipps.

Vor einigen Wochen schockierte ein Fund die Tierschützer im Kreis Lörrach. Etwa 100 Frösche waren in einen Schacht gefallen und konnten sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien. Was können Gartenbesitzer tun, damit sich bei ihnen Frösche und andere Amphibien wohlfühlen?

 

Peter Korbel, beim Schwarzwaldverein Wildberg für den Amphibienschutz zuständig, kennt einige hilfreiche Tipps, wie ein Garten amphibienfreundlich gestaltet werden kann.

Erdkröten haben auch Frühlingsgefühle. (Symbolbild) Foto: Pia Bayer/dpa

Ungewöhnlich sei das nicht, was im Kandertal passiert ist. Viel mehr sei es „Gang und Gebe“, dass Frösche, Kröten und Co. in Schächte rutschen und vielleicht von Menschen herausgeholt werden müssen. Das sei keine Besonderheit des Kandertals. Das passiere etwa in der Klosterstraße in Wildberg, wo jeder den Kanaldeckel anheben könne, um dort Tierchen zu befreien. Mittlerweile habe er dort Hasendraht angebracht, sodass die Frösche nicht mehr hineinfallen können.

Froschgerechte Teichgestaltung

Amphibien leben zu Land und zu Wasser – also fühlen sie sich auch in Gartenteichen wohl. Dafür seien relativ stille Gewässer von Interesse, erläutert Korbel. Ein Streifen Flachwasser könne den Tieren dabei helfen, ihre Eier abzulegen. Ein naturnaher Teich, etwa mit Kies und Pflanzen, mit ausreichend Sauerstoff, sei für die Amphibien gut.

Außerdem: ein wenig absonnig oder Pflanzen mit breiten Blättern, unter denen die Tiere Schatten finden, zum Beispiel Fungien. An den Rändern könnten auch lose Steinmauern aufgebaut werden – Amphibien seien Tiere, „die die kleinste Lücke ausnutzen“, erläutert Korbel.

Insektenfreundlich bedeutet amphibienfreundlich

Wenn Frosch, Kröte und Co. im heimischen Garten einziehen sollen, brauchen sie auch ein entsprechendes Nahrungsangebot. Deshalb sollte der Garten auch für Insekten anziehend wirken. Zum Beispiel sei Rohrschilf einladend für Libellen, die dort ihre Eier ablegen.

Allgemein gelte bei der Gartengestaltung für Tierfreunde: „Mut zur Unordnung“ – wobei die natürlich auch geplant sein kann. Dann wird hier und da mal ein Stück Totholz liegen gelassen, das Insekten als Heimat besiedeln, in einem Laubhaufen kann ein Igel Unterschlupf finden.

Wenn sich Insekten wohlfühlen, ist schon ein wesentliches Kriterium erfüllt. (Symbolbild) Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Und wenn für Amphibien giftige Pflanzen im Garten stehen? Prinzipiell wüssten die Frösche schon, was sie fressen dürfen und was ihnen schadet. Lediglich Schädlingsbekämpfer wie Schneckenkorn oder Blaukorn seien problematisch.

Nachbarschaftliches Projekt

Allerdings: Eine einzelne Oase, die für Amphibien geeignet ist, wird schwerlich zum Zuhause, wenn alle Gärten drumherum für die Tiere wenig einladend ist. Korbel schlägt vor, sich in diesem Fall auch mit den Nachbarn kurzzuschließen.