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Wildberg Zwischen Buntglasfenstern und Zeitmessung

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Während Pfarrer Michael Frey (rechts) über die Buntglasfenster in der Martinskirche sprach, ging Josef Landgraf im Museum auf die Geschichte der Zeitmessung ein. Fotos: Geisel (2)/Stadt Wildberg Foto: Schwarzwälder Bote

Buntglasfenster in der Martinskirche, Umbrüche in Sulz am Eck und die Geschichte der Zeitmessung: Zum Tag des offenen Denkmals gab es in Wildberg viel zu entdecken und zu lernen.

Wildberg. Den Anfang im Reigen der drei Führungen beziehungsweise Vorträge machte Pfarrer Michael Frey direkt nach dem Gottesdienst in der Wildberger Martinskirche. Nach einem Einblick in die Bauhistorie der Kirche selbst widmete er sich insbesondere den vier Buntglasfenstern. Drei davon hat der berühmte Stuttgarter Künstler Willy Wiedmann entworfen. Eines zeigt die Mantelteilung des Martin, ein zweites die Sünderin, die Jesus die Füße wäscht, und ein drittes den barmherzigen Samariter.

Das vierte Buntglasfenster ist den Gedanken von Walter Kohler entsprungen. Es besteht aus sieben einzelnen, kleineren Glasfenstern. In dem Auferstehungsfenster finden sich Motive wie das letzte Abendmahl. Mit etwa zehn Personen war Pfarrer Freys Vortrag zwar nicht übermäßig besucht, dafür zeigten sich die Anwesenden sehr interessiert.

Großer Andrang herrschte hingegen beim Spaziergang durch Sulz am Eck, geleitet von den heimatgeschichtlich bewanderten Führern Heide Dittus und Timo Roller. Etwa 45 Neugierige begaben sich auf die Spuren von Umbrüchen im Ort und richteten den Blick auf die Moderne – ganz im Sinne des diesjährigen Mottos des Tags des offenen Denkmals.

Der Weg führte von der Gemeindehalle zum Rathaus und zur Schule, vorbei am ehemaligen Molkereistandort, über "Im Pflaster" zu "Im Kloster", zum Backhaus, über die Burghalde, vorbei am evangelischen Gemeindehaus, zum Grenzsteingarten und über die Kirche ins neue Gemeinschaftshaus des CVJM am Agenbach. Dabei erfuhr die Gruppe allerlei Historisches, sah anhand von Bildern den Vergleich zwischen damals und heute. Einiges hat sich im Lauf der Jahre verändert, was so manchen Teilnehmern staunen ließ.

Das heutige Rathaus beispielsweise, so berichtete Heide Dittus, sei 1847 erbaut worden. Dessen Vorgänger war an anderer Stelle im Ort, unter anderem zusammen mit der Schule, abgebrannt. Nachdem eine Übergangslösung ausgedient hatte, errichtete man das Bauwerk "als Zeichen der Gemeinsamkeit" zwischen Ober- und Untersulz. 1967 erhielt das Rathaus einen Sitzungssaal als Anbau.

Die Schulräume waren zunächst ebenfalls dort untergebracht. 1878 nahm man den Bau der heutigen Schule direkt nebenan in Angriff. Einst wurden dort die Klassen eins bis acht unterrichtet, heute handelt es sich um eine reine Grundschule.

Das Backhaus stammt aus dem Jahr 1866, fuhr Dittus fort, und wurde mit einem Waschraum erbaut. "Ein großer Fortschritt damals", erklärte sie.

Die Michaelskirche soll 2020 renoviert werden, erläuterte Timo Roller. Von Interesse war dort aber eher ein mehr als 500 Jahre altes Hostienkästchen, das erst vor kurzem entdeckt wurde und in das Sakramentshäuschen gehört.

Indes referierte Josef Landgraf im Museum in Wildberg vor gut 20 Interessierten über das Thema Zeit und Zeitmessung. Seine Überlegungen begann er mit der Frage, wann Zeit entstanden ist. Zusammen mit Materie und Raum beim Urknall, so Landgraf.

Und wann haben die Menschen begonnen, sich Gedanken über die Zeit zu machen? Ganz grob gesagt vor etwa 35 000 Jahren, erzählte er. Damals hätten die Menschen genug Zeit gehabt, Musikinstrumente und Figuren zu schnitzen. In diese Zeit falle auch die Erfindung des Kalenders.

Mit Beginn des Städtebaus, also etwa 6000 vor Christus, habe es neue Möglichkeiten gegeben. Elementaruhren wie Sonnen-, Wasser- und Sanduhr spielten dabei eine Rolle. Von hier schlug Landgraf den Bogen bis zur Entwicklung mechanischer und elektronischer Uhren sowie der Atomuhr.

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