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Wildberg Wissenschaftliche Argumente führen zu Gott

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Wildberg-Sulz. Man hört eher selten, dass ein Wissenschaftler bei Atheismus und Materialismus ins Zweifeln gerät und auf der Suche nach einem schlüssigeren Weltbild den christlichen Glauben entdeckt. Zu hören war genau das bei einem etwas anderen Bibelabend in Sulz.

Günter Bechly ist Paläontologe – und ihn haben tatsächlich philosophische und naturwissenschaftliche Argumente zu Gott geführt. Über seine spannende "intellektuelle Bekehrung" berichtete der Katholik aus Böblingen im evangelischen Gemeindehaus in Sulz am Eck.

Es war eine Ausstellung im Darwin-Jahr 2009, die ihn als Mitarbeiter des Naturkundemuseums in Stuttgart und Projektleiter der Sonderausstellung "Der Fluss des Lebens" ins Zweifeln gebracht hatte. Damals wurde auch die Kritik an der Evolution thematisiert, die vermeintlich aus leicht zu widerlegenden Argumenten bestand. Bechly nahm sich diese Argumente vor – und fand sie überzeugend.

Anspruchsvolle Reise

Allein in seinem Spezialgebiet, den fossilen Insekten, entdeckte er Widersprüchlichkeiten. Trotz einer reichen Fülle an Fossilien sind kaum Übergangsformen zu beobachten, sondern deutlich gegeneinander abzugrenzende Arten. Auch die Zeit, die nach genetischen Berechnungen für die Entwicklung der Arten erforderlich wäre, steht der Evolution nicht zur Verfügung, so der Naturwissenschaftler.

Für die Kritik am Materialismus nahm Bechly die über 80 Zuhörer mit auf eine anspruchsvolle Reise in die Philosophie, Kosmologie und Quantenmechanik. So sei die Tatsache, dass die Mathematik nützlich ist, genauso wenig zu erklären wie der Ursprung der Naturgesetze. Es müsse mehr geben als nur Materie und Energie. "Was einen Anfang hat wie das Universum, muss auch eine Ursache haben." Und diese Ursache könne nur geistiger Art sein, eine Art "Gottesbeweis", wie er schon im Mittelalter angeführt worden ist. Aus dem Nichts habe sich das Universum nicht "sich selbst erschaffen" können, wie dies von renommierten Physikern wie Stephen Hawkins behauptet werde. Dies sei genauso eine metaphysische Glaubensaussage, wie der Glaube an Gott. Wenn Berühmtheiten wie der Tesla-Gründer Elon Musk die Meinung vertreten, unser Dasein sei Teil einer gigantischen Computersimulation, sei dies viel weniger rational, als es dem Christentum oft vorgeworfen werde.

Auch dass der Mensch als Individuum die Zeit überdauere, obwohl sich alle seine Atome im Laufe der Zeit austauschen würden, sei ein gewichtiges Argument gegen den Materialismus. Die Feinabstimmung der Naturkonstanten, die die Entstehung des Universums ermöglicht haben und es im Gleichgewicht halten, ist laut Günter Bechly ebenso ein überzeugendes Argument für einen intelligenten Schöpfer wie das offensichtliche Design vieler Funktionsweisen in der Natur. Nicht zuletzt seien beispielsweise Landschaften, die menschliche Kreativität und die Augen von Kindern eindrückliche Beweise dafür, dass eine übernatürliche Schaffenskraft in dieser Welt existiere.

Warum nun aber ausgerechnet der Gott des christlichen Glaubens, der hinter allen Dingen steckt? Bechly sieht in der christlichen Lehre die überzeugendste Lösung für das Problem des Leidens, auch die Verzahnung von Altem und Neuem Testament sowie die historischen Argumente für die Auferstehung sprechen seiner Ansicht nach für den dreieinigen Gott. "Das Leiden und Sterben Jesu ist wesentlich besser überliefert als das Leben Alexander des Großen – und an dessen Existenz zweifelt niemand".

Filmbeitrag auf Youtube

Die Zweifel und später öffentlich geäußerte Ablehnung der Evolutionslehre führten dazu, dass Günter Bechly seine Tätigkeit am Naturkundemuseum aufgeben musste. Es gibt keine Ursprungstheorie, die in der Biologie als Alternative zum Darwinismus dienen könnte, daher seien die Biologen gegenüber Kritik weniger gelassen als beispielsweise Physiker. Inzwischen hat Bechly eine Anstellung bei einem amerikanischen Institut für die Erforschung von "Intelligent Design" gefunden und kann sich unter neuen Gesichtspunkten weiter um wissenschaftliche Forschung kümmern. Einen Filmbeitrag mit dem Titel "Zweifel an Darwin" auf Youtube haben inzwischen Tausende Menschen gesehen, und er bekomme überwiegend positives Feedback dafür, so Bechly.

 
 

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