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Wildberg Wendepunkt kommt auf der Flucht

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Der geläuterte Millionenbetrüger Josef Müller sprach in der Sulzer Gemeindehalle vor rund 120 Männern. Foto: Roller Foto: Schwarzwälder Bote

Wildberg-Sulz (tr). Ein schwarzer Rolls Royce mit weißem Fahrer und ein weißer Rolls Royce mit schwarzem Fahrer, ein Leben im Kreis der Erfolgreichen und Prominenten, eine eigene Yacht und eigenes Flugzeug, viel Dekadenz, Frauen, Drogen, Alkohol – Josef Müller hatte erreicht, worauf viele Menschen neidisch wären. Aber da saß er bereits im Rollstuhl: Schon als Jugendlicher hatte er übermüdet nach einer Party einen schweren Unfall, bei dem er sich sechsmal mit dem Auto überschlug und am Rückenmark verletzte.

Die Behinderung trieb den übermütigen jungen Mann zunächst in die Perspektivlosigkeit. Doch später – nach dem "Aufstieg" – kam es noch schlimmer: Verfolgt von der Mafia, vom bayerischen Landeskriminalamt, von amerikanischer Drogenbehörde und FBI, schließlich dann fünf Jahre Gefängnis wegen Veruntreuung.

Der fast 64-jährige Josef Müller erlebte extreme Höhen und Tiefen. Was ihm schließlich wirklich Glück und Zufriedenheit brachte, entdeckte er auf der Flucht vor den Behörden in Miami: Den Glauben an Jesus Christus.

In der Sulzer Gemeindehalle vor über 120 Männern auf der Bühne im Rollstuhl sitzend, ist der "Schurke", der zum Prediger und Buchautor wurde, nahbar und selbstironisch. Normalerweise trage er Anzug, aber heute sei er ja unter Männern. "Wenigstens passen Hemd und Hose zur Deko", stellten Müller und Moderator Uli Gerber schon zu Beginn während eines kurzen Interviews augenzwinkernd fest.

Mit seinem Buch "Ziemlich bester Schurke" ist Müller bekannt geworden und heute zu Vorträgen unterwegs. Man nimmt ihm das Anliegen ab, seine Liebe zu Jesus Christus an seine Zuhörer weiterzuvermitteln. Von einem reichen Gönner aus der Schweiz bekam er nach seinem Lebenswandel ein teures Auto geschenkt, es stand vor der Gemeindehalle auf dem Behindertenparkplatz. Eigentlich war es ihm peinlich, wieder ein protziges Auto zu fahren. Daher verzierte es Josef Müller mit markanten Aufklebern: Ein großer roter Löwe und darunter der Spruch "Jesus saved my life" – "Jesus rettete mein Leben".

Als Sohn bürgerlicher Eltern in Fürstenfeldbruck aufgewachsen, ist Müller echter Bayer und Katholik – bis heute. Die persönliche Beziehung zu Jesus Christus auf der Flucht kam unerwartet. Eine unbekannte Stimme, die ihn auf der Flucht vor Selbstmord bewahrte, ein Bibelvers, der aus einem Buch gerutscht war: Im Nachhinein waren dies Puzzleteile, die ihn zur Umkehr bewegten. Nach seiner Bekehrung stellte er sich den Behörden und studierte im Gefängnis Theologie.

Der geläuterte Millionenbetrüger war nach seiner Entlassung in zahlreichen Talkshows zu Gast. Die Bildzeitung berichtete über den "Protz-Konsul von München".

"Je mehr ich hatte, desto ärmer wurde ich innerlich", stellt er heute fest. "Gier frisst Hirn, ich wollte immer reicher werden". Auch Alkohol und Drogen konnten die Sehnsucht nach Leben nicht stillen. Sein Glück im Glauben empfahl er auch den Anwesenden beim Männervesper. Und nach Rückschlägen im Leben: "Steh wieder auf, bleib niemals liegen!"

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