Kristina Weitbrecht näht einfach gerne.Foto: Geisel Foto: Schwarzwälder Bote

Handarbeit: Kristina Weitbrecht aus Wildberg teilt ihre Leidenschaft und ihre Kreationen übers Internet

Wildberg. Schon als kleines Mädchen hat Kristina Weitbrecht leidenschaftlich genäht. Ihre Oma hat ihr das Handwerk beigebracht. Zwischenzeitlich hat die junge Mutter ihr Hobby deutlich ausgeweitet und die Nähmaschine sehr regelmäßig in Betrieb. Im Alter von fünf Jahren saß die Wahl-Wildbergerin zum ersten Mal bei ihrer Großmutter an der Nähmaschine. "Meine Oma war eine echte Handarbeitsoma", erinnert sich die 34-Jährige lachend. Strahlend denkt sie daran zurück, wie toll es war, Kleider für ihre Puppen zu nähen. Von da an war Kristina Weitbrecht Feuer und Flamme. Zur Konfirmation wünschte sie sich eine Nähmaschine – eher ungewöhnlich für einen Teenager. Kurz vor ihrer Schwangerschaft begann sie, Kleider für sich zu nähen. Als dann ihr Sohn Paul zur Welt kam, war klar: Auch für ihn setzt sie sich gerne an die Nähmaschine.

Die erhältlichen kurzen Hosen für Jungs fand Kristina Weitbrecht zu kurz. Also begann sie, zu nähen – "und es wurde immer mehr". Zu ihrem Geburtstag am 11. Juli 2019 startete sie einen Blog mit Namen "PiPa’s Naht". Eine Zusammensetzung aus ihrem Spitznamen "Pina" und dem Namen ihres Sohnes, Paul. Dort zeigt sie ihre Handarbeiten, und die Resonanz war schon zu Beginn "sehr groß", freut sie sich. Also meldete Weitbrecht Anfang 2020 ein Gewerbe an.

Fortan tauchte Kristina Weitbrecht tiefer in die spannende Nähwelt ein. Und je mehr sie nähte, desto mehr wollte sie nähen.

Kleidung nähen für Jungs und neutral sowie für Damen findet sie eine "schöne Mischung"

Teilnahmen an Probenähen folgten und schließlich der "Traum jedes Nähers": Designnähen. "Damit rechnet man gar nicht", erzählt Weitbrecht begeistert. Beim Designnähen wird der Stoff gestellt und der Näher fertigt ein Beispiel, mit welchem der Designer werben kann. Dafür muss Kristina Weitbrecht Fotos einschicken. Inzwischen ist sie daher auch in dem Bereich recht professionell ausgestattet. Ihr Sohn steht ihr dafür als Modell zur Verfügung. Er macht das toll, sagt die Mutter stolz, und vor allem auch gerne, fügt der Dreijährige noch stolz hinzu.

Kristina Weitbrecht hat daher zwei Schwerpunkte: Kinderkleidung, für Jungs oder neutral, wobei hier beim Alter eigentlich keine Grenzen gesetzt seien, und Damenkleidung. Eine "schöne Mischung", findet sie. In Pauls Kleiderschrank findet sich inzwischen nur noch selbst genähte Oberkleidung, auch seine Mützen und Schals sind selbst gefertigt, sogar sein Kindergartenrucksack. Auf die Idee zu diesem kam übrigens Paul selbst.

Inzwischen traut sich Weitbrecht an alles ran. "Wenn es schiefgeht, geht es schief", sagt sie entspannt. Bisher ging aber alles gut. Da macht sich wohl die jahrelange Erfahrung bemerkbar. Lediglich Plüsch sei "der Horror", meint sie lachend. Da sehe es aus, als habe man ein Huhn gerupft. "Überall waren Fusseln", bestätigt Paul sofort mit einem breiten Grinsen.

Fast jeden Abend sitzt Kristina Weitbrecht an der Nähmaschine. "Das ist mein Ausgleich, wenn die Nähmaschine rattert." Dennoch bleibt es für sein ein Hobby und ein kleiner Nebenverdienst und kein Hauptberuf. "Dafür arbeite ich zu gerne mit Menschen", erzählt sie. Kristina Weitbrecht ist Sozialpädagogin und als Erzieherin tätig. Dementsprechend ist sie derzeit auch am Limit. Sie ist Mitglied in ein paar Näh-Stammteams, "noch mehr geht nicht". Gerade Projekte wie ganze Outfits oder Applizieren – ein Motiv aus einzelnen Stoffteilen aufnähen – bräuchten einfach eine gewisse Zeit.

An ihrem Blog hat Kristina Weitbrecht nach wie vor Freude. Die Interaktion mit anderen, die Reaktionen, andere zu inspirieren, das gefällt ihr. Dadurch seien auch viele Kontakte entstanden. Denn wie sie sagt: "Nähen verbindet."

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