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Wildberg Von Bienen, Bullen, Bürgermeistern und wachsenden Städten

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Eine Stunde frei sprechend: Landwirtschaftsminister Peter Hauk (im Stehen), links am Tisch die CDU-Stadtverbandsvorsitzende Rosemarie Röhm-Frenzel, Bürgermeister Ulrich Bünger und der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Blenke. Foto: Zabota Foto: Schwarzwälder Bote

Wildberg. Landwirtschaftsminister Peter Hauk war Gastredner beim Neujahrsempfang des CDU-Stadtverbands Wildberg. Es gelang ihm, einerseits die Interessen des Artenschutzes (Bienen) und andererseits die Interessen der Bauern, die Viehwirtschaft betreiben (Bullen), auszugleichen. Nicht ganz einfach.

So voll ist es bei einem Neujahrsempfang des CDU-Stadtverbandes Wildberg schon lange nicht mehr gewesen. Das lag am prominenten Gastredner: Peter Hauk. Er ist Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, und weil die Landwirtschaft in seinen Zuständigkeitsbereich fällt, ist er für viele einfach der Landwirtschaftsminister. Die Vorsitzende des Stadtverbandes der CDU, Rosemarie Röhm-Frenzel, begrüßte daher die vielen Landwirte in der bis auf den letzen Platz besetzten Kronen-Stube, den Vorsitzenden des Kreisbauernverbandes Calw, Friedrich Großhans, den Landtagsabgeordneten Thomas Blenke (CDU) sowie Wildbergs Bürgermeister Ulrich Bünger.

Die Wiederwahl von Bünger liegt noch nicht lange zurück. Peter Hauk nahm das zum Anlass, ihm zu seiner dritten Amtszeit zu gratulieren, um dann gleich voll einzusteigen. Es gebe Bürgermeister, die glauben, sie hätten bereits nach sieben Jahren Amtszeit alles geschafft. "Nichts hat er geschafft", so der Minister, der auch Vorsitzender des CDU-Bezirksverbandes Nordbaden ist. Die Breitseite galt dem Stuttgarter OB Fritz Kuhn von den Grünen. Er will sich in diesem Herbst nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Die Kritik bezog sich in erster Linie auf den Verkehr, ein Zeichen dafür, dass das Wachstum der Städte an Grenzen gestoßen sei.

Daher nehme die Attraktivität des ländlichen Raumes wieder zu. Allerdings müsse man noch weiter daran arbeiten, das Land sowohl für junge Leute als auch für Senioren lebenswert zu machen. Beispiel Wohnen. Das Einfamilienhaus sei nach wie vor eine bevorzugte Wohnform auf dem Land. Für ältere Leute sei das Haus, wenn die Kinder ausgezogen sind, oft zu groß und die Pflege des Gartens mit zunehmendem Alter schwierig. "Wir brauchen daher Wohnformen, die wir noch nicht gewohnt sind", so Hauk. Da stehen auf der einen Seite altersgerechte Wohnungen, auf der anderen Seite sollten Einfamilienhäuser an die junge Generation mit Kindern weitergegeben werden.

Zum ländlichen Raum gehört auch die Landwirtschaft, mit der und über die in diesen Tagen heiß diskutiert wird. Der Minister vertritt dabei eine eindeutige Position: Der Einzelne hat die Macht. Die Bürger selbst hätten es in der Hand, was produziert wird. Die beste Unterstützung für die Bauern ist seiner Meinung nach bewusst regional einzukaufen, also Produkte aus Baden-Württemberg zu bevorzugen. Für Artenschutz seien ebenfalls alle Bürger verantwortlich, und nicht nur die Bauern. Sogenannte "Schottergärten" gehörten ohnehin verboten und jeder Bürger könne ein Blühpflanzenangebot für Wildbienen schaffen. Heiß diskutiert wurde die Frage, wer die Bauern bezahlt, wenn sie statt Mais Blühpflanzen aussäen. Peter Hauk blieb hier seiner Linie treu: Wenn die Gesellschaft Wildbienen will, soll sie dafür bezahlen. An dieser Stelle gab es Zurufe. Ein Landwirt rief, er bekomme für das Bienenfutter weniger als für das Futter für seine Bullen, also für den Mais. Hauk entgegnete, er habe ja mit der Blühwiese keine Arbeit. "Ja, aber auch kein Futter", warf ein anderer Landwirt ein.

Skepsis bei der Elektromobilität

Der Landwirtschaftsminister sprach eine gute Stunde ohne Manuskript frei vor dem Publikum stehend. Danach kamen Fragen, rund um seinen Zuständigkeitsbereich. Einige wollten wissen, wie es angesichts des Klimawandels mit dem Waldumbau bestellt sei (Peter Hauk ist Diplom Forstwirt), eine Frage drehte sich um Windkraft im Wald, diskutiert wurden die Laufzeit von Kernkraftwerken ebenso wie die Elektromobilität. Überraschenderweise ist Peter Hauk skeptisch, was die Elektromobilität angeht. Wegen der Überlastung des Stromnetzes könne es nicht funktionieren, wenn alle elektrisch fahren wollen.

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