Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Wildberg VfB Effringen hat eine lange Historie

Von
Ein historisches Bild: Das alte Vereinsheim, wo nun die Schönbronner Halle steht.Foto: VfB Effringen Foto: Schwarzwälder Bote

Mit inzwischen etwa 530 Mitgliedern hat der VfB Effringen eine beachtliche Größe erreicht. Im kommenden Jahr blicken die Sportler auf ihr 100-jähriges Bestehen zurück.

Wildberg-Effringen. Begonnen hat die Geschichte des Sportvereins im Jahr 1921. "Sportbegeisterte, junge Menschen fanden zusammen", wie es in der Chronik heißt, "und gründeten den Verein für Bewegungsspiele." Das Ziel: eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung finden. Organisierte Spiele in einem Verband gab es zu den Anfangszeiten des Vereins noch keine. Stattdessen wurden sogenannte "Wettspiele" untereinander ausgetragen.

Die Spielfelder waren über die Gemarkung verteilt: in der "Werre", am "Alten Wildberger Weg" oder auf dem "Trölleshof". "Die Spielfelder der damaligen Zeit waren natürlich nicht vergleichbar mit den heutigen Sportplätzen", stellt die Chronik fest. Und weiter: "Die Bevölkerung Effringens distanzierte sich zu der Zeit noch größtenteils vom Geschehen des Vereins."

Ab 1924 folgten dann organisierte Spiele gegen auswärtige Mannschaften. Dafür stand auch ein eigenes Spielfeld zur Verfügung: in der Nähe der heutigen Schönbronner Halle, etwa dort, wo sich heute das neue Spielfeld des SV Schönbronn befindet. Es handelte sich um eine ehemalige Lehmgrube, in der zuvor das Material für die Herstellung von Dachziegeln entnommen wurde.

Für Sportler ordnete man Singstunden an

Es waren alles andere als ideale Bedingungen", heißt es dazu in der Chronik. "Vor allem bei längeren Schlechtwetterperioden waren die Fußballschuhe in entsprechendem Zustand." Daher war die Arbeit von Zeugwart Fritz Kohler, Schuhmachermeister, besonders wichtig.

Einer Herausforderung der ganz anderen Art mussten sich die Sportler 1927 stellen: Es wurden Singstunden angeordnet, auch wenn man heute nicht mehr weiß, von wem. Einmal wöchentlich kam man im Lokal Hirsch zusammen. Bemerkenswert dürfte auch der Mitgliedsbeitrag sein, der 1928 noch anfiel: eine Reichsmark vierteljährlich, für Jugendliche die Hälfte.

Zur Zeit des Dritten Reichs ist wenig aus dem Vereinsgeschehen überliefert. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs war es vorerst vollkommen vorbei mit dem Vereinssport. Das wohl älteste Mitglied des VfB Effringen erinnert sich noch an die Nachkriegszeit. Vor einigen Jahren erheiterte er die Besucher der Hauptversammlung mit einem Brief.

"In der französischen Zone waren nach dem Krieg Vereine verboten", schreibt das Mitglied. "Ansätze für Fußball" habe es dennoch gegeben. Im August 1945 habe mit Unterstützung von Nagolder Erntehelfern ein erstes Spiel in Rotfelden stattgefunden. Weitere Spiele auf dem eigenen Platz folgten. Dort standen zwar noch Torpfosten, aber ohne Netz – damals Maschendraht. Doch eine kleine Gruppe von Männern hatte eine Idee: In der Talmühle gab es die Einzäunung des ehemaligen Gefangenenlagers. Eines nachts schwangen sich die Männer auf ihre Fahrräder und holten sich ein großes Stück davon.

"Eile war nötig, denn auf der anderen Nagoldseite wurde der Hausmeister von seinem Hund geweckt", heißt es in dem Bericht. "Auf Schleichwegen am Haus Saron entlang und dann den steilen Eselssteig hinauf brachten wir unsere Drahtrolle unter Umgehung von Wildberg und Effringen" zu einem der Männer nach Hause. "Der Draht reichte für beide Tore." Es gab aber auch keinen Ball, keine Trikots, also behalf man sich mit Ersatzmaterialien. Mit Sägemehl und Sägespänen zog man die Linien auf dem Platz.

Hauptaugenmerk liegt auf Fußball

Auch an die Neugründung nach dem Krieg erinnert sich das Mitglied noch. Der Verein durfte aber nicht denselben Namen haben wie zuvor. Als die Frage kam, wie der ursprüngliche Name lautete, reagierte das Mitglied blitzschnell und sagte: FC. Der "neue" Name sollte VfB lauten. "So kam es", schreibt das Mitglied, "dass wir wohl der einzige Verein im Kreis waren, der seinen alten Namen behalten konnte."

In den 1960ern zeichnete sich die Notwendigkeit einer Spielfelderweiterung ab. Das neue, heutige Grundstück war 1962 gefunden. 1965 konnte das Sportheim eingeweiht werden – inklusive Umkleiden, Gastraum und Küche. Im Juli 1967 folgte die Einweihung des heutigen Hauptspielfeldes. 1973 bekam der SV Schönbronn das nun alte Ausweichfeld, 1976 weihte der VfB Effringen als Ersatz sein zweites Spielfeld ein.

Nur zwei Jahre später veranstalteten VfB und Gesangverein das erste gemeinsame Fleckenfest. Mit der Errichtung der Schönbronner Halle in 1984 gab es auch eine Bühne für die Auftritte der gemeinsamen Theatergruppe. Im Jahr 1983 rief der Verein eine Gymnastikgruppe für Damen ins Leben, aus der 1987 eine eigene Abteilung erwuchs.

Heute hat der VfB Effringen rund 530 Mitglieder. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Fußball. Darüber hinaus wird auch Gymnastik, Kinderturnen und Tischtennis angeboten. Die Theatergruppe hat ebenfalls bis heute Bestand.

Artikel bewerten
1
loading

Ihre Redaktion vor Ort Nagold

Heiko Hofmann

Fax: 07452 837333

Flirts & Singles

 
 

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.