Informationen zur Wildberger Stadtgeschichte und der Historie des ehemaligen Klosters Reuthin gab Herbert Bantle (rechts) im Klosterhof den KGV-Mitgliedern. Foto: Arp Foto: Schwarzwälder-Bote

Historie: Wildberg bis zum Jahr 1807 Oberamtsstadt

Wildberg (hms). Mit Neuordnung der Verwaltung nach Gründung des Königreichs Württemberg hat Wildberg 1807 den Status als Oberamt verloren. Aber geblieben ist der 1723 von Herzog Eberhard Ludwig genehmigte, bis heute alle zwei Jahre stattfindende Schäfermarkt und Schäferlauf einer alten Zunftstadt, erzählte Herbert Bantle beim Besuch des Kreisgeschichtsvereins Calw (KGV).

 

Mehr als 40 Interessierte aus allen Teilen des Kreises begrüßte der KGV-Vorsitzende Hans Schabert im seit 1440 württembergischen Wildberg. Er dankte im Klosterhof des ehemaligen Dominikanerinnenklosters Reuthin Bantle als Mitglied des KGV sowie des Arbeitskreises Museum und Heimatgeschichte Wildberg für die zusammen mit KGV-Vize Alfred Kiefer geleistete Vorbereitung.

Urkunde von 1252

Im 13. Jahrhundert wurde das Kloster gegründet, erläuterte Bantle. Erstmals urkundlich belegt ist es 1252. Als Stifter gilt der Hohenberger Burkard IV., der 1270 nach Wildberg zog. Reuthin wurde das Hauskloster und Grablege des süddeutschen Geschlechts.

Die vielfach adeligen, Hab und Gut einbringenden Nonnen wurden für ihre Gebete um das Seelenheil der Liegenschaften und Dörfer der Schenkenden reich entlohnt. Von Simmozheim im Norden bis an den Neckar im Süden und vom Köllbachtal bis Heslach und Breitenstein in der West-Ost-Ausdehnung reichte der Besitz.

Nach der Reformation funktionierten die herzoglichen Amtleute die Klosteranlage zu einem Gutshof um. Einem Brand fielen 1824 Kirche und Klausur zum Opfer. Aber der 1518 erbaute Fruchtkasten – heute ein sehenswertes, weitläufiges und vielfältiges Museum – sowie die Zehntscheuer von 1606 lassen die einstige Größe erahnen. Bantle zeigte außerdem anhand der Sammlung viel über alte Handwerke und Gepflogenheiten auf.

Einst ein Grafensitz

Die erste Nennung Wildbergs datiert aus dem Jahr 1237. Die Grafen des Nagoldgaus und späteren Pfalzgrafen von Tübingen errichteten hier um 1200 eine Burg. Der nach einem Brand 1618 um 1690 als Schloss errichtete Bau war Sitz der Obervögte. Er wurde bei einem Luftangriff 1945 zerstört. Die auch für Sommerveranstaltungen genutzte Ruine erinnert an die Anlage auf dem Bergsporn.

Nicht entgehen ließen sich die Besucher den heimatgeschichtlichen Lehrpfad. Dieser erschließt die Geschichte der Stadt Wildberg an 20 Stationen mit Hinweisen auf bis zu 800 Jahre alte Zeugen der Vergangenheit.