Die neue Mediatechnik in der Sulzer Kirche ist einer Leader-Förderung zu verdanken – Günter Gärtner (von links), Pfarrer Hartmut Heugel, Barbara Smith und Rolf Röhm.Foto: Geisel Foto: Schwarzwälder Bote

Sanierung: Mehr als 100 Freiwillige leisten 6700 ehrenamtliche Arbeitsstunden / Kosten: fast 500 000 Euro

Wildberg-Sulz. Zehn Monate, mehr als 100 Freiwillige, mehr als 6700 ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden: Was die Sulzer für die Renovierung ihrer Kirche geleistet haben, ist beachtlich. An diesem Sonntag wird mit einem Onlinegottesdienst gefeiert.

Betritt man die Michaelskirche, öffnet sich vor einem nun ein größerer Raum als bisher. Alles wirkt freundlich durch die neue Farbe an der Wand, heller durch die neue Beleuchtung und einladender dank des kleinen, offenen Vorbereichs, der durch die Herausnahme von ein paar hinteren Kirchenbänken entstanden ist.

Dort wird künftig Platz für Stehempfänge sein. Sollten mehr Sitzplätze gebraucht werden, können dort zusätzlich Stühle aufgestellt werden.

Ein echter Blickfang sind auch die neuen Bodenplatten im vorderen Bereich. Der alte Buntsandstein, der schwer zu pflegen war, ist einem einfach zu reinigenden Feinsteinzeug gewichen. Der Taufstein steht nun aus Betrachtersicht links und nicht mehr rechts, wodurch der Raum auch dort größer wirkt. Der Wunsch, diesen durch Rollen mobil zu machen, konnte wegen dessen hohen Eigengewichts leider nicht erfüllt werden. Akteure wie Musiker haben dort nun ausreichend Platz und Licht für ihre Auftritte.

Eine Akzentbeleuchtung verschafft der Michaelskirche eine ganz neue Atmosphäre. Diese sowie die Glocken können nun einfach per Smartphone gesteuert werden. Was nicht direkt ins Auge springt, aber eine große Maßnahme war: die Arbeiten an der Elektrotechnik. "Alles, was a Käbele hat, wird neu", zitiert Günter Gärtner den Leitspruch vom Beginn der Arbeiten lachend.

Der zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats hat die Arbeiten betreut und koordiniert. Die Leitungen wurden neu verlegt, die Wände anschließend neu verputzt und gestrichen. Unter den neuen Bodenplatten versteckt sich eine neue Fußbodenheizung, unter den Bänken sind ebenfalls neue Heizungen angebracht. Die alte Fußbodenheizung war defekt, was überhaupt den Anstoß für die Renovierung gab.

Der Außenbereich der Kirche ist ebenfalls deutlich verändert: Sandsteinplatten bilden eine neue Terrasse für Außenveranstaltungen.

Eine große Veränderung ist auch die neue Mediatechnik, die an dem neuen Technikpult im Eingangsbereich zu bestaunen ist. Für diese gab es einen ordentlichen Zuschuss von Leader in Höhe von 70 000 Euro. Das bringe neue Leute und Akteure in die Kirche, erklärt Geschäftsführerin Barbara Smith, wieso die Finanzspritze nach Sulz am Eck floss. Die geplanten Kosten belaufen sich auf etwa 487 000 Euro. Zuschüsse gab es auch von der Landeskirche und der Stadt. Der Restbetrag wird aus Eigenmitteln und Spenden finanziert.

Die Zeit zeige, dass man die Technik zum Streamen brauche, erklärt Günter Gärtner. Durch die Förderung habe man eine qualitativ deutlich bessere Mediatechnikausstattung beschaffen und sich dadurch bessere Möglichkeiten eröffnen können, weiß Rolf Röhm, Mitglied des Leader-Vorstandes und als Sulzer selbst einer der fleißigen Helfer bei der Kirchenrenovierung. "Wir haben auf’s richtige Pferd gesetzt", ist er sicher. In Sulz habe man bereits Erfahrung im Umgang mit dieser Technik und den Formaten und vor allem habe man kompetente Leute, die diese auch bedienen können.

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