Die MSC-Hütte und das umgebende Areal laden wieder zum Verweilen ein. Foto: Geisel

An der Wasenstraße, im Sulzer Gewerbegebiet "Vor dem Wald", steht ziemlich versteckt eine Hütte. Inzwischen ist sie gut sichtbar, denn der Baubetriebshof hat die Büsche und Bäume ordentlich zurückgeschnitten. Und das hat auch seinen Grund: Müll.

Wildberg-Sulz - Die MSC-Hütte ist eine von drei Hütten in Sulz, die im Zuge der Flurneuordnung im Jahr 1981 entstand, erinnert sich Hans Büchner. Der langjährige Vorsitzende des MSC "Falke" Sulz am Eck war damals seit etwa sechs Jahren im Verein. Damals sei das Material gestellt worden, und der Verein habe dafür die Hütte in Eigenleistung errichtet – auf dem Grund und Boden der Stadt. Nach dem selben Prinzip entstanden damals auch die Hüterhütte und die Hütte am Sulzer Eck.

Etwa ein Dutzend Helfer des MSC Falke waren damals im Einsatz, haben den Boden betoniert, das Holz selbst gezimmert, alles aufgestellt und das Dach auf die Hütte gesetzt.

Deponie für wilden Müll

Gedacht waren die Unterstände mit Grillstelle als Anlaufstelle für Wanderer oder Aufenthaltsmöglichkeiten für kleinere Gruppen im Freien. Der MSC als Erbauer hatte das Vorrecht bei der Nutzung und kümmerte sich gleichzeitig um die Reservierungen. Viele Jahre sei diese gut gebucht worden, in den warmen Monaten habe nahezu jedes Wochenende eine Reservierung vorlegen, erinnert sich Büchner. Die Nutzung durch den Verein erübrigte sich mit dem Bau des Vereinsheims "Falkennest" im Jahr 2008.

Seit ein paar Jahren kümmert sich die Stadt wieder um die Hütte. Der Name, der an die Erbauer erinnert, ist aber geblieben. Das lauschige Eckchen, verborgen hinter Büschen und Bäumen, hatte allerdings auch einen Nachteil: Da die Hütte und der Platz darum herum nicht einsehbar waren, entwickelte sich dort eine Deponie für wilden Müll. "Ein Ärgernis, aus dem sich für den Baubetriebshof viele Arbeitsstunden und für die Stadt hohe Entsorgungskosten ergaben", erzählt Sonja Baitinger vom Grünanlagenteam.

Ein weiteres Problem waren Schäden an der Hütte selbst. Zum einen nutzten Graffiti-Sprayer die Abgeschiedenheit aus. Zum anderen beschädigte der Starkbewuchs die Hütte, beispielsweise Moos, das auf dem Dach wucherte.

Hecken brechen unter Last des Unrats zusammen

Schon seit längerem zeige sich in der Wasenstraße, bedauert Sonja Baitinger, "dass Müll zum Fenster hinausgeworfen" werde – "und vermutlich weiterhin wird". Der Unrat landete in den Schwarzdornhecken. Insbesondere in der unbelaubten Zeit ein wirklich unschöner Anblick.

"Die überalterten Hecken brachen unter der Last zusammen", fügt Baitinger noch hinzu. Darum mussten die Schwarzdornhecken komplett weichen. Insgesamt kam bei der Pflegeaktion eine große Menge an Sträuchern und Holz zusammen, die auf dem Platz bei der Hütte verbrannt wurden. Mancher Bürger mag sich über den Rauch gewundert haben. Doch Sonja Baitinger kann alle beruhigen: "Das Nutzfeuer war ordnungsgemäß angemeldet, der Sicherheitsabstand zu Wald, Baumbeständen und Gebäuden wurde gewahrt."“

Die Arbeiten, die unter Leitung von Thomas Gentner vom Baubetriebshof durchgeführt wurden, haben sich gelohnt: Die MSC-Hütte ist nun auch von der Straße gut erkennbar und ein wirklich schöner Anblick. Das Gelände wirkt gepflegt und lädt – vielleicht noch mehr als zuvor – zum Rasten und Verweilen ein. So lange es nicht wieder zugemüllt wird.

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