Pfarrerin Lisbeth Sinner (von links), Madita, Julia und Tomte Schneider brachten die letzten Puzzleteile an.Foto: Kirchengemeinde Foto: Schwarzwälder Bote

Aktion: Sanierung des Gotteshauses schlägt mit rund 280 000 Euro zu Buche / Freiwillige leisten rund 1000 ehrenamtliche Stunden

In bunten Farben erstrahlt das hölzerne Abbild der Kirche Schönbronn an deren Außenwand. Das letzte Puzzleteil ist inzwischen befestigt. Mit der farbenfrohen Mitmachaktion hat die Kirchengemeinde Spenden für die Sanierung des Gotteshauses gesammelt.

Wildberg-Schönbronn. Da strahlen Jung und Alt: Julia Schneider und ihre beiden Kinder Madita und Tomte bringen zusammen mit Pfarrerin Lisbeth Sinner das letzte Puzzleteil an. Diese Gemeinsamkeit spiegelt die Vielfalt der Beteiligten wider. Familien, Erwachsene und Kinder jeden Alters, Institutionen und Vereine aus dem Ort – ganz viele verschiedene Akteure haben Puzzleteile erworben und sich damit an der Aktion beteiligt. Die Vorlage und die Puzzleteile hat das örtliche Unternehmen Holzbau Schaible angefertigt.

Wer ein Puzzleteil kaufte, gab damit aber nicht nur Geld, sondern brachte sich auch kreativ ein. Denn die Käufer nahmen die Holzteile zunächst mit nach Hause und bemalten sie bunt und vielfältig, ganz nach ihren Vorlieben. Dabei entstanden ganz unterschiedliche kleine Kunstwerke. Herzen, Regenbögen, ein Labyrinth, farbige Kirchenfenster, Sinnsprüche, Bilder mit Bezug zu den Malern wie Vereinslogos – der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. Entstanden ist ein tolles Gesamtkunstwerk aus vielen kleinen Kunstwerken, auf dem sich allerlei entdecken lässt.

Entsprechend begeistert ist Pfarrerin Lisbeth Sinner von dem Ergebnis. Sie freut sich über die rege Beteiligung an der Aktion, ebenso wie über die Diversität bei den Beteiligten. Stolz deutet sie auf verschiedene Puzzleteile und bewundert die Kreativität der Gestalter. Und eben weil es so viel an dem bunten Kirchenabbild zu entdecken gibt, wird das Puzzle auch noch einige Monate an der Kirchenwand hängen. So kann jeder Interessierte mal vorbeischauen und selbst staunen.

Knapp ein Jahr lang hat ein großes Team, größtenteils Freiwillige, die Schönbronner Kirche saniert. Es war die erste Maßnahme dieser Art seit mehr als 40 Jahren. Die Bauleitung oblag Günther Schneider. Es habe sich viel in der Dorfkirche getan, rief er vor einigen Monaten bei der Wiedereinweihung in Erinnerung, von dem aber vieles auch nicht mehr zu sehen sei. Das große Display und die Beleuchtung an Decke und Fenstern fallen sofort ins Auge. "Beides etwas gewagt, aber effektiv", findet er. Was man nicht sehe, seien die Leitungen, die neu verlegt wurden.

Risse in Decke, Wänden und Boden wurde behoben, die nicht mehr zeitgemäße Heizung ausgetauscht und neue Medien- und Audiotechnik installiert. Der neue Anstrich und die einheitliche Putzstruktur fallen ebenso direkt ins Auge wie der frisch abgeschliffene Holzboden und der neu verlegte Natursteinboden aus Marmor. Das Kruzifix wurde restauriert.

Rund 1000 ehrenamtliche Stunden flossen in das Projekt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 280 000 Euro. Davon wird ein Drittel von der Landeskirche finanziert, ein Drittel sind Eigenmittel, und etwa 100 000 Euro mussten über Spenden gestemmt werden. Und eben dazu hat die Puzzleaktion nun einen großen Beitrag geleistet. Die Teile konnten für 50 oder ab 100 Euro, je nach Größe, erworben werden. Nach oben gab es keine Grenze.

Infos zur Sanierung findet man auf der Webseite der Kirchengemeinde unter www.kirchengemeinden-effringen-schoenbronn.de.

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