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Wildberg Sie mahnen zu mehr Rücksicht auf die Tiere

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Das Jäger-Ehepaar Heide und Rolf Dittus will Hinweisschilder zum Schutz von Tieren aufstellen.Foto: Geisel Foto: Schwarzwälder Bote

Wildtiere brauchen Ruhe. Deswegen werden Rolf und Heide Dittus auch bald entsprechende Hinweisschilder aufstellen. Den Jagdpächtern liegt viel an den Tieren, weswegen sie einige Maßnahmen zu deren Schutz umsetzen.

Wildberg-Sulz. Eines der neuesten Projekte, an dem die örtliche Jägerschaft gerade arbeitet, ist der Rebhuhnschutz. Die beiden von Hecken umringten Freiflächen, in denen Heide und Rolf Dittus auf dem Bild stehen, soll Rebhühnern, aber auch anderen Tieren wie Feldhasen und Rehen als Lebensraum dienen. Im jährlichen Wechsel wird je eine Fläche offengehalten, auf der anderen dürfen die Pflanzen wachsen.

Schon mindestens 16 Rebhühner gab es hier. Die Fläche sei "eigentlich ideal" für die Vögel, meint Rolf Dittus. 2020 konnten jedoch keine Rebhühner entdeckt werden. "Ein strenger Winter kann da schon viel ausmachen", bedauert er. Außerdem sind die Vögel sehr störungsempfindlich. Stöbern beispielsweise Hunde durch die Hecken, schrecken sie auf. Im schlimmsten Fall verlassen sie dann den Lebensraum. Daher auch die neuen Hinweisschilder – um alle Naturnutzer zu mehr Rücksichtnahme auf die Tierwelt aufzurufen.

Jäger kooperieren auch mit örtlichen Vereinen

Dennoch war das Freistellen der zuvor komplett zugewachsenen Flächen ein lohnendes Projekt. "Wir haben da eine große Artenvielfalt", wissen die Jagdpächter. "Das verfolgen wir auch weiter." Das ist aber nicht das Einzige, das Rolf und Heide Dittus in ihrem Revier für die Tiere tun. Schon ihr Vorgänger Otto Dreher hat einiges auf die Beine gestellt. Dafür greifen die Jäger immer wieder auf Kooperationen mit örtlichen Vereinen, Institutionen und Bürgern zurück. "Das ist ein Teil der Hege", erklärt Heide Dittus. Erfüllt man seinen Auftrag als Jäger gewissenhaft, ergänzt Rolf Dittus, gehöre das einfach dazu.

Otto Dreher kümmerte sich viele Jahre um das Jagdrevier, von 1963 bis zu seinem Tod 1999. Heide Dittus hat bei ihm das Jagen begonnen. Schon in den 1980er Jahren hat Dreher erste Wildäsungsflächen im Wald angelegt. Zusammen mit Hugo Hauser, studierter Landwirt und Ökonom, sowie Christian Gärtner, der selbst Jagdpächter war und die praktische Umsetzung in die Hand nahm. 1992 fand eine größere Pflanzaktion in der Nähe des Segelflugplatzes statt. Rund 1 300 Pflanzen hat die Jägerschaft hier gesetzt.

Die Flugsportvereinigung hat die Pflege später übernommen und die entstandene Hecke erweitert. 1995 folgte eine zweite Pflanzaktion auf der anderen Seite des Flugplatzes, ebenfalls durch die örtlichen Jäger. Blühwiesen wurden im Lauf der Jahre ebenfalls angelegt. Wie viel Otto Dreher solche Projekte bedeutet haben, zeigt auch, dass er ab 1996 der erste Biotop-Obmann der Kreisjägervereinigung war.

Immer wieder fielen Folgemaßnahmen an, erzählt das Ehepaar Dittus, das 2000 die Nachfolge von Otto Dreher antrat. Die Freilegung der erwähnten Rebhuhnfläche ist genau genommen eine solche. 1999 wurde hier unter anderem Wildobst gepflanzt. Doch die Fläche verbuschte. Deswegen musste sie erneut freigelegt werden. Auch an der Hülbe und dem Seebach haben sich die Jäger eingesetzt und einige Pflegemaßnahmen durchgeführt.

An einem Feuchtbiotop an der Wasenstraße, einem gut genutzten Lebensraum für Amphibien, pflanzten sie Hecken. Hier steht im Herbst auch noch eine weitere Pflegemaßnahme an – in Absprache mit dem Landratsamt. Die Zusammenarbeit mit der Behörde laufe sehr gut, betont Rolf Dittus.

Was Dreher begonnen hat, führen Rolf und Heide Dittus aus Überzeugung bis heute weiter. "Das hat auch Schule gemacht", berichtet er von der Vorbildfunktion der hier angestoßenen Projekte und durchgeführten Aktionen. Die Maßnahmen seien "zielführend" und "erfolgreich", auch wenn sie kleinflächig sind. Durch Vernetzung und Verteilung über weite Flächen hinweg, hätten sie dennoch eine "große Wirkung".

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