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Wildberg Sie können sich immer aufeinander verlassen

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Trudel Wulle und Walter Schultheiß feierten jetzt ihre Gnadenhochzeit. Foto: Schultheiß Foto: Schwarzwälder Bote

70 Jahre verheiratet und noch immer verstehen sie sich blind, beenden die Sätze des anderen, ergänzen sich: Am 25. Mai feierten Walter Schultheiß und Trudel Wulle ihre Gnadenhochzeit.

Wildberg. Walter Schultheiß ist als Schauspieler, Autor, Maler und Ehrenbürger wohl jedem Wildberger ein Begriff. 96 Jahre alt ist er inzwischen – was er ebenfalls am Montag feierte. Denn clever und praktisch veranlagt wie er ist, heiratete Schultheiß seine geliebte Trudel Wulle an seinem Geburtstag. Für ihn gab es da gleich zwei Vorteile: Zum einen war die Hochzeit sein Geburtstagsgeschenk, wie er erzählt, zum anderen hat er das Datum so nie vergessen. "So gab es deswegen noch nie Streit", ergänzt seine Frau lachend.

1947 beginnt die gemeinsame Zeit

Die Beiden sind eine Einheit. Wie gut sie sich über die Jahre kennengelernt und aufeinander eingespielt haben, wird im Gespräch deutlich. Sie ergänzen die Antworten des anderen, erzählen gemeinsam heiter von ihrem Leben. Begonnen hat die gemeinsame Zeit von Walter Schultheiß und Trudel Wulle im Jahr 1947. Bei einer Volkstheateraufführung in einem Kino lernten sie sich kennen.

Trudel Wulle war zuvor in Köln gewesen, um sich weiterzubilden. Ihr Onkel aus Bad Cannstatt holte sie zurück in die Region und sagte, hier könne man ebenfalls Theater spielen. Gesagt, getan. "Ich habe vorgesprochen und bin gleich engagiert worden", erinnert sich Wulle, "und habe dann meinen Mann das erste Mal gesehen". Walter Schultheiß sei damals "sehr schmal" gewesen und habe unter chronischen Schmerzen von einem Bauchschuss gelitten. Hinter der Bühne sah Trudel Wulle ihn, vor Schmerzen gekrümmt. Doch dann kam sein Auftritt. "Da war er schmerzfrei und toll."

Mehr als 70 Jahre war Walter Schultheiß als Schauspieler aktiv. Vor etwa einem Jahr hat er seine letzte Rolle gespielt. Ihm fehle die Bühne zwar sehr, aber die Kraft zum Schauspielern habe er nicht mehr, erklärt Trudel Wulle. "Jetzt", findet er, "müssen halt die Jüngeren mal ran."

Um eine Ehe 70 Jahre am Leben zu halten, braucht es Toleranz, erzählen die beiden. Liebe sei natürlich eine Voraussetzung, findet Trudel Wulle, "aber das alleine genügt nicht". Es brauche Verständnis für den Partner, Hilfsbereitschaft, "egal in welcher Lebenslage und so haben wir es gegenseitig gehalten". Sie habe sich immer auf ihren Mann verlassen können, "egal wo er gespielt hat". Abends habe Walter Schultheiß immer angerufen, von seinem Tag erzählt und ihr eine gute Nacht gewünscht. Es habe nie Probleme gegeben, auch nicht mit Eifersucht.

"Wir haben vieles überstehen müssen"

In all den Jahren gab es natürlich Höhen und Tiefen. "Wir haben vieles überstehen müssen", erzählt Walter Schultheiß und denkt da insbesondere an die Kriegszeiten. "Da ist man hart geworden", beschreibt Trudel Wulle. Diese Zeiten hätten sie diszipliniert werden lassen. In der Nachkriegszeit habe es nichts zu essen gegeben, erinnert sich Schultheiß. "Da ist meine Frau noch auf dem Wochenmarkt umhergegangen und hat geschaut, wo der Salat zwei Pfennig billiger war."

Im Moment verlassen die rüstigen Rentner das Haus nicht als Angehörige einer Risikogruppe. "Jetzt hoffen wir, dass wir Corona auch noch überleben", sagt Schultheiß dazu lachend. Die Pandemie machte es auch nicht möglich, Hochzeitstag und Geburtstag größer zu feiern. "Im engsten Kreis" hat das Paar den doppelten Festtag begangen, so der Schauspieler. Die Freunde hätten dafür Verständnis, fügt Trudel Wulle hinzu.

Auf den Besuch von Bürgermeister Ulrich Bünger freuen sich die beiden allerdings sehr. Bei schönem Wetter wollen sie auf die Terrasse sitzen – mit Abstand und Maske.

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