Die Teilnehmer des Frühlingsfluglagers hatten reichlich Gelegenheit, den Nordschwarzwald von oben zu betrachten. Hier schweift der Blick des Piloten aus etwa 1500 Metern Höhe über den Schönbronner Ortsteil Langenbrand und seine Umgebung. Foto: FSV

Frühlingsfluglager der FSV Wächtersberg erweist sich trotz schlechter Wetterprognosen doch als recht erfolgreich.

Wildberg - Mit einem Frühlingsfluglager ist die Flugsportvereinigung Wächtersberg in die Saison gestartet. Musste die Veranstaltung in den vergangenen Jahren wegen nasskalten Wetters häufig ausfallen, waren die Bedingungen dieses Mal so günstig, dass die Teilnehmer mit den Flugleistungen sehr zufrieden waren.

Mit gemischten Gefühlen trafen 18 Segelflugpiloten auf dem Wächtersberger Flugplatz ein. Der Wetterbericht verhieß nichts Gutes. Statt Thermik war Regen angesagt. Andererseits wissen die Segelflieger, dass die Meteorologen mit ihren Prognosen meistens richtig liegen, die angekündigte Wetterlage aber nicht auf jeden Ort zutrifft. Und so war das auch auf dem Wächtersberg. Zehn Tage lang herrschte täglich Flugbetrieb. An drei Tagen waren die Thermikbedingungen sogar so gut, dass längere Streckenflüge möglich waren.

Alex Maier flog in sieben Stunden eine Strecke von 575 Kilometern. Jan Mirzwinski und Benedikt Storck absolvierten jeweils alleine ihren ersten 50-Kilometer-Überlandflug. Dieser Flug ist ein wichtiger Meilenstein in der praktischen Flugausbildung. Malte Benz kann auf seinen ersten Alleinflug zurückblicken - ein unvergesslich- und bewegendes Erlebnis für jeden Segelflugpiloten.

Anna-Lena Lutz, Felix Krockenberger und Jan Goller stiegen vom Mistral auf den nächsthöheren Flugzeugtyp Astir um. Hans-Peter Petzold und Timo Protzer erhielten eine Einweisung in den neu erworbenen Duo Discus.

Aber auch die Motorflieger waren aktiv. Jörg Blässing und Tim Zeller wurden auf die Fournier RF-5 umgeschult. Während der zehn Tage wurden 402 Segelflugstarts mit 102 Flugstunden gezählt.

Mit Saisonbeginn nahm die Flugsportvereinigung Wächtersberg einen Doppelsitzer vom Typ Duo Discus in Betrieb, der den Flugzeugpark nun ergänzt. Der Duo war erst vor kurzem gebraucht erworben worden. Finanziert wurde er hauptsächlich aus Spenden und Darlehen der Vereinsmitglieder. Auch die Stadt Wildberg beteiligte sich mit einem Zuschuss von 10 000 Euro. Weitere 400 Euro erhielt der Flugsportverein als Sport-Förderpreis von der Schwarzwälder Bote Mediengesellschaft.

Der Duo Discus wurde benötigt, um den gestiegenen Anforderungen an die Ausbildung von Flugschülern und Jungpiloten gerecht zu werden. Dieses Flugzeug ist besonders für die Schulung von Streckenflügen geeignet. Der Streckenflug ist die Basis für den Leistungsflug und den Wettbewerb. Mit dem Duo Discus verfügt die Flugsportvereinigung nun über drei Doppelsitzer.

Angesichts der düsteren Wetterprognosen zeigten sich die Flieger zum Ende des Fluglagers sichtlich zufrieden mit den Ergebnissen. Immerhin bestätigte sich, dass es sich immer lohnt, zum Flugplatz zu kommen - auch wenn "Hundewetter" angesagt ist.