Der Ausbau der Ganztagesbetreuung an der Sulzer Grundschule zählt zu den Investitionsposten im Wildberger Etat für 2026. Foto: Priestersbach

Die Stadtverwaltung Wildberg hat dem Gemeinderat die Haushaltssatzung 2026 präsentiert. Beim Personal wird erstmals die Zehn-Millionen-Marke geknackt.

Wie Bürgermeister Ulrich Bünger einleitend feststellte, war der Einbringung des Etats eine „zeitlich und inhaltlich intensive Aufstellungsphase“ vorausgegangen. Mit Blick auf die vielen städtischen Aufgaben, die allgemein schwierige kommunale Finanzsituation und den enorm gestiegenen Bürokratieaufwand habe man sich bei der Haushaltplanung schwergetan.

 

In den Augen des Rathauschefs ist zwischen Bund, Ländern und Kommunen „eine Neuordnung der Finanzbeziehungen erforderlich“ – auch wenn derzeit keine einfachen und schnelle Lösungen in Sicht seien. Gleichwohl fand es Ulrich Bünger erfreulich, dass die Schäferlaufstadt mit Hilfe aus verschiedenen Fördertöpfen eine stattliche Anzahl an Projekten umsetzen könne – die zugleich „wichtige Impulse für die heimische Wirtschaft auslösen“.

Kämmerer: Wildberg hat kein Ertragsproblem

Wie Stadtkämmerer Andreas Bauer bei seiner letzten Einbringung eines Haushalts im Wildberger Gemeinderat deutlich machte, liegen die finanziellen Probleme der Schäferlaufstadt „an den nicht beeinflussbaren Ausgaben“. So habe die Stadt Wildberg kein Ertragsproblem, doch zwischenzeitlich würden die lokal nicht steuerbaren Parameter wie Kreisumlage, Inflation oder Lohnsteigerungen über 90 Prozent des Haushalts ausmachen.

Als Beispiel beleuchtete er die Kreisumlage, die sich seit 2004 praktisch verdreifacht hat und die in diesem Jahr mit fast sieben Millionen Euro im Wildberger Stadtsäckel zu Buche schlagen dürfte. Die ordentlichen Erträge mit dem Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer (15,85 Millionen Euro) oder den Schlüsselzuweisungen (zehn Millionen Euro) als größte Einzelposten summieren sich zwar auf 31,1 Millionen Euro – und betragen damit 411.300 Euro mehr als im vergangenen Jahr.

Investiert wird aber dennoch

Doch auf der anderen Seite bezifferte der Kämmerer die ordentlichen Aufwendungen für das laufende Jahr mit 36,05 Millionen Euro, was einer Steigerung um 1,98 Millionen Euro im Vergleich zu 2025 entspricht. So überschreiten beispielsweise die Personalausgaben auch durch die tariflichen Erhöhungen und weitere Stellen im Bereich Bildung und Betreuung erstmals die Zehn-Millionen-Marke. Die gesetzlichen Anforderungen an einen Haushaltsausgleich werden mit einem ordentlichen Ergebnis von minus 4,96 Millionen Euro erneut deutlich verfehlt.

Investiert wird aber dennoch, und die beschlossenen Projekte würden 2026 weiter umgesetzt. Dabei nannte Andreas Bauer unter anderem den Kindergartenneubau in Effringen, die Rathaussanierung in Gültlingen, das neue Feuerwehrhaus in Sulz oder den Ausbau der Ganztagesbetreuung in Sulz.

Nun sind zunächst die Ortschaftsräte gefordert

Unterm Strich summiert sich die Investitionstätigkeit voraussichtlich auf 16,54 Millionen Euro, wofür im Haushaltsplan eine Kreditneuaufnahme von 8,39 Millionen Euro vorgesehen wird. Allerdings machte der Kämmerer in diesem Zusammenhang deutlich, dass die genehmigten Kredite in den letzten beiden Jahren nicht oder nur teilweise in Anspruch genommen wurden. Gleichzeitig hoffe man im Rathaus auf weitere Ertragsquellen aus Bundesmitteln oder Windkraft.

Nun sind zunächst die Ortschaftsräte aufgefordert, ihre Stellungnahmen zum Etat 2026 abzugeben, bevor die Fraktionen im Wildberger Gemeinderat am 7. Mai ihre Haushaltsreden präsentieren und den Haushalt sowie die Wirtschaftspläne der Eigenbetriebe Wasser- und Abwasserentsorgung beschließen werden.