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Wildberg Natur ohne erhobenen Zeigefinger erhalten

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In der Wacholderheide nahe Wildberg-Gültlingen kommt ein ferngesteuerter Motormäher zum Abmulchen der Dornengewächse zum Einsatz. Fotos: Priestersbach Foto: Schwarzwälder Bote

Wie vielfältig die Natur im Landkreis Calw ist, wurde jetzt bei einer Inforundfahrt auf Gültlinger Gemarkung deutlich. "Wir wollen die Landschaft vernünftig und ohne erhobenen Zeigefinger erhalten", erklärte Landrat Helmut Riegger.

Wildberg-Gültlingen. Im Naturschutzgebiet "Gültlinger und Holzbronner Heiden" unterstrich der Landrat, dass im Kreis Calw viel für Umwelt und Naturschutz getan werde. Das Thema Natur- und Umweltschutz sowie Biodiversität sei in aller Munde – und deshalb sei der Landschaftserhaltungsverband Calw ins Leben gerufen worden. Der koordiniert seit 2015 die Erhaltung und Weiterentwicklung der über 2200 geschützten Biotope, 26 Naturschutzgebiete und 14 Landschaftsschutzgebiete im Landkreis Calw.

Rund 550 Landwirte tragen mit der Bewirtschaftung von Wiesen und Äckern wesentlich zur Gestaltung der abwechslungsreichen Landwirtschaft bei, wobei Riegger gemeinsam mit allen Akteuren die Umwelt erhalten will.

Zäune mit 4000 Volt schützen Ziegen und Schafe

Erste Station war die Ziegenbeweidung unweit des Gültlinger Sees, wobei Peter Schäfer als Abteilungsleiter für Landwirtschaft und Naturschutz im Landratsamt die Ziegen von Christa und Markus Kleinbeck als "vierbeinige Landschaftspfleger" bezeichnete. Große Flächen würden daneben traditionell durch Schafe bewirtschaftet, zumal vor allem die Hangflächen maschinell kaum zu bewirtschaften wären.

Wie Markus Kleinbeck ergänzte, befinde man sich in Gültlingen im so genannten "Wolfsgebiet". Deshalb müssten Ziegen sowie Schafe durch Zäune mit 4000 Volt geschützt werden. Zwar wurde auf Gültlinger Markung noch kein Wolf gesichtet, doch dafür im Bereich Simmersfeld. Von dort aus wurde dann mit dem Zirkel ein Radius von 30 Kilometern gezogen und das Wolfsgebiet festgelegt. Ohne Zäune bringe man aber auch keinen Mais mehr hoch, so Kleinbeck mit Blick auf die stark gestiegenen Wildschwein-Populationen.

Zweites Etappenziel der Exkursion war eine rund 6000 Quadratmeter große Ackerbrache, auf der von Nebenerwerbslandwirt Jürgen Kleinbeck eine mit den Imkerverbänden abgestimmte einjährige Blühmischung ausgesät wurde. Ziel sei hier ein Blühangebot, sowie die Schaffung von Nahrungs- und Deckungsflächen für Insekten, Vögel und Niederwild.

Wie Peter Schäfer erläuterte, gebe es im Landkreis Calw rund 100 Landwirte, die solche Blühflächen auf einer Fläche von insgesamt zwei Millionen Quadratmetern bewirtschaften.

Gültlinger Kapf war vor 90 Jahren noch völlig waldfrei

Zu den 18 angesäten Pflanzenarten zählen neben Sonnenblumen auch blaue Kornblumen, Klatschmohn, Klee, Dill, Ringelblume oder Fenchel. Durch die verschiedenen Arten werde ein Blühangebot über einen längeren Zeitraum geschaffen. Bereits im fünften Jahr erfolgt die Begrünung dieser Brache, auf der weder Pflanzenschutzmittel noch Dünger verwendet werden dürfen.

Dritte und letzte Station bildete schließlich der Gültlinger Kapf, wo die Familie Kleinbeck bereits in der zehnten Generation auf den Wacholderheiden die Schafbeweidung übernimmt. Wie Markus Kleinbeck anmerkte, könne man auf älteren Bildern sehen, dass der Kapf vor 90 Jahren noch völlig waldfrei war.

Von einem "Paradies aus Naturschutzsicht" sprach Philipp Beck, Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbandes im Kreis Calw. Allerdings müssten die Flächen der Wacholderheide regelmäßig nachgepflegt werden, wobei unter anderem der Schwarzdorn mit einem ferngesteuerten Motormäher abgemulcht wird.

Wie Beck bei dieser Gelegenheit als Besonderheit in Erinnerung rief, kommen im Naturschutzgebiet "Gültlinger und Holzbronner Heiden" der Kreuzenzian und der Kreuzenzian-Ameisenbläuling vor, die beide auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen. In der Wacholderheide auf dem Gültlinger Kapf ist zudem der Neuntöter zu Hause, der dafür bekannt ist, dass er seine Beutetiere auf Dornen aufspießt.

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