Mit dem einstimmig gefassten Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan "Zentrum Unterstadt" hat der Wildberger Gemeinderat eine weitere Hürde genommen.Foto: Priestersbach Foto: Schwarzwälder Bote

Bebauungsplan: Wildberger Gemeinderat erlässt erneut Veränderungssperre für den Bereich "Zentrum Unterstadt

Einstimmig fasste der Wildberger Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan "Zentrum Unterstadt". Zudem beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung erneut eine Veränderungssperre für den Bereich des Bebauungsplans "Ortsdurchfahrt B 463/Talstraße".

Wildberg. Bei der Planung für das Zentrum Unterstadt mit Blick auf die vorgesehene Innenentwicklung soll das so genannte beschleunigte Verfahren zur Anwendung kommen. "Damit wollen wir schnell Planungssicherheit schaffen", begründete Bürgermeister Ulrich Bünger das gewählte Verfahren. Der Schultes sprach von einem wichtigen Thema, für das im Vorfeld bereits viele Informationen eingeholt und Zuschussanträge gestellt wurden. Mit dem Gestaltungsbeirat und Nachhaltigkeitsbeirat seien zudem die Bürger beteiligt worden. Wie der Bürgermeister mit Blick auf den Aufstellungsbeschluss betonte, sei mit dem Bebauungsplan allerdings noch keine inhaltliche Aussage verbunden. Vielmehr gehe es darum, "die Planungshoheit zu sichern".

Abteilungsleiter Anton Lutze aus dem Fachbereich Planen und Bauen berichtete, dass der Geltungsbereich eine Fläche von knapp 3,4 Hektar umfasst und dass mit dem Bebauungsplan eine geordnete städtebauliche Entwicklung in diesem zentralen innerstädtischen Bereich rund um das Bahnhofsareal und den ehemaligen HL-Markt sichergestellt werden soll. Bei dieser Gelegenheit ging Lutze auf den aus den Reihen des Gemeinderats immer wieder angesprochenen Aufenthaltsbereich an der Nagold ein – der allerdings, wie jetzt festgestellt wurde, in einem FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat) liege und damit besonders geschützt ist.

"Pandemiebedingt nochnicht weitergekommen"

Um Verzögerungen im Bebauungsplanverfahren zu vermeiden, wurde dieser Uferbereich bewusst aus dem Plangebiet herausgenommen. Damit ist das Thema für den Gemeinderat aber noch nicht vom Tisch: Während Rolf Dittus (Freie Wähler) darum bat, dieses Frage dann eben unabhängig vom Bebauungsplan zu betrachten, machte CDU-Rat Gerhard Ostertag deutlich, dass man diesen Bereich an der Nagold schon gerne im Plangebiet sehen würde. Bürgermeister Bünger bat jedoch ausdrücklich darum, das Verfahren nun auf das vorgesehene Gebiet zu beschränken – und den möglichen Aufenthaltsbereich am Flussufer außerhalb des Verfahrens zu klären. Und so fiel das entsprechende Votum anschließend auch einstimmig aus.

Bereits vor zwei Jahren hatte der Gemeinderat eine Veränderungssperre für den Bereich des Bebauungsplans "Ortsdurchfahrt B 463/Talstraße" erlassen, der im räumlichen Kontext mit der Entwicklung im Zentrum Unterstadt steht – und dort nach Ansicht der Verwaltung eine übergreifende Planung im Sinne einer Gesamtbetrachtung erfolgen müsse. Jetzt hatte die Verwaltung einen erneuten Beschluss für eine Veränderungssperre auf die Tagesordnung genommen, da die vorangegangene nach zweijähriger Frist außer Kraft getreten sei.

"Wir sind da pandemiebedingt noch nicht weitergekommen", räumte Bürgermeister Bünger ein, was insbesondere die erforderlichen Abstimmungen mit den Privateigentümern betraf. Ziel ist es, im Bereich der Talstraße eine Verbesserung des Umfeldes zu erreichen. Nachdem in den Augen der Verwaltung die Voraussetzungen für den Erlass einer Veränderungssperre fortbestehen, sollte diese nun neu beschlossen werden. Bewusst hatte man im Rathaus diesen Weg des neuerlichen Erlass für weitere zwei Jahre gewählt, weil eine schlichte Verlängerung der bestehenden Veränderungssperre nur ein Jahr Gültigkeit gehabt hätte. Gemeinderat Gerhard Ostertag drängte mit Blick auf die bereits verstrichene Zeit drauf, "dass man da jetzt rasch weitermacht, um keine Eigentümer zu benachteiligen".

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