Mit "Traditional Powerfolk" will die Formation "Saitenstreich" ihre Zuhörer in der WIldberger Schlossanlage begeistern.Foto: Virginia Schranz Foto: Schwarzwälder Bote

Zeitreise: "Dieter vom Galgenberg" bittet zum historischen Biergarten / An drei Abenden in Folge treten Spielleute auf

In der Wildberger Schlossanlage hält das Mittelalter Einzug. Vom 4. bis zum 6. September ist dort ein mittelalterlicher Biergarten mit allem Drum und Dran geboten – inklusive musikalischem Abendprogramm.

Wildberg. Die Idee dazu hatte Dieter Wurster, besser bekannt als "Dieter vom Galgenberg" und Veranstalter zahlreicher mittelalterlicher Aktionen. Der Wildberger hat schon zu Beginn der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Einschränkungen die Not von Künstlern und Veranstaltern gesehen. Nun machen es die Umstände möglich, ihnen wieder eine Bühne zu bieten. Also arbeitete "Dieter vom Galgenberg" ein coronaverträgliches Konzept aus und stimmte den Rahmen mit der Stadt ab. Heraus kam der mittelalterliche Biergarten in der Schlossanlage.

Vom 4. bis zum 6. September soll dieser jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet haben. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Musiker und Gaukler werden für Unterhaltung sorgen. An fünf Marktständen können mittelalterliche Waren bestaunt werden. Bislang sind diese aber nur Freitag und Samstag geöffnet. Ob es eine Möglichkeit gibt, trotz Verkaufsverbot auch am Sonntag einen Markt auf die Beine zu stellen, will "Dieter vom Galgenberg" noch abklären.

Das Flair soll mittelalterlich sein und zum Verweilen und den Spätsommer genießen einladen. Mittelalterliche Musik, gewandete Besucher, Gaukelei, Jonglage, Spanferkel vom Spieß und Bier vom Fass entführen die Besucher einige Jahrhunderte zurück in der Zeit. Vom Platz her können maximal 200 Personen gleichzeitig die Veranstaltung besuchen.

Für die Abende, jeweils von 19 bis 22 Uhr, sind Konzerte mit namhaften Musikern aus der Szene geplant. Am Freitag, 4. September, treten die Spielleute "Skadefryd" auf. Der norwegische Namen bedeutet übersetzt ins Deutsche "Schadenfreude" und entstand aus einer Laune heraus. Ihr musikalisches Zuhause – wie könnte es anders sein – ist mittelalterliche Marktmusik. Gegründet hat sich die Gruppe im März 2013 als Projekt des zum gleichen Datum gegründeten Mittelalterstammtischs Hochrhein. Seit 2014 gehört zur Musikgruppe ein Bannerträger. Bei Einmärschen und Musikdarbietungen tut er durch Präsentation des Banners den Zuschauern kund, um welche Formation es sich handelt. Außerdem ist er für "Aktionen" während der Auftritte zuständig. 2015 veröffentlichten die Spielleute ihr erstes Album.

Am Samstagabend gehört die Bühne "Fairy Dream". Das Trio verspricht eine Zeitreise in die Renaissance, zu Celtic und Weltmusik. Albert Dannenmann und Ida Elena DeRazza, der versierte mittelalterliche Barde mit seinen historischen Instrumenten, die Italienerin mit der überzeugenden Stimme, sowie Heiko Gläser mit der Percussion ergänzen sich perfekt.

Zwischen Pub und Marktgetümmel

Am Sonntagabend schließlich steht die Band "Saitenstreich" auf der Bühne, die mit ihrem "Traditional Powerfolk" die Kraft von drei Kontinenten vereint. Rockige Akustikgitarren-Riffs, humor- und gefühlvolle Texte in deutsch, englisch und französisch, Percussion Beats, die von den Stühlen reißen, wandernde Baselines und ein virtuoses, freudestrahlendes Melodie-Feuerwerk erwarten die Zuhörer. Mehr als 500 Konzerten in sieben Ländern haben Louise Gillman (Geige, Gesang, Akkordeon) und Michael Schwiening (Gitarre, Gesang) schon gegeben. 2019 erschien ihr drittes Album "Back to the Boots". In Eigenregie aufgenommen, schaffen Saitenstreich einen Spagat zwischen mittelalterlichem Marktgetümmel und tobenden irischen Pubs, Kleinkunstbühnen und Underground-Clubs. Dabei wird "Saitenstreich" begleitet von dem senegalesischen Perkussionisten Beuz Thiombane und dem aus Amerika stammenden Bassisten und Gitarrónspieler Aaron Goldsworth.

Tickets und Info: www.dieter-v-galgenberg.de

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: