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Wildberg Mit dem Holzvergaser-Lastwagen zum Spiel

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1958 wurde beim SV Schönbronn die erste Meisterschaft gefeiert. Foto: Schwarzwälder Bote

Unter dem Motto "100 Jahre Leidenschaft" wollte der SV Schönbronn in diesem Jahr eigentlich sein rundes Vereinsjubiläum feiern. Doch dann machte die Corona-Pandemie den Verantwortlichen einen dicken Strich durch die Rechnung.

Wildberg-Schönbronn. Der ursprünglich für den 24. April vorgesehene Festakt wurde bereits auf unbestimmte Zeit verschoben – und jetzt musste auch der für den 27. Juni geplante Auftritt der Kultband "Dorfrocker" fürs Erste abgesagt werden. "Die Dorfrocker haben uns am 23. Januar 2021 einen Ersatztermin angeboten", erklärt der SV-Vorsitzende Rudolf Blaich, dass dieser Auftritt dann aber in der Schönbronner Halle und nicht im Festzelt stattfinden wird.

"Wir haben mal einen groben Ausweichplan gefasst und wollen den Festakt im späteren Herbst nachholen", ergänzt der Vorsitzende. Im kommenden Jahr soll dann auch der im Jubiläumsjahr anvisierte Familientag an die Schaumparty und das Elfmeter-Turnier drangehängt werden. "Ich finde das wirklich schade, aber man muss die Einsicht haben, dass die Gesundheit über allem steht", machte der Vereinschef deutlich.

Verein zählt im Jubiläumsjahr 346 Mitglieder

Gleichzeitig spricht er von einer "schwierigen Situation", denn in der Vereinsführung mache man sich schon etwas Sorgen um die Zukunft im Nachwuchsbereich. Gerade in der Jugendarbeit hatte der SV Schönbronn in den vergangenen Jahren Erfolge verbucht, wobei vor allem bei den A- und B-Junioren einige aussichtsreiche Talente vor dem Sprung in den Aktivenbereich stehen. Auch bei den Mitgliederzahlen war der Trend in den vergangenen Jahren wieder ansteigend: Zählte der Sportverein 1990 noch knapp über 200 Mitglieder, so sind es aktuell im Jubiläumsjahr 346.

Fertiggestellt war jetzt natürlich auch bereits die Chronik der vergangenen 100 Jahre, die interessante Einblicke in die Vereinsgeschichte und vor allem die Gründerjahre gewährt. Im Sommer 1920 hatte sich demnach eine Handvoll Männer der Jahrgänge 1901 und 1902 in Schönbronn zusammengefunden, um einen Sportverein aus der Taufe zu heben. Im Oktober 1920 gründeten sie zunächst den "Club Fidelio" und schafften es in den Folgemonaten, entsprechend viele weitere Interessenten zu finden. Anfang des Jahres 1921 wurde der Club zum "Turnverein Schönbronn" weiterentwickelt und in das Vereinsregister eingetragen.

In der Satzung wurde als Zweck des Vereins folgendes festgelegt: "Gelegenheit und Anleitung zu geregelten Turnübungen, als Mittel zur körperlichen und sittlichen Kräftigung, sowie der Pflege der Manneszucht und vaterländischen Gesinnung. Alle politischen Parteibestrebungen sind ausgeschlossen."

Gleich die ersten Jahre des noch jungen Vereins verliefen recht turbulent. So wechselte bereits nach vier Wochen der erste Vorsitzende, es mangelte an Turngeräten und es musste ein Turnplatz geschaffen werden. Außerdem geht aus den Büchern hervor, dass in einem Jahr die Kasse einen Fehlbetrag auswies, welcher vom Kassier ersetzt werden musste.

Im Frühjahr 1921 stellte der Turnverein ein schriftliches Gesuch an den Gemeinderat zur Bewilligung eines Turnplatzes, sowie um einen ordentlichen Beitrag zur Anschaffung von Turngeräten. Aus dem Gemeinderatsprotokoll vom 20. April 1921 geht hervor, dass dem Turnverein unter anderem der Spielplatz hinter dem Schulhaus vorläufig zugewiesen wurde; ebenso eine weitere Parzelle. Ein einmaliger Beitrag von 150 Mark wurde dem Turnverein von Seiten der Gemeinde für die Anschaffung von Turngerät zugesichert.

Im Juli 1926 wurde dann eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, weil es Unstimmigkeiten mit dem Turnwart wegen der Gründung einer Damenriege gab. "Aus Anlass des großen Interesses der jungen Damenwelt und aus gesundheitlichen Gründen", so die Chronik, wurde der Gründung dann doch zugestimmt. Bei der Weihnachtsfeier 1927 wurde erstmals ein Theaterstück aufgeführt – und damit eine jahrzehntelange Theatertradition begründet.

Weitere Marksteine sind die Handballmannschaft und der Turnhallenbau

Weitere Marksteine der folgenden Jahre waren das Aufstellen einer Handballmannschaft (1929) oder der Bau einer Turnhalle (1937), bevor es nach dem Krieg als SV Schönbronn fußballerisch voranging. Noch hatte man keinen eigenen Fußballplatz, weshalb die Heimspiele in Neubulach durchgeführt wurden. Zu den Auswärtsspielen fuhr man mit einem Holzvergaser-Lastwagen, der zur Verfügung gestellt wurde. Dort saß die Mannschaft auf der Pritsche, allerdings mussten die Spieler an größeren Steigungen absteigen und schieben, weil der Holzvergaser die erforderliche Leistung nicht brachte.

1954 wurde der SVS nach einem Entscheidungsspiel in Nagold gegen den SV Sulz Bezirkspokalsieger in der C-Klasse. Mit 1:4 lag der SVS während des Spiels bereits im Rückstand, die Zuschauer wanderten bereits ab, da wurde das Spiel in einem mitreißenden Ende zu einem 5:4 gedreht. Der Sieg berechtigte zum Aufstieg in die B-Klasse. Im Mai 1955 feierte der SV Schönbronn die Einweihung seines neuen Sportplatzes längs zur Straße. Der Sportplatz hatte zwar eine leichte Hanglage, war aber ausreichend. Den Höhepunkt des Jahres 1959 bildete schließlich die Einweihung des Sportheims. Rund 1000 Zuschauer säumten damals den Schönbronner Sportplatz, um bei strahlendem Sonnenschein die spannenden Fußballspiele zu sehen und das in Eigenleistung erbaute Sportheim zu besichtigen.

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Heiko Hofmann

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