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Wildberg Kissling-Gruppe zu großen Teilen verkauft

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Die Zentrale von Kissling befindet sich im Wildberger Teilort Sulz am Eck. Foto: Bernklau

Wildberg-Sulz - Die Kissling-Gruppe mit Hauptsitz im Wildberger Ortsteil Sulz am Eck ist zu großen Teilen verkauft worden. Die schweizerische TE Connectivity Ltd. (TE) erwirbt sämtliche Anteile der Kissling Elektrotechnik GmbH und der Kissling Swiss Switches AG. Die Kissling Service GmbH bleibt im Besitz der Alteigentümer.

Das teilte die Stuttgarter Prüfungs- und Beratungsgesellschaft "Ebner Stolz" mit, die den Deal für das Wildberger Unternehmer begleitet hatte. Auf der Kissling-Website schreibt der bisherige geschäftsführende Gesellschafter der Kissling-Gruppe, Ulrich Knapp, in einem Kommentar dazu, dass das Zusammengehen mit TE "ein spannender Schritt" sei in der weiteren Entwicklung von Kissling.

"Kissling hat guten Ruf als Innovationsführer"

Die Akquisition durch den schweizerischen Großkonzern TE mit zuletzt über 14 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz und 80.000 Mitarbeitern weltweit "wird sowohl unseren Mitarbeitern als auch unseren Kunden neue Möglichkeiten eröffnen". Und weiter: "Mit dem umfassenden Produktportfolio von TE und der Innovationskraft und technischen Stärke eines Großunternehmens im Rücken, werden wir unsere weltweite Wettbewerbsfähigkeit stärken und weiter den erstklassigen Service bieten, den die Kunden von Kissling erwarten."

Aaron Stucki, Senior Vice President und General Manager der TE-Unternehmenssparte Industrielles und gewerbliches Verkehrswesen, kommentierte die Übernahme der zivilen Kissling-Geschäftsfelder in einer Mitteilung seines Unternehmens mit den Worten: "Kissling hat eine guten Ruf als Innovationsführer für unternehmenskritische Hardware mit Produkten, die eine solide Erfolgsbilanz in den Märkten für Nutzfahrzeuge, Verkehrswesen und Industrie aufweisen können".

Militärischer Bereich bleibt ausgenommen

Ausdrücklich ausgenommen ist von der Übernahme nach Informationen der Beratungsgesellschaft "Ebner Stolz" der militärische Bereich von Kissling, der künftig im Unternehmen Kissling Service GmbH konzentriert werden soll – und weiterhin in Besitz und unter Führung von Ulrich Knapp bleiben wird.

Knapp hatte 1998 aus deren Insolvenz heraus die Reste der bereits 1945 in Böblingen gegründeten Heinrich Kissling GmbH & Co. KG übernommen und als "Kissling Elektrotechnik GmbH" neugegründet und strategisch neu ausgerichtet. Gleichzeitig wurde damals die "Kissling Slovensko Sro." in die neue Gesellschaft eingegliedert. Bereits 1999 erfolgte die Gründung der "Kissling Service GmbH" als Spin-off (Ausgründung) der "Kissling Elektrotechnik GmbH". Dies wurde möglich durch die damalige Übernahme des Geschäftsbereichs "Wehrtechnik" der (ebenfalls) insolventen PSK Scherer in Koblenz. Die Kernkompetenzen der Kissling Service GmbH sind heute Fahrzeugeinrüstung, Instandsetzung, Projektmanagement und Kabelbaumfertigung für die Bundeswehr.

Beleg der erfolgreichen neuen, von Knapp – anfangs auch mit einem zweiten Gesellschafter – umgesetzten Geschäftsstrategie: Bereits 2001 wurde die eigene US-Vertriebsgesellschaft "Kissling Electrotec Incorporated" in Greer gegründet, 2003 die "Kissling Swiss Switches AG" in Weinfelden, Schweiz. In den Jahren 2016/17 wurden die Produktionskapazitäten massiv ausgeweitet, als man in Calw auf dem ehemaligen Bauknecht-Gelände eine neue Produktionsstätte mit über 13.000 Quadratmetern zusammenhängender, überdachter Fläche in Betrieb nahm. Der Kissling-Stammsitz befand sich aber weiterhin in Wildberg-Sulz am Eck, wohin das Unternehmen 1958 von Böblingen aus übersiedelte.

Zwischen 2015 und heute wuchs die Belegschaft von Kissling insgesamt von 350 Mitarbeitern (davon 250 in Sulz) auf zuletzt rund 450; wie viele davon für die eigenständig bleibende Kissling Service GmbH tätig bleiben, ist derzeit nicht bekannt. Im Jahr 2015 veröffentliche Kissling (zuletzt) einen Gesamtumsatz von rund 46 Millionen Euro, wobei 55 Prozent der Umsätze in Deutschland generiert wurden.

Alleinstellungsmerkmal bei "Behördenfunk"

Ein Alleinstellungsmerkmal besitzt Kissling (unter anderem) in der Sicherheitstechnik im Behördenfunk (BOS): für Auftraggeber aus Bund und Ländern realisierte Kissling den bundeseinheitlichen digitalen "Behördenfunk", den Polizei und Zoll ebenso wie THW, Feuerwehren und Rettungsdienste für die störungs- und ausfallfreie Kommunikation untereinander in einem eigenen Frequenzband nutzen. Projektplanung und -begleitung samt Schulung und Service waren dafür vom Bund komplett an Kissling als Generalunternehmer übertragen worden. Über 50 im Bundesgebiet verteilte, feste Stationen wurden dafür aufgebaut oder in bestehende Bauten installiert, darunter eine im Kreis Calw auf dem Lerchenberg auf Wildberger Gemarkung. Behörden und Dienststellen mit rund 500.000 Teilnehmern wurden bis heute an dieses Funksystem angeschlossen. Der Kissling-Wehrbereich ist entsprechend zertifiziert – selbst für allerhöchste Geheimhaltungsstufen, wie sie sonst nur die drei großen Rüstungskonzerne national besitzen.

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