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Wildberg Kameradschaft fehlt vielen in diesen Zeiten

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Die Feuerwehr in Wildberg muss sich dem Thema Digitalisierung verstärkt stellen. Die Ausbildung der Einsatzkräfte muss zukünftig auch online erfolgen. Foto: Geisel Foto: Schwarzwälder Bote

Wildberg. Die Corona-Pandemie hat alle Lebensbereiche fest im Griff. Das gilt auch für die Feuerwehr. Trotzdem müssen die Brandbekämpfer jederzeit einsatzbereit sein. Dabei dürfen sie außerhalb der Einsätze weder für Übungen noch zur Pflege der Kameradschaft zusammenkommen. Daniel Nuding, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Wildberg, über die aktuelle Situation.

Zu allererst stellt sich natürlich die Frage: Ist die Wehr einsatzbereit?

Natürlich war und ist die Freiwillige Feuerwehr Wildberg zu jeder Zeit einsatzbereit. Durch unseren guten Ausbildungsstand kann auch eine Zeit ohne zusätzliche Ausbildung überbrückt werden.

Können Sie so schnell und effektiv wie gewohnt ausrücken?

Durch organisatorische Maßnahmen wie das Tragen einer FFP2-Maske während des Einsatzes und geänderter Fahrzeugbesetzung mussten die Abläufe bei Einsätzen angepasst werden. Schnelligkeit und Effektivität der Feuerwehrabteilungen sind dadurch zu keiner Zeit eingeschränkt.

Auch unter Corona-Bedingungen hatten Sie Einsätze zu bewältigen, unter anderem einen großen Hausbrand in Gültlingen. Wie liefen diese aus Ihrer Sicht?

Seit Beginn der Corona-Pandemie hatte die Feuerwehr Wildberg rund 45 Einsätze unterschiedlichster Art zu bewältigen, neben kleineren auch den Großbrand in Gültlingen sowie mehrere Fahrzeugbrände. Unsere Einsatzkräfte haben diese auch unter den erschwerten Bedingungen hervorragend gemeistert.

Die Beschränkungen haben sich im Lauf des letzten Jahres ja immer wieder geändert. Konnten Sie dadurch wenigstens etwas üben?

In Teilbereichen wie zum Beispiel bei den Maschinisten wurden Übungsdienste in Kleingruppen durchgeführt. Zu allgemeinen Übungsdiensten ist es wegen der neuen Verschärfung im Oktober nicht mehr gekommen.

Wirken sich die fehlenden Übungsdienste auf die Einsatztruppe aus?

Nicht auf das fachliche Können, aber der persönliche Austausch und die Kameradschaft fehlen natürlich.

Was ist mit Einsatzkräften mit besonderen Anforderungen wie beispielsweise Atemschutzgeräteträgern?

Auch unsere Atemschutzgeräteträger sind jederzeit einsatzbereit. Wir sind guter Dinge, dass die Ausbildung im Bereich Atemschutz möglichst zeitnah wieder aufgenommen werden kann. Deshalb erarbeiten wir derzeit für diesen Bereich einen möglichen Übungsbetrieb, der Hand in Hand mit der jeweils gültigen Corona-Verordnung geht.

Eine Leistungsabzeichenabnahme war sicher ebenfalls nicht möglich. Fehlt da nicht etwas?

Das Ziel der Freiwilligen Feuerwehr Wildberg war und ist es, bei solchen Wettkämpfen ihr Können zu zeigen. Natürlich ist es für die Kameraden schade, dass sie aufgrund der aktuellen Situation im Jahr 2020 sich nicht mit den anderen Feuerwehren messen konnten. Wir sind aber zuversichtlich zeitnah mit dem Leistungsabzeichen Silber weitermachen zu können.

Was ist mit Beförderungen? Für diese sind ja auch Fortbildungen notwendig.

Vergangenes Jahr war im Hinblick auf Fort- und Ausbildungen schwierig. Alle geplanten Ausbildungsveranstaltungen im Landkreis fielen den Beschränkungen zum Opfer. Glücklicherweise konnten trotzdem an der Landesfeuerwehrschule ein Kamerad zum Gruppenführer und ein Kamerad zum Zugführer weitergebildet werden, bevor der nächste Lockdown kam. Sehr wichtig für den Stand an Führungskräften in unserer Feuerwehr, insbesondere aufgrund der nicht ausreichenden Ausbildungskapazitäten bei der Landesfeuerwehrschule.

Die Kameradschaft liegt sicherlich seit Beginn der Pandemie auf Eis. Wirkt sich das auf den Zusammenhalt aus?

Tatsächlich ist der kameradschaftliche Teil der Feuerwehr gerade nicht existent. Der Zusammenhalt in unserer Mannschaft ist nach wie vor sehr gut. Aus Gesprächen mit Kameraden wird deutlich, dass ihnen die kameradschaftlichen Veranstaltungen und der Austausch nach den Übungen sehr fehlen.

Wie sieht es finanziell ohne Einnahmequellen wie Feste aus?

Die Feuerwehr ist in erster Linie eine Einrichtung und Pflichtaufgabe der Stadt. Somit ist alles, was mit Ausrüstung, Ausstattung sowie Übungs- und Einsatzbetrieb zu tun hat, vom städtischen Haushalt zu tragen. Als großen Nachteil sehe ich jedoch die dadurch fehlende Außenwirkung. Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchswerbung können nur eingeschränkt beziehungsweise gar nicht stattfinden.

Haben Sie Sorge, dass unter diesen Bedingungen Kameraden die Wehr verlassen könnten?

Nein. Unsere Einsatzkräfte brennen darauf, endlich wieder mit dem Übungsdienst beginnen zu dürfen.

Wie ist die Lage bei der Jugendfeuerwehr?

In der Jugendfeuerwehr fanden seit Beginn der Pandemie beziehungsweise dem ersten Lockdown keine Dienste mehr statt. Sobald es möglich ist, werden wir alles daran setzen, für unsere Jugendlichen wieder ein tolles Angebot zu bieten. Wir haben in Wildberg eine stabile Jugendfeuerwehr, die Nachwuchs für die Einsatzabteilungen liefert. Das wollen wir auch in Zukunft nicht missen.

Ein Ende ist ja noch lange nicht in Sicht. Was sind da die größten Herausforderungen für die Feuerwehr Wildberg?

Die Feuerwehr muss sich künftig mit anderen Übungs- und Lernformen auseinandersetzen. Nicht nur im beruflichen und schulischen Bereich wird die Digitalisierung ein künftiges Thema sein. Onlinebesprechungen und -ausbildungen sind auch im ehrenamtlichen Bereich plötzlich in aller Munde und waren seither kein Bestandteil des Feuerwehralltags. Nicht nur die Landesfeuerwehrschule setzt verstärkt auf Onlinelehrgänge, auch wir als Feuerwehr erstellen beispielsweise gerade Ausbildungsvideos, die den Einsatzkräften zur Weiterbildung zur Verfügung gestellt werden. Die Rückmeldungen hierzu sind sehr positiv und Neuigkeiten, Vorschriften und die Handhabung von Geräten können den Einsatzkräften bildlich vermittelt werden. Eine weitere Herausforderung ist, die Ausbildung den jeweils geltenden Regelungen der Corona-Verordnung anzupassen. Aktuell sind verschiedene Planungen in der Vorbereitung, um bei Lockerungen schnell reagieren zu können. Weiterhin bin ich gespannt, wie und wann die Impfungen unserer Einsatzkräfte durchgeführt werden können.  Die Fragen stellte Jacqueline Geisel

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