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Wildberg "Hier ist die Welt noch halbwegs in Ordnung"

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Thomas Blenke wird nun zum fünften Mal zur Wahl für das Direktmandat im Wahlkreis Calw antreten. Foto: Kunert Foto: Schwarzwälder Bote

"Ich bin vollumfänglich zufrieden mit der großen Unterstützung meiner Partei. Aber – ich muss jetzt auch liefern!" Mit 90,4 Prozent (Im Jahr 2015 knapp 97 Prozent) der Stimmen wurde Thomas Blenke von den Mitgliedern des CDU-Kreisverbands Calw als Kandidat für die Landtagswahl im Wahlkreis 43 bestätigt.

Wildberg. Sie kann es noch, die CDU: weitgehende Geschlossenheit zeigen. Zumindest im Kreis Calw. Volles Haus im Gasthof "Krone" in Wildberg zum Nominierungsparteitag der Partei für die Landtagswahl im kommenden Jahr. Einige Tische und Stühle müssen gar noch extra aufgestellt werden, um die Parteibasis und -prominenz zu fassen. Viele Bürgermeister sind da, der Landrat, Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel. Die Turbulenzen innerhalb der Partei nach Thüringen-Eklat und AKK-Rückzug? Hier ein Thema allerhöchstens am Rande.

Man will ja auch eine Wahl gewinnen. Seit 1947 stellte die CDU im Kreis – mit einer einzigen Ausnahme – den direktgewählten Abgeordneten für den Stuttgarter Landtag. Selbst bei der letzten Wahl 2016, als die CDU im Land hinter den Grünen zurückfiel und nur noch zweitstärkste Fraktion in Landtag wurde, blieb die CDU im Kreis Calw – auch damals mit Thomas Blenke an der Spitze – stärkste politische Kraft: 4,5 Prozentpunkte mehr als die CDU im Landesdurchschnitt. "Hier ist die Welt noch halbwegs in Ordnung", kommentierte der alte und neue CDU-Kandidat daher in seiner ersten Wahlkampfrede zur anstehenden Landtagswahl. Trotzdem gelte: "Wir müssen zulegen!"

Wenn das Thüringen-Desaster für etwa gut war, dann für die jetzt für wirklich alle Teile der CDU geltende, unmissverständlich klare Abgrenzung zur AfD: Die sei "in keinster Weise zusammenarbeitsfähig", auch nicht im Stuttgarter Landtag, so Blenke – wegen "permanenter Grenzüberschreitungen" im demokratischen Diskurs. Weshalb Blenke sich thematisch auch viel lieber auf die Grünen einschießt – zwar aktuell der Koalitionspartner, aber nur, weil sich die CDU "der Verantwortung für das Land" gestellt habe. Die Grünen seien "eine zutiefst linke Partei", und Kretschmann "kein schwarzer". Und auf jeden Fall "keiner von uns", auch wenn es da eine gewissen Koketterie in seiner Partei mit dem amtierenden Ministerpräsidenten gebe. "Wenn Kretschmann geht, bleiben nur die linken Grünen übrig."

Das Mittel der CDU gegen die Grünen? "Stärkung des ländlichen Raums", wie es die Politik der CDU im Land seit 70 Jahren sei. Für Thomas Blenke und den Kreis Calw heißt das – auf der Erfolgsseite der aktuellen Legislaturperiode: Einführung des "Flächenfaktors" bei den Schlüsselzuweisungen des Landes, um ländlichen Gemeinde finanziell besser auszustatten. "Eine Initiative der CDU-Angeordneten." Mehr Lehrer im Land, mehr Förderung der Musikschulen – wofür die CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann als amtierende Kulturministerin verantwortlich zeichnet. Einführung der "Meisterprämie" zur Stärkung des Handwerks. Förderung des Breitbandausbaus – gerade im Kreis Calw. Erhalt der Dorfgasthöfe – für die just "ein Förderprogramm aufgelegt" worden sei.

Ein Viertel der Tourismusförderung des Landes im vergangenen Jahr ging allein nach Schömberg – für den Bau des Aussichtsturms dort. "Und mein größter politischer Erfolg", so Blenke: "Seit 45 Tagen haben wir ein eigenes Polizeipräsidium für den Nordschwarzwald" mit der Kriminalpolizeidirektion in Calw.

Bei soviel konkreten Erfolgen seiner Partei auch als Juniorpartner der Regierung, blieb der Ausblick Blenkes zwar eher wage: Calw soll ein sicherer Kreis bleiben. Stärkung der Landwirtschaft, des Handwerks und des Mittelstands. Ausbau der Infrastruktur ("Keine Funk- und Schlaglöcher mehr!"). Familienfreundlichkeit; beste Betreuungsangebote für Kinder. Flächendeckende, sichere medizinische Versorgung. Gute und genügend Betreuungsplätze auch für Senioren.

Vor allem aber will die CDU wieder stärkste politische Kraft im ganzen Land werden – wofür es Geschlossenheit brauche.

Daher ging auch so etwas wie ein Stoßseufzer durch den Saal, als Thomas Blenke in geheimer Wahl von 99 anwesenden CDU-Kreismitgliedern mit 90,4 Prozent der Stimmen (85 der 97 abgegebene Stimmen: drei Enthaltung wurden nicht gewertet) zum fünften Mal zum CDU-Kandidaten für den Wahlkreis 43 gewählt wurde.

Bei der Wahl des Ersatzkandidaten gab es dann – anders als ursprünglich geplant – mit Ute Steinheber, CDU-Ortsverbandsvorsitzende in Althengstett/Simmozheim, eine spontane Gegenkandidaten zum ursprünglichen Alleinkandidaten Carl Christian Hirsch, stellvertretender CDU-Kreisvorsitzender. Steinheber steht nach eigener Aussage "der Werteunion nahe". Am Ende erzielte Hirsch mit 89 Stimmen (91,8 Prozent von 97 abgegebenen Stimmen) ein noch besseres Ergebnis als Blenke, auf Steinheber entfielen acht Stimmen (8,2 Prozent).

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