Nach seiner Einsetzung hielt Pfarrer Heugel am Sonntag seine erste Predigt im neuen Amt.Foto: Geisel Foto: Schwarzwälder Bote

Einsetzung: Feierlicher Gottesdienst der Kirchengemeinde Gültlingen / Dekan Hartmann ruft Gemeinde zur Beteiligung auf

Pfarrer Hartmut Heugel ist nun offiziell für die Kirchengemeinde Gültlingen zuständig. Am Sonntag feierte die Gemeinde seine Einsetzung bei einem Gottesdienst vor der Michaelskirche Gültlingen inklusive musikalischer Umrahmung.

Wildberg-Gültlingen. Die Verschmelzung der Pfarrstellen Sulz am Eck und Gültlingen ist jetzt vollzogen. Sie geht auf den Pfarrplan 2024 zurück, in welchem die Gültlinger Stelle gestrichen wird. Pfarrer Jürgen Bobzin ist daher bereits neue Wege gegangen.

Hartmut Heugel dürfte als Pfarrer der Nachbargemeinde und aus dem Stadtgebiet aber bereits bekannt sein. Er stammt ursprünglich aus Eislingen/Fils, schon sein Vater engagierte sich im Kirchengemeinderat. Er selbst fand den Konfirmandenunterricht "sehr prickelnd", wie der heute 53-Jährige erzählte, weswegen ihm dieser auch sehr am Herzen liege.

Für seinen Abschluss verschlug es ihn nach Blaubeuren und Maulbronn, an die evangelischen Seminare. Dort habe er "einen großen Schub in der Entwicklung" gemacht. Familienfreizeiten führten in zur Communität Christusbruderschaft Selbitz. "Das hat mich sehr geprägt", erinnerte sich Heugel. Ebenso wie sein soziales Jahr im dortigen Altenheim und seine Zeit in der Communität in Taizé (Frankreich). Während Hartmut Heugel im Altenheim nur mit Frauen zusammenarbeitete – eine Erfahrung, die ihn bis heute zum Schmunzeln bringt –, handelt es sich bei der Communität in Taizé um einen reinen Männerorden.

Während Hartmut Heugels Brüder alle technische Berufe ergriffen, verfolgte er ein anderes Ziel: "Diesen Weg will ich nicht gehen", wusste er, "ich will etwas bauen, das bleibt, ich will Gemeinde bauen." Also begann Heugel sein Studium in Tübingen, Heidelberg und Jerusalem. Im orthodox geprägten Jerusalem besuchte Heugel ein katholisches, deutsches Kloster, an dem auch ein Drittel evangelisch war. "Das hat mir den Blick geweitet", erzählte Heugel.

Doch dann habe die Landeskirche erstmal vergessen, ihn zu übernehmen, wie er lachend berichtete. Also drehte er erstmal eine Runde in der Hohlraumversiegelung bei Daimler. Doch der Weg zum Pfarrer war nicht verloren: Heugel konnte schließlich sein Vikariat in Weilheim an der Teck absolvieren und einem Abstecher nach Neuenbürg später folgte der Wechsel nach Sulz am Eck im Jahr 2002.

Drei Aspekte sind ihm an seiner Arbeit besonders wichtig: innere Freude, Einfachheit und Barmherzigkeit. Seit 26 Jahren ist Hartmut Heugel mit seiner Frau Jutta verheiratet. Die beiden haben drei Kinder, die zwischenzeitlich alle volljährig sind. Ihr jüngster Sohn sitzt im Rollstuhl, weswegen das barrierefrei zugängliche Pfarrhaus in Sulz am Eck perfekt für die Familie ist.

In seiner ersten Predigt als Pfarrer von Gültlingen griff Hartmut Heugel das Sinnbild eines Schiffes auf – passend zum Lied "Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt". In Zukunft wird er jeden Sonntag zwei Gottesdienste abhalten, einen um 9.15 und einen um 10.30 Uhr. Welcher davon in Gültlingen und welcher in Sulz am Eck stattfindet, wechselt wöchentlich. Es sind aber auch gemeinsame Gottesdienste geplant. Die Kirchengemeinden informieren darüber.

Thomas Hüther als zweiter Vorsitzender begrüßte Pfarrer Heugel im Kirchengemeinderat. Man suche nach einem gemeinsamen Weg. Hüther zeigte sich "sehr zuversichtlich", dass dies ein guter Weg wird. Der Wegfall der eigenen Pfarrstelle sei "ein schwerer Einschnitt, eine schmerzliche Veränderung", fasste Dekan Erich Hartmann zusammen. Er verstehe die Trauer, vielleicht auch den Ärger darüber. Ändern könne man die Situation allerdings nicht, weswegen die Gemeinde mutig nach vorne schauen solle. Hartmann freute sich, dass die Verantwortlichen in beiden Kirchengemeinden die Herausforderung angenommen haben, ein gemeinsames Konzept auszuarbeiten, und lobte die gute Zusammenarbeit.

Der Dekan war sich sicher, dass Heugel für seine neuen Gemeindeglieder da sein wird, rief aber auch dazu auf, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und sich zu beteiligen.

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