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Wildberg Gültlinger Wikinger wollen dicht ans Original

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Foto: Schwarzwälder Bote

Silvia und Dirk Mück leben gerne wie Wikinger, sind infiziert von der damaligen Art zu leben und reisen dafür gerne durch die Welt, vor allem nach Norwegen. In Ribe verbringen sie ihre Urlaube inmitten des "Ribe Viking Center", einem Museum, das die damalige Zeit lebendig erscheinen lässt.

Wildberg-Gültlingen. Seit 15 Jahren beschäftigen sich Silvia und Dirk Mück aus Gültlingen mit dem Leben der Wikinger. Zunächst lag ihr Interesse bei den Kelten und deren Gräbern in Irland, bevor sie vom Wikinger-Virus infiziert wurden und ihre Hobbys und die Lebenseinstellung – vor allem wegen der zahlreichen Handwerkskünste – auf das kriegerische Volk aus der Zeit zwischen 800 und 1050 nach Christus ausrichteten.

Sie erzählen, dass sie im Bereich Handwerk so ziemlich alles getestet und ausprobiert haben, was im damaligen Leben der Wikinger eine Rolle spielte. Während Silvia die Webkunst für Borten und Gürtel für sich entdeckte, baute ihr Mann Dirk Webstühle dazu. Sie wickelte bunte Glasperlen für Schmuck und zum Tauschen und färbte Wolle mit natürlichen Materialien. Dazu erzählen sie, dass Wikinger ein sehr gepflegtes Volk waren, äußerst stolz und farbenfroh ihre Erscheinung. Je wohlhabender desto bunter präsentierte sich das Volk damals.

Familie Mück orientiert sich bei ihrem Hobby am Original und will so nah wie möglich rankommen. Das gilt auch für ihre Kleidung, die Silvia von Hand näht. Tuniken, Hosen und Kleider – auch für ihre drei Kinder – und einen Mantel hat sie schon angefertigt. Auch Kammweben und "Naalbinding", also Mützen herstellen, ähnlich wie beim Stricken mit einer Nadel aus zahlreichen Knoten, hat sie ausprobiert. Eine Handwerkskunst, die schon zur Zeit der alten Ägypter bekannt war. Auch schmückende Ketten aus Silberdraht kreieren gehört zu ihren zahlreichen handwerklichen Beschäftigungen.

2012 war die Familie mitsamt den Kindern vier Wochen in Norwegen unterwegs. In dieser Zeit hielt Silvia Mück Kurse in Norwegen auf den Lofoten. Die Familie war zu Gast beim Wikinger-Festival im August und lebte zehn Tage im Wikinger Museum in Dänemark sozusagen als "lebendig gewordene Wikinger". Dabei ließen sie sich von den Museumsbesuchern betrachten, fotografieren und bei der "Arbeit" beobachten.

Kampfbund trainiert jede Woche

Von den zahlreichen Handwerkskünsten hat sich Silvia inzwischen für das Anfertigen von Mützen und das Gestalten von Silberketten entschieden. Ihr Hobby nehmen sie so ernst, dass Silvia und Dirk Mück auch im Wikinger-Outfit in Tschechien heirateten.

Wikingermärkte und -feste, wie das Wikingerfest im Histotainment-Park Adventon in Osterburken, stehen auf ihren regelmäßigen Reiseplänen. Sie pflegen zahlreiche Verbindungen zu Anhängern des Wikinger-Lebens nach Polen, Frankreich, Tschechien, Norwegen, Schweden, Irland, Italien und Spanien. Bis nach Brasilien, Neuseeland und Australien dehnt sich ihr Bekanntenkreis aus. Es ist inzwischen zu einer Art Lebensphilosophie geworden, die sich auch in ihrem privaten Umfeld niederschlägt.

Zuhause räuchert Dirk Fische in Baumstämmen, die er zuvor mit dem Stechbeutel aushöhlt. Auf die Arbeit der Fischer aus der Zeit der Wikinger hat er sich inzwischen spezialisiert. In Norwegen hat er schon Kurse im Bronzegießen angeleitet. Damit ist er aber in jüngster Zeit etwas kürzer getreten, um sich verstärkt den Wikinger-Wettkämpfen zu widmen. Er erzählt, dass dabei freie oder nachgestellte Schlachten aus der damaligen Zeit ausgefochten werden.

Vor zehn Jahren wurde in Wildberg ein Kampfbund mit festen Regeln gegründet. "Jede Woche wird trainiert, und dabei kann es auch mal härter zugehen", erzählt Dirk Mück. Spaß hat er am Bau von Holztruhen und, wenn die Zeit nach der Arbeit bei einem Autohersteller noch Luft lässt, beim Motorradfahren, bei Konzertbesuchen und beim Angeln. Gemeinsam bewirtschaften sie bei ihrem Anwesen einen großen Garten, in dem auch Hühner ein Domizil gefunden haben. Silvia Mück arbeite im Qualitätswesen und ist für Laborgeräteprüfungen zuständig, daneben liest sie viel, strickt und lernt Polnisch und Griechisch.

Ein jährliches Highlight auf dem Gelände der Familie Mück ist ein "Heidnisches Fest". Mit zahlreichen Gästen, oft sind es mehr als 30, grillen sie nach einer Wikinger-Wanderung ein Spanferkel oder ein Wildschwein.

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