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Wildberg Gasthaus Sonne: Nach 30 Jahren Besitzerwechsel

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Ute Cavalar und Jürgen Hauke verabschieden sich Ende des Jahres vom Landgasthof "Sonne" in Wildberg. Foto: Geisel

Wildberg - Es ist ein harter, trauriger Abschied: Vor 30 Jahren hat Jürgen Hauke den Landgasthof Sonne in Wildberg übernommen. Zum Jahresende geben er und seine Frau Ute Cavalar das Gasthaus auf. Nachfolger sind bereits gefunden.

Jürgen Hauke und seine damalige Frau entschieden vor 30 Jahren, den Landgasthof Sonne weiterzuführen. Die damaligen Eigentümer, die Familie Bohn, verkauften aus Altersgründen. Das junge Paar mit Mitte 20, das schon Erfahrung mit dem Rappen in Calw gesammelt hatte, kam da genau recht.

Die erste Zeit war "schwierig", erinnert sich der gelernte Koch und Metzger. Jürgen Hauke und seine Frau hatten damals ein kleines Kind, das zweite war unterwegs. Das Restaurant sah zu dieser Zeit noch ganz anders aus, erinnert er sich. Es war geprägt von eng beieinanderstehenden Eckbänken und mit schweren Gardinen zugehängten Fenstern. Eine Terrasse gab es damals noch nicht. Die Fremdenzimmer waren jedoch schon eingerichtet.

Von Schicksalsschlag begleitet

Es war eine "urige Zeit", so Jürgen Hauke. Stammtische und Kegelgruppen waren noch die Regel. Erstere gibt es heute so gut wie gar nicht mehr, letztere kommen deutlich seltener als früher. Ein Gasthaus war eben ein "Treffpunkt", ein Ort der Unterhaltung, erzählt er. Manche halfen sogar beim Entsteinen der Zwetschgen, Kartoffelschälen oder auch Geschirrspülen für die Küche. Im Lauf der Jahre haben die Eigentümer vieles verändert, umgebaut, neugestaltet und modernisiert. Die regionale Küche rückte immer mehr in den Vordergrund. Mit der Zeit prägte man die beiden Slogans "Regional isst genial" und "Landgasthof Sonne – das erste Schafhotel der Region". Der Bezug zur Schäferlaufstadt spiegelte sich inzwischen nämlich auch im Betrieb wider.

2001 traf Jürgen Hauke ein erster Schicksalsschlag: Unerwartet verstarb seine Frau. "Das war natürlich eine harte Zeit", erzählt er, "mit den kleinen Kindern." Lange Zeit half ihre Familie daraufhin noch in der Sonne aus.

Vor etwa 15 Jahren stieg Ute Cavalar in den Betrieb mit ein. Eigentlich war sie als Pflegedienstleiterin in der Diakonie tätig. "Es war eine schwere Entscheidung, meinen Beruf an den Nagel zu hängen", erinnert sie sich. Bis dato hatte sie nur aushilfsweise bedient.

Abschied fällt schwer

Zum Glück seien Dienstleistungsberufe vom Organisatorischen her artverwandt. "Viele andere Dinge musste ich mir aneignen", erzählt Ute Cavalar. "Ich habe Kurse besucht und mir viel von älteren Mitarbeitern hier abgeschaut."

"Jetzt sind wir traurig, dass es die Gesundheit nicht zulässt, das Restaurant und den Betrieb weiter aufrecht zu erhalten", sagt die 63-Jährige. Seit zwei Jahren ist sie krank, inzwischen auch berufsunfähig.

Die beiden wollen nun mehr Zeit miteinander haben, auch wenn Jürgen Hauke mit seinen 59 Jahren noch nicht ganz aus dem Berufsleben aussteigen will. Der Abschied von der Sonne fällt dennoch schwer. "Wir sind dankbar, dass wir auf eine wunderbare Zeit zurückblicken dürfen", meint Ute Cavalar. "Und wir danken unseren Mitarbeitern, die uns immer zur Seite standen." Das gilt insbesondere für Ramona Bühler, mit 20 Jahren bei der Sonne die dienstälteste Mitarbeiterin. Sie hat unter anderem für Ute Cavalar die Restaurantleitung übernommen, als sie es nicht mehr konnte.

Sonne wird wiederöffnen

"Wir sind froh, dass wir so viele tolle Menschen kennenlernen durften", fährt Ute Cavalar fort. Trotzdem sind die beiden auch schon aufgeregt, was die Zukunft noch für sie bereithält. Ihren Mitarbeitern und Nachfolgern jedenfalls wünschen sie eine "erfolgreiche Zukunft".

Für den 30. November und den 1. Dezember haben die beiden einen großen Terrassenflohmarkt geplant. Angeboten werden Raritäten aus den letzten 30 Jahren und von davor - sodass jeder seine persönliche Erinnerung an die Sonne mitnehmen kann.

Der letzte Öffnungstag mit Jürgen Hauke und Ute Cavalar wird der 15. Dezember sein. Ab 17 Uhr gibt es eine 30-Prozent-Rabatt-Aktion. Am 10. Januar 2020 wollen die neuen Eigentümer - Nenad und Ivana Pisarevic sowie Niksa und Melita Viskovic - die Sonne wiedereröffnen.

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