Der Wildberger Bahnhof steht seit einigen Jahren in städtischem Eigentum und soll nun an einen Investor veräußert werden – mit Bedingungen und Auflagen. Foto: Priestersbach Foto: Schwarzwälder Bote

Gemeinderat: Denkmalgeschütztes Wildberger Bahnhofsgebäude wird verkauft / Entscheidung im März

Das Wildberger Bahnhofs-Areal soll in eine gute Zukunft geführt werden: Im Sanierungsgebiet "Zentrum Unterstadt" bildet vor allem die künftige Nutzung des früheren denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes einen der zentralen Bausteine. Das Anwesen "Am Bahnhof 1 und 2" wurde bereits vor einigen Jahren von der Stadt erworben und steht aktuell leer.

Wildberg. In seiner jüngsten Sitzung gab der Wildberger Gemeinderat nun grünes Licht für die Auslobung des Immobilienverkaufs – und zwar mit vorgegebenen Rahmenbedingungen beziehungsweise Projektzielen. Das Areal soll mit klaren Vorgaben an einen Investor verkauft werden, der sich den Zielsetzungen des Stadtentwicklungskonzepts "STEP N! 2035" verpflichtet.

"Das ist ein wichtiges Thema in der Ortskernentwicklung", stellte Bürgermeister Ulrich Bünger fest – und er betonte: "Wir wollen das Areal nicht einfach so aus der Hand geben und Sicherungsmechanismen in den Vertrag einbauen." So wurden in den bisherigen nichtöffentlichen Beratungen die entsprechenden Kriterien und Bedingungen für einen Zuschlag fortgeschrieben. Dabei will sich die Stadt beispielsweise ein Wiederkaufs- sowie ein Vorkaufsrecht grundbuchrechtlich sichern lassen.

Wie Bauamtsleiter Arthur Sadlers mit Blick auf das komplexe Thema ergänzte, wolle sich die Stadt gewisse Rechte für die Zukunft sichern, aber ebenso in der Bauleitplanung die möglichen Nutzungen festschreiben. So soll die Wildberger Markthalle dort einen neuen Standort finden, zumal ein künftiger Betreiber vorhanden ist. Geplant sind außerdem barrierefreie Wohnnutzungen und die Schaffung städtebaulicher Qualitäten, wobei Arthur Sadler überzeugt ist, dass es sich hier trotz aller Vorgaben um ein lukratives Projekt für Investoren handelt. Die Einnahmen aus dem Erlös sollen mindestens mit 395 000 Euro festgesetzt werden, wobei der Bauamtschef unterstreicht: "Das wird nicht das ausschlaggebende Kriterium sein."

Für die Grünen im Gemeinderat sprach Günther Landgraf in Sachen Bahnhofsareal von sinnvollen Überlegungen. Allerdings äußerte er Bedenken, ob und wie die Interessen des Stadtentwicklungskonzepts hier umgesetzt werden können. "Wir brauchen eine Sicherung des Gemeinwohls", machte Landgraf deutlich.

CDU-Rat Gerhard Ostertag war damit einverstanden, dass man einen Investor sucht – und dass die Nutzung gesichert wird. Aber dem genannten Kaufpreis konnte er in dieser Höhe nicht zustimmen.

In den nächsten Tagen soll der Immobilienverkauf für das Anwesen "Am Bahnhof 1 und 2" nun ausgelobt werden, wobei die Bewerbungsfrist bis Ende September vorgesehen ist. Nach einem zweistufigen Auswahlverfahren und der Auswertung in den geplanten Jurysitzungen wird der Gemeinderat in seiner März-Sitzung des kommenden Jahres entscheiden, wer den Zuschlag bekommt.

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