Im Bereich der Wildberger Talstraße und des Bahnhofs kündigt sich ein Sanierungsgebiet an – das rechte Gebäude soll allerdings davon ausgenommen werden, weil kein Sanierungsbedarf gesehen wird. Foto: Priestersbach Foto: Schwarzwälder Bote

Sanierungsgebiet: Im Bereich "Zentrum Unterstadt" in Wildberg soll der Förderrahmen bei zwei Millionen Euro liegen

In Präsenz tagte der Wildberger Gemeinderat in der Stadthalle. Wie Bürgermeister Ulrich Bünger dazu feststellte, waren die hohen Inzidenzwerte im Kreis Calw zum Zeitpunkt der Einladung noch nicht absehbar. Außerdem standen – beispielsweise mit dem Sanierungsgebiet "Zentrum Unterstadt" – wichtige Vorhaben auf der Tagesordnung.

Wildberg. Das Gremium fasste einstimmig den Beschluss zur Einleitung der vorbereitenden Untersuchungen für das Sanierungsgebiet "Zentrum Unterstadt" in Wildberg. "Ich hatte gar nicht so schnell mit einer Förderzusage gerechnet", erklärte der Rathauschef mit Blick auf die bereits im Februar erfolgte Aufnahme des Gebietes rund um den Wildberger Bahnhof in das Bund-Länder-Programm "Sozialer Zusammenhalt".

Im Rahmen der Städtebauförderung wird ein Förderrahmen von zwei Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Dies entspreche Finanzhilfen in Höhe von 1,2 Millionen Euro und einem kommunalen Eigenanteil von 800 000 Euro.

Jetzt ging es im Gemeinderat darum, das Gebiet der vorbereitenden Untersuchung abzugrenzen, die Sanierungsziele zu bestimmen und die Mitwirkungsbereitschaft der Anwohner auszuloten. Die Ergebnisse der Untersuchung münden anschließend in die förmliche Ausweisung eines Sanierungsgebietes in der Wildberger Unterstadt, das nach jetzigem Stand rund 3,2 Hektar umfassen soll. Zu den erklärten Zielen im Bereich der bisherigen Markthalle und des Bahnhofs zählen unter anderem die Schaffung von Wohnraum, der Erhalt denkmalpflegerisch relevanter Bausubstanz sowie die Aufwertung des Stadtbildes, energetische Gebäudesanierungen – oder aber auch eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität sowie die Stärkung des Sicherheitsgefühls in diesem Gebiet.

"Die CDU wird natürlich zustimmen", erklärte deren Fraktionsvorsitzender Gerhard Ostertag. Mit Blick auf die geplante Abgrenzung fragte er nach, warum zwei bereits vom Gestaltungsbeirat vorgeschlagene Gebäude an der Nagold nicht in das Gebiet einbezogen wurden. Er hält es ebenfalls für sinnvoll, die Hohe Gasse unterhalb der Kirche in das Plangebiet aufzunehmen. Erhard Schulz von den Freien Wählern freute sich über "jeden Schritt, mit dem wir der Realisierung näher kommen". Allerdings hatte es für ihn den Anschein, als ob die Grenze des Untersuchungsgebietes genau so verläuft, dass die beiden Gebäude "mit Absicht rausgenommen wurden".

Wie Bauamtschef Arthur Sadlers erwiderte, mussten im Rahmen der Voruntersuchung Grenzen gezogen werden, "um das Gebiet nicht ins Unendliche auszudehnen". In diesem Zusammenhang wies er mit Blick auf die noch im Januar angedachte nördliche Erweiterung in Richtung Nagoldufer oder die Hohe Gasse darauf hin, dass die Abgrenzung noch nicht final sei. Bei den besagten Gebäuden in der Talstraße konnten jedoch keine städtebaulichen Missstände festgestellt werden. "Darum ist es nicht klar, warum sie in das Sanierungsgebiet aufgenommen werden sollten", so der Bauamtsleiter.

"Da fällt die Argumentation für eine Aufnahme ins Sanierungsgebiet schwer", ergänzte Bürgermeister Bünger. Im Rathaus soll das zwar noch einmal bewertet werden, aber man müsse eben auch eine "nachvollziehbare Abgrenzung finden".

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