Das sanierte Haus von Helga Götz in der Ortsmitte von Gültlingen im neuen Look (links). Die Verbindung von alten und neuen Elementen ist gelungen.Foto: Beck Foto: Schwarzwälder Bote

50 Jahre Stdätebauförderung : Ein Beispiel für eine gelungene Kernsanierung ist das Gebäude in der Abendgasse 22 in Gültlingen

Wildberg-Gültlingen. In diesen Tagen begehen Bund, Länder und Kommunen gemeinsam das Jubiläum "50 Jahre Städtebauförderung". In Gültlingen läuft derzeit das Sanierungsgebiet Ortsmitte, in dessen Rahmen auch private Maßnahmen gefördert werden – wie die von Helga Götz. Wir sprachen mit ihrem Sohn Hannes Beck, der als Architekt die Sanierung von Anfang an begleitete.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, zu modernisieren?

Aufgrund des Alters des Hauses war eine umfassende Modernisierung notwendig und von Anfang an geplant.

War der umfassende Ansatz der Modernisierung von Anfang an gegeben oder aufgrund des Zuschusses dazu animiert?

Wir waren unabhängig von dem Sanierungsprogramm auf der Suche nach einem Haus in Gültlingen, das wir sanieren wollten. Die Bezuschussung hat uns die Entscheidung aber sehr erleichtert. Was uns sehr entgegen kam war, dass die Förderung für alle Sanierungsmaßnahmen, die das Haus betreffen, gilt.

Wie haben Sie von den Zuschussmöglichkeiten erfahren?

Von der Möglichkeit des Förderprogramms haben wir durch Freunde aus Gültlingen und das Gemeindeblatt erfahren.

Wie war das Verfahren für Sie?

Das allgemeine Verfahren und die Abwicklung der Zuschüsse waren problemlos. Die gesammelten Rechnungen habe ich bei der Stadt Wildberg eingereicht und mich auch direkt mit der Kommunalentwicklung GmbH in Stuttgart abgestimmt. Lediglich die Förderung von Eigenleistungen könnte noch verbessert werden.

Wie verlief die Umsetzung der Maßnahme? Gab es hierbei Probleme oder verlief alles wie geplant?

Die Umsetzung der baulichen Maßnahmen hat bei uns glücklicherweise sehr gut funktioniert. Vor allem auch aufgrund der Mithilfe zahlreicher Helfer und der Handwerker aus der Region. Wir alle sind sehr zufrieden und glücklich mit dem Ergebnis.

Können Sie eine Teilnahme am Landessanierungsprogramm anderen Eigentümern empfehlen?

Viele Menschen können sich nur schwer vorstellen, ein altes Gebäude zu sanieren, statt neu zu bauen. Aber dazu würde ich gerne ermutigen. Meiner Erfahrung nach entstehen besonders durch die Verbindung von Altem und Neuem zeitgemäße Wohnräume, die Charakter und Charme haben und die Bewohner mit ihrer Geschichte inspirieren und bereichern. Auch für den Ort insgesamt halte ich es für wichtig, die Geschichte zu bewahren und mit ihr zu arbeiten. So kann jedes alte Haus, das modernisiert und nicht abgerissen wird, den Ort beleben und weiterhin Zeitzeuge der Dorfgeschichte sein. Die finanzielle Unterstützung des Landessanierungsprogramms kann da entscheidend mithelfen. Ich würde eine Teilnahme an diesem Projekt auf jeden Fall empfehlen.

Wie lautet ihr Resümee zur Gesamtmaßnahme?

Wir sind froh, dass wir die Möglichkeit bekamen gerade dieses Haus zu kaufen, zu sanieren und zu erhalten. Und wir fühlen uns in diesem Haus und in dieser Nachbarschaft außerordentlich wohl.

Ein Beispiel für eine gelungene Kernsanierung ist das 1948 errichtete Gebäude in der Abendgasse 22 in Gültlingen von Helga Götz. Ihr Sohn Hannes Beck hat als Architekt die Sanierung geplant, begleitet und mit vielen Helfern durchgeführt. Das Gebäude wurde als Erweiterung einer bestehenden Schreinerei und als eine Art Austragshaus geplant, von örtlichen Handwerkern gebaut und bis zum Umbau nur wenig verändert. "Die Grundsubstanz des Gebäudes war sehr gut erhalten", erzählt er. "Dadurch konnten viele Elemente wie zum Beispiel die Dielenböden, Türen und Fensterbretter erhalten oder wiederverwendet werden." Die Aufteilung blieb gleich und wurde umgenutzt.

Die Sanierung dauerte etwa acht Monate und konnte ausschließlich mit Handwerkern aus dem Wildberger Stadtgebiet und zum Großteil in Eigenleistung mit großer Unterstützung von Menschen aus dem Ort umgesetzt werden.

In einem ausgewiesenen Sanierungsgebiet können sich die Eigentümer Erneuerungs- und Sanierungsmaßnahmen an ihren Gebäuden fördern lassen. 25 Prozent der Kosten werden übernommen. Die Bauverwaltung der Stadt Wildberg berät zu diesem Thema. Neue Interessenten können sich nach wie vor melden.

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