Die im Ort verteilten Zweiergruppen des Posaunenchors Sulz spielen jeden Sonntagmorgen. Foto: Geisel Foto: Schwarzwälder Bote

Glaube: Posaunenchor Sulz am Eck gibt jeden Sonntagmorgen kurze Konzerte an verschiedenen Plätzen

Musik soll Hoffnung spenden: Dafür trotzt der Posaunenchor Sulz am Eck sogar dem kalten Wetter. Jeden Sonntag geben Zweiergruppen verteilt im ganzen Ort ein kurzes Konzert.

Wildberg-Sulz. Erst zwei Verse von hier, dann zwei Verse von dort: Die Zweiergruppen spielen sich, wieder jeweils zwei Gruppen miteinander, immer im Wechsel zwei Verse zu. So ertönen fünf Lieder. Die Gruppen spielen teilweise zeitversetzt, sodass es keine Überschneidung gibt und immer ein klarer Klang im Ort herrscht. Das Ganze ist natürlich mit dem Ordnungsamt abgesprochen und findet in coronakonformem Rahmen statt.

Von der Kirche und vom Tierstein aus, von Schule und Gemeindehaus, von Kohlplatte und Burghalde, von "Im Dinkelacker" und der "Oberjettinger Straße" aus spielen sich die insgesamt acht Gruppen gegenseitig zu. Die Wege sind für die Musiker möglichst kurz gewählt, damit sie vor Spielbeginn um 11 Uhr noch den Gottesdienst besuchen können, der derzeit im Gemeindehaus oder im Gemeinschaftshaus stattfindet. Zudem ist auch das Ziel, den gesamten Ort mit den Posaunenklängen zu erreichen.

Ähnliche Konzepte gibt es schon länger. Beispielsweise sei, wenn auch noch vor seiner Zeit im Posaunenchor, das Kurrendeblasen noch praktiziert worden, erzählt Aktions-Koordinator Tobias Röhm. Dabei zog der Posaunenchor durch den Ort und machte an verschiedenen Stellen Station. Dazu kommt der im ersten Lockdown erfolgte Aufruf, auf dem eigenen Balkon oder im eigenen Garten "Der Mond ist aufgegangen" anzustimmen.

Auch in Sulz am Eck hätten viele mitgemacht, erinnert sich Jutta Heugel. Doch erklang die Musik ein wenig durcheinander, unkoordiniert eben, was nicht unbedingt zum bestmöglichen Klangerlebnis führte. Also stellte der Posaunenchor eine organisierte Aktion auf die Beine. Im ersten Lockdown, von Ostersonntag bis zu den Lockerungen im Frühsommer, versuchten die Musiker dazu noch verschiedene Formate. Beispielsweise spielten Posaunisten an verschiedenen Stellen im Ort nacheinander, damit sich klanglich nichts überschnitt. Dann mussten die Zuhörer aber recht lange warten.

Im zweiten Lockdown ist der Ablauf nun wie erwähnt ein etwas anderer, was sich bewährt hat. Seit dem ersten Advent 2020 spielen die Zweiergruppen abwechselnd die Verse. Es erklingen verschiedene Stücke aus dem Posaunenchoralbuch, jeden Sonntag ist ein anderes Programm zu hören. In der Adventszeit fanden die kleinen Konzerte noch Sonntagabends ab 18 Uhr statt. "Passend zur besinnlichen Zeit", erklärt Tobias Röhm. Im neuen Jahr wird nun immer sonntags ab 11 Uhr gespielt. Die Idee dahinter: "Es ist ein Zeichen der Hoffnung und der Zuversicht", sagt Jutta Heugel. "Gott hat uns nicht vergessen, diese Botschaft wollen wir in den Ort tragen."

Von den Sulzern komme viel positives Feedback zu den kurzen Auftritten, freut sich Tobias Röhm. Teils stünden die Menschen an ihren Fenstern, auf ihren Balkonen oder in ihren Gärten, lauschten der Musik und bedankten sich mit Applaus.

Solange die Beschränkungen so bleiben wie jetzt und nicht in anderen Formaten musiziert werden kann, will der Posaunenchor an diesem sonntäglichen Musizieren festhalten und damit eine positive Botschaft in den Ort hineintragen.

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